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Dead Reckoning 1: Der neue Mission: Impossible macht auf Science-Fiction

Für den siebten Teil der Actionfilmreihe hat Tom Cruise Science-Fiction und KI für sich entdeckt. Die gute Nachricht für Fans: Zu tiefgründig wird es nicht.
/ Peter Osteried
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Tom Cruise ist zum siebten Mal Ethan Hunt. (Bild: Paramount Pictures)
Tom Cruise ist zum siebten Mal Ethan Hunt. Bild: Paramount Pictures

Von ihren Wurzeln, dem Spionage-Thriller, entfernt sich die Mission-Impossible-Reihe schon länger. In Dead Reckoning Teil 1, dem siebten Teil, gibt es nun erstmals ein starkes Sci-Fi-Element, in dem auch eine künstliche Intelligenz eine große Rolle spielt. Da stellen sich zwei Fragen: Funktioniert das? Und: Ist der Film beim KI-Thema seiner Zeit voraus oder wird er schon von ihr überholt? Schließlich wurde das Drehbuch schon vor vier Jahren geschrieben.

Dass der Film jetzt erst in die Kinos kommt (Start: 13. Juli), lag an Corona: Nach dem Start der Dreharbeiten im Februar 2020 in Venedig und kurz bevor es nach Rom(öffnet im neuen Fenster) gehen sollte, schlug die Pandemie zu - und der Dreh musste unterbrochen werden. Auch in der Folge gab es immer wieder Schwierigkeiten mit Corona-Infektionen(öffnet im neuen Fenster) .

Vom ursprünglichen Starttermin im Sommer 2021 war bald nicht mehr die Rede, am Ende ist es bekanntermaßen 2023 geworden. Der Film hat eine epische Laufzeit von 164 Minuten, die aber nicht ausgereicht haben, um die Geschichte zu erzählen, deswegen das Teil 1 im Titel.

Auf der Jagd nach dem Schlüssel

Worum geht es? Alle Welt ist hinter einem zweiteiligen Schlüssel her, der kombiniert eine große Macht entfalten kann. Man kann ihn nutzen, um etwas zu vernichten oder zu kontrollieren. Alle Regierungen der Welt sind hinter dem Schlüssel her.

Jede von ihnen will die Entität kontrollieren - eine K.I., die Selbstbewusstsein erlangt und praktisch in jeden gesicherten Bereich eingedrungen ist, um den Menschen zu zeigen, wozu sie fähig ist. Wer sie kontrolliert, beherrscht die Welt.

Ethan Hunt erhält den Auftrag, den Schlüssel zu besorgen. Ihm wird natürlich schnell klar, dass dieser Schlüssel niemand anderem in die Hände fallen darf. Darum entscheidet er, dass er benutzt werden muss, um die Entität zu vernichten. Damit macht er sich mehr Feinde denn je und der Preis, den er diesmal zahlt, ist ziemlich hoch.

Die Macht der Zukunft

Ob man das Sci-Fi-Element mag, ist am Ende Geschmackssache. Obwohl KI 2019, als das Drehbuch geschrieben wurde, noch kein so großes Thema war wie heute, wurde der Film nicht von der Realität überholt. Soweit wir wissen, ist noch keine selbstbewusste KI da draußen.

Der Schlüssel ist ohnehin in erster Linie der Katalysator für Geschichte. Alfred Hitchcock prägte dafür den Begriff MacGuffin(öffnet im neuen Fenster) - etwas, hinter dem alle Protagonisten her sind, bei dem es aber völlig irrelevant ist, worum es sich eigentlich handelt. Hier ist es also ein Schlüssel.

Teil 2 kommt erst in einem Jahr

Neben der KI hat Ethan Hunt auch einen menschlichen Gegner, gespielt von Esai Morales. Zuerst war für die Rolle Nicholas Hoult vorgesehen, dann wurde aber das Skript umgeschrieben und die Figur bekam eine gemeinsame Vergangenheit mit Hunt - was mit Morales funktionierte, mit Hoult aber nicht funktioniert hätte.

Wieder mit dabei sind Ving Rhames und Simon Pegg, ebenso wie Henry Czerny als Kittridge - die Rolle hat er zuletzt im ersten Mission-Impossible-Film gespielt. Außerdem spielt Rebecca Ferguson ( Silo ) mit, die weibliche Hauptrolle hat jedoch Hayley Atwell, die hier mehr Actionszenen hat als in all ihren MCU-Auftritten als Agent Carter.

Eine weitere wichtige Figur wird von Pom Klementieff verkörpert, die hier deutlich härter agiert in den Guardians-of-the-Galaxy-Filmen. Sie gibt eine starke Gegnerin ab, deren Schicksal schön mit dem KI-Thema korreliert. Denn ihr Boss weiß, was sie tun wird, weil die Entität die Wahrscheinlichkeit anhand aller Fakten errechnet hat - und stets richtig liegt.

Trotz des Sci-Fi-Elements ist auch der neue Mission Impossible vor allem ein Actionfilm. In Sachen irrer Stunts reichen hier eigentlich nur noch die Fast-and-Furious-Filme heran, wobei die Stunts bei Mission: Impossible noch besser aussehen und - weil von Cruise selbst gemacht - eine gewisse Bodenhaftung haben.

Es gibt eine elaborierte Verfolgungsjagd quer durch Rom, bei der man sich sehr an Fast X erinnert fühlt. Der direkte Vergleich ist dabei interessant: Beide Filme punkten nicht gerade mit Realismus, die Action von Mission: Impossible - Dead Reckoning Teil 1 sieht aber überzeugender aus.

Wie bei allen Filmen der Reihe wird man praktisch von der ersten Minute an mitgerissen. So minimalistisch die Handlung auch sein mag, die Zeit vergeht wie im Flug.

Wer die bisherigen Mission-Impossible-Filme mochte, wird auch bei diesem siebten Teil seine Freude haben - trotz des Science-Fiction-Exkurses. Die Fortsetzung kommt dann am 27. Juni 2024.


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