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Nur Ex-Telekom-Chef Ricke wird vernommen

Die Kooperation mit der Telekom dürfte sich für die Geheimdienste jedoch lohnen. Schließlich muss ein Großteil des deutschen Internettraffics irgendwann durch das Netz der Telekom. Eine Präsenz am DE-CIX ist dazu gar nicht erforderlich. Wegen der hohen Telekom-Preise und der restriktiven Peering-Politik kommt der Traffic deutscher Provider häufig über den Umweg von ausländischen Anbietern dann doch bei der Telekom an. Das Unternehmen hat mögliche Kooperationen bislang nie dementiert und verweist stets darauf, laut G10-Gesetz zur Kooperation verpflichtet zu sein, jedoch keine Details preisgeben zu dürfen.

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Klar ist inzwischen: Über die Datenableitung in Frankfurt wussten alle relevanten deutschen Behörden Bescheid. Der NSA-Ausschuss hat nach Angaben der Grünen inzwischen weitere 30 Ordner mit mehreren Tausend Seiten zu dem Thema erhalten. Die Unterlagen stammen demnach vom BND, vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), vom Bundesinnenministerium, vom Bundeskanzleramt und von der Bundesnetzagentur. Dabei habe das Bundeswirtschaftsministerium zunächst behauptet, dass die Bundesnetzagentur keine Akten dazu besitze. Auch das Kanzleramt soll nachträglich noch Unterlagen entdeckt haben. Laut Grünen-Ausschussobmann Konstantin von Notz steht in den vorliegenden Akten "Brisantes zur Operation des BND" in Frankfurt. Es werde derzeit geprüft, "inwiefern es sich um ein rechts- oder gar verfassungswidriges Vorgehen des BND, des Kanzleramtes und den beteiligten Telekommunikationsunternehmen handelt", sagte Notz.

DE-CIX dementiert Ausleitung weiterhin nicht

Details zu den beteiligten Unternehmen wollte Notz mit Verweis auf die Geheimhaltungspflicht nicht nennen. Allerdings deutet einiges darauf hin, dass an der Operation Eikonal die Telekom beteiligt war. Denn der Ausschuss, der in den kommenden Wochen diesen Vorgang aufklären will, hat dazu lediglich einen einzigen Unternehmensvertreter eingeladen: Kai-Uwe Ricke, von Ende 2002 bis Ende 2006 Vorstandschef der Telekom, soll am 4. Dezember 2014 dem Ausschuss Rede und Antwort stehen. SPD-Ausschussobmann Christian Flisek sagte am Mittwoch: "Wir werden erst einmal mit Herrn Ricke den Aufschlag machen, weil der wesentliche Punkt der Initiierung in seinen Verantwortungszeitraum fiel." Je nach Aktenlage würden weitere Firmen eingeladen.

Die Aufklärung der 2008 beendeten Operation Eikonal beantwortet jedoch nicht die Frage, ob seitdem weiterhin Daten in Frankfurt für Geheimdienstzwecke ausgeleitet werden. Schließlich ging es bei Eikonal nur um die Weiterleitung von Daten an die NSA und nicht um die sogenannte strategische Fernmeldeaufklärung des BND, für die 20 Prozent der Übertragungskapazität überwacht werden darf. Medienberichten zufolge soll sich der Auslandsgeheimdienst seit mindestens 2011 das Anzapfen von Kommunikationsleitungen deutscher Internetprovider am DE-CIX genehmigen lassen. Neben 19 Netzwerken aus dem Ausland listete der BND damals auch die Verbindungen zu sechs deutschen Firmen auf: Betroffen sind demnach die Internetprovider 1&1, Freenet, Strato AG, QSC, Lambdanet (jetzt euNetworks) und Plusserver. Der Zugriff könnte dabei in den Rechenzentren von Equinix, Interxion und Itenos erfolgt sein, wo die genannten Provider auch private Interconnects anbieten.

Der DE-CIX hat diese Datenweitergabe nie dementiert. Eco schließt lediglich aus, "dass irgendein ausländischer oder inländischer Geheimdienst im genannten Zeitraum von 2004 bis 2008" einen Zugang zu dem von ihm betriebenen Internetknoten oder Glasfasernetzen hatte. Weitere Statements will der Verband zu diesem Thema nicht abgeben. Dies bedeutet jedoch nicht, dass neben der Telekom und dem DE-CIX nicht auch andere Anbieter in den vergangenen Jahren in Frankfurt mit dem BND kooperiert haben könnten. Ohnehin müsste ein Telekommunikationsanbieter die Daten vom DE-CIX zum BND weiterleiten. Da Provider wie die Telekom an den wesentlichen DE-CIX-Standorten ebenfalls präsent sind, dürfte das sicherlich kein Problem darstellen. Offen bleibt hingegen, ob Geheimdienste möglicherweise heimlich einzelne Glasfaserleitungen in Frankfurt abhören.

Auf Basis der bisherigen Medienberichte und der Arbeit des NSA-Ausschusses lässt sich ein Zugriff auf Internetverbindungen in Frankfurt wohl nicht leugnen. Allerdings zeigt sich, dass dieser "Frankfurter Internetknoten" eigentlich ein weit verzweigtes Netz ist und an vielen Punkten gezielt, aber insgesamt wohl nur sehr unvollständig, abgehört werden kann. Entscheidend für die Aufklärung der NSA-Affäre ist aber die Frage, ob die Daten deutscher Bürger, die dort zweifellos in großem Umfang geroutet werden, tatsächlich nach dem Ableiten ausreichend gefiltert und geschützt werden. Die Antworten darauf können aber nicht die Netz- und Netzknotenbetreiber geben, sondern nur der BND selbst.

 DE-CIX: Wie sich der Internetknoten Frankfurt abhören lässt
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aha47 07. Nov 2014

Und liegt auch nicht auf einer Bahre.

nightfire2xs 07. Nov 2014

Nützt nix, weil dann kommt wieder einer um die Ecke mit "Email made in Germany", wo doch...

cry88 07. Nov 2014

Kruzefix nochmal. bzw. auf bayrisch: Zefix no amoi. Ein deutscher Fluch, heist soviel...

elmex 06. Nov 2014

Vielen Dank für das teilen dieser sehr interessanten Recherche!

Sammie 06. Nov 2014

Zwei Monate alt und nicht mal wahr.. damit er seine Anwaltszulassung verliert bedarf es...


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