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DDoS: Microsoft bestätigt Angriff auf seine Clouddienste

Die zuletzt erfolgten Störungen von Teams , Outlook , Onedrive und Azure führt Microsoft inzwischen auf DDoS-Angriffe einer bekannten Hackergruppe zurück.
/ Marc Stöckel
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Verantwortlich für die Angriffe auf Microsoft-Dienste war laut Microsoft eine Hackergruppe namens Storm-1359. (Bild: Pixabay)
Verantwortlich für die Angriffe auf Microsoft-Dienste war laut Microsoft eine Hackergruppe namens Storm-1359. Bild: Pixabay

Anfang Juni 2023 hat Microsoft vermehrt mit Ausfällen einiger seiner Dienste gekämpft, darunter die Webportale der Azure-Cloud, Outlook, Onedrive und die Kommunikationsplattform Teams. Wie der Konzern in einem am vergangenen Freitag veröffentlichten Blogpost offiziell bestätigte(öffnet im neuen Fenster) , lag die Ursache dafür in böswilligen DDoS-Aktivitäten auf Layer 7, also der Anwendungsebene des OSI-Referenzmodells für Netzwerkprotokolle.

Demnach kamen für die Angriffe "wahrscheinlich mehrere virtuelle private Server (VPS) in Verbindung mit einer gemieteten Cloud-Infrastruktur, offenen Proxys und DDoS-Tools" zum Einsatz. Um die Kunden seiner Dienste besser vor den Auswirkungen der Angriffe zu schützen, habe Microsoft seine Schutzmaßnahmen auf Layer 7 verstärkt und seine Azure Web Application Firewall (WAF) optimiert, heißt es.

Darüber hinaus habe man das Verhalten und die üblichen Angriffstechniken der böswilligen Akteure beobachtet und analysiert. Demzufolge setzten die Angreifer vorwiegend auf HTTP(S)-Flood-, Cache-Bypass- sowie Slowloris-Attacken, die jeweils zu einer Überlastung der damit anvisierten Systemressourcen führen. Es gebe jedoch bisher keine Hinweise auf unbefugte Zugriffe auf Kundendaten oder darauf, dass diese in irgendeiner Form gefährdet seien.

Die Hacker hatten bereits andere prominente Ziele

Verantwortlich für die DDoS-Angriffe ist Microsoft zufolge eine Hackergruppe namens Storm-1359. Laut einem Bericht von Bleeping Computer(öffnet im neuen Fenster) ist diese auch unter dem Namen Anonymous Sudan bekannt.

Die Gründung der Gruppe sei erst im Januar 2023 erfolgt. Ihre Zielsetzung sei es, Cyberangriffe gegen jedes Land zu starten, das sich gegen den Sudan stellt. Es gebe jedoch ebenso Hinweise darauf, dass die böswilligen Akteure mit Russland in Verbindung stehen.

Zu den prominenten Zielen, die die Hacker in der Vergangenheit bereits angriffen, gehören Scandinavian Airlines, Tinder, Lyft sowie mehrere Krankenhäuser in den USA. Für die Beendigung der Angriffe fordert Anonymous Sudan üblicherweise einen Geldbetrag, der im Falle von Microsoft bei einer Million US-Dollar gelegen haben soll.


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