DDoS: Onlineshop trickst Kaufbots mit teuren Produktbildern aus

Fast 700.000 Zugriffe erfasst der Onlineshop eines kleinen Schuhladens in Frankfurt, wenn ein seltener Sneaker im Angebot ist. Bots kaufen sie in Massen ein, um sie später noch teurer zu verkaufen. Neuerdings kaufen sie allerdings nur Bilder der Schuhe ein - ein Trick, der anscheinend funktioniert.

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Ein Käufer hat 7.000 Euro für Produktbilder ausgegeben.
Ein Käufer hat 7.000 Euro für Produktbilder ausgegeben. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de/CC0 1.0)

Der Mitgründer des Skaterladens Bonkers Martin Schreiber hat eine Strategie entwickelt, um Bots und automatische Scripts bei Onlinekäufen auszutricksen. Statt begehrter Nike-Schuhe hat er lediglich deren Produktbilder für 10 Euro pro Stück online gestellt - inklusive passender Beschreibung. Bots haben diese trotzdem tausendfach automatisiert bestellt.

Der Grund: Onlinekäufer erstehen limitierte Schuhe wie den Nike SB x Parra innerhalb von Millisekunden, um diese später für ein Vielfaches an Sammler zu verkaufen. Das erzeuge nicht nur Frust bei Kunden, sondern auch bis zu 700.000 Onlinezugriffe auf den Shop, die wie ein DDoS-Angriff wirken. Dem deutschen Skatemagazin Soloskatemag hat Schreiber im Interview erzählt: "Also haben wir gesagt, dass wir jetzt auch mal den Mittelfinger zeigen und digitale Bilder von den Schuhen verkaufen."

7.000 Euro für 100 Bilder

Der Trick scheint funktioniert zu haben, denn mehrere Käufer haben vielfach Bilder der Produkte gekauft - 70 Euro für je sieben Bilder. Anscheinend ist unter ihnen auch eine Person gewesen, die 100 Bestellungen aufgegeben hatte und 7.000 Euro ausgegeben hat. Die Beschwerden und Stornoanträge per Paypal ließen nicht lange auf sich warten. Paypal erstattete den Preis allerdings nicht, da die Produktbeschreibung nicht irreführend gewesen sei. Schließlich habe der Produkttitel eindeutig darauf hingewiesen, dass es sich um Bilder von Schuhen und nicht um Schuhe selbst handelte. "Aber das erkennt so ein Bot natürlich nicht", sagt Schreiber. Einigen einsichtigen Personen habe er das Geld in Form eines Gutscheines zurückerstattet.

Schreiber habe die Aktion Nike vorher mitgeteilt und die Zustimmung des Herstellers eingeholt. Auch im eigenen Blog und in Social-Media-Kanälen wie Instagram und Facebook sei sie lange im Voraus angekündigt worden. Er wünscht sich, dass weitere Shops dem Beispiel folgen, um eine Abschreckung für Bot-Nutzer zu sein. Allerdings ist es nicht schwer, diese mit einigen Regeln und Einschränkungen zu programmieren, um solche Fallen zu umgehen.

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zuschauer 09. Aug 2019

kommen heute nicht aus Plauen, sondern von Amazon...

treysis 09. Aug 2019

Das war ja lange Zeit anders. Da konnte der Verkäufer nur die Rücksendekosten abdrücken...

treysis 09. Aug 2019

1. Deswegen gab es eine extra Checkbox, mit der man zu Kenntnis nimmt, dass es sich...

SamuelS 09. Aug 2019

Es gibt zwei Lösungen: 1. Diese Schuhe einfach zur Auktion anbieten 2. Immer wenn ein...



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