Zwischen Disko und Disketten

Kamminke und Lettau erfüllen als Hacker im Film durchaus gängige Klischees. Nächtelang wird programmiert, bis die Software endlich läuft und man über der Tastatur einschläft. Bei den Frauen kommen die Nerds aber gut an. Kein Wunder, dass der Film auch mit dem Untertitel angekündigt wurde: "Zwischen Disko und Disketten - Erotik und Kybernetik". In Leipzig leben die beiden mit der Sängerin Gina (Gerit Kling) in einem Beziehungsdreieck, im Thüringer Wald teilen sie sich die genauso brünette Petra.

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Drehbuchautor Diethardt Schneider, den Golem.de leider nicht ausfindig machen konnte, steuerte dafür typische Sponti-Sprüche bei: "Wir haben zusammen geschlafen und weiter war nichts."

Die damalige Kritik sah in dem Film "in heiterer Verpackung" eine "Behandlung von keineswegs unwesentlichen volkswirtschaftlichen und nicht nur volkswirtschaftlichen Problemen" (Neue Zeit). Das SED-Parteiorgan Neues Deutschland notierte anlässlich der Premiere auf den 17. und letzten "Tagen des sozialistischen Films" in Cottbus: "Da die Beherrschung und Weiterentwicklung der Computertechnik zwar das A und O ökonomischen Fortschritts ist, bisher aber weder Software, Chips noch Disketten filmische Attraktivität abgewonnen werden konnte, legten Autor und Regisseur das Gewicht auf zwei 'schräge' Vögel."

Wenige Jahre zuvor sei ein solcher Film noch undenkbar gewesen, sagte der Filmkritiker und Defa-Experte Frank-Burkhard Habel Golem.de. Lange hatte die Defa keine heiter-satirischen Werke mehr geliefert, nun kam der Film ziemlich spät.

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Obwohl er in der Wendezeit nicht mehr die erhoffte Aufmerksamkeit bekam, war ihm ein gewisser Erfolg beschieden. Der Kritiker der Berliner Zeitung, Günter Sobe, schrieb nach der Premiere im Kino Colosseum: "Ich entsinne mich nicht, je eine solche Stimmung im Kino erlebt zu haben. Es gab, eingebettet in bescheideneres Lachen, mindestens dreißig rollende Lachsalven, mehrfachen Szenenapplaus, dazu schätzungsweise fünf Minuten Schlussbeifall, der in das allseits beliebte rhythmische Klatschen mündete." Für Defa-Verhältnisse waren 300.000 Zuschauer in drei Monaten durchaus beachtlich. Allerdings kein Vergleich zu den 4,5 Millionen DDR-Bürgern, die sich 1989 Dirty Dancing im Kino ansahen. Gegen Patrick Swayze kamen die beiden Hacker dann doch nicht an.

Der Film wurde im Oktober 2005 von Icestorm in einer um zehn Minuten gekürzten Version auf DVD veröffentlicht. Ursprünglich war der Film erst ab zwölf Jahren freigegeben. Die 94 Minuten dauernde DVD-Version hat keine Altersbegrenzung.

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Unwichtig 12. Nov 2019

Habs mal fuer die Nachwelt in mein Backup getan :)

bla 11. Nov 2019

Meinst du, wie im Augenblick in Bolivien?

mke2fs 11. Nov 2019

Schöne Geschichte. Wie sind die Leute an die Chips gekommen? Da es kein freier Markt war...

countzero 10. Nov 2019

Ich habe mal versucht, den Film mit nem Kumpel anzuschauen (habe die Icestorm-Version...



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