DDoS auf DynDNS: Pornhub zeigt, wie's besser geht

Essenziell für den erfolgreichen DDoS-Angriff auf Dyn war nicht nur das total kaputte Internet of Things, sondern auch die Verwendung eines DNS-Dienstleisters als einzigem Anbieter durch Hunderte Seiten. Ausgerechnet große Online-Porno-Portale haben das wesentlich besser gelöst.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Zeigen mal wieder die Best-Practices der IT-Industrie: die Admins von Pornhub.
Zeigen mal wieder die Best-Practices der IT-Industrie: die Admins von Pornhub. (Bild: Michael Coghlan, Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Dass das Internet of Things (IoT) derart kaputt ist, dass es eine echte Gefahr darstellt, ist spätestens seit dem DDoS-Angriff auf die Webseite des IT-Security-Journalisten Brian Krebs bekannt. Auch bei dem massiven Ausfall von Diensten wie Twitter, Github, Reddit, Airbnb und anderen am vergangenen Freitag ist das mühelos zu einem Botnetz umfunktionierbare IoT schnell als Grundproblem ausgemacht worden. Übersehen wird dabei jedoch der Verrat der Grundidee des Aufbaus des Internets durch die Betroffenen: die Dezentralisierung.

Stellenmarkt
  1. IT Security Analyst (m/w/d)
    LEONI, Nürnberg
  2. SAP Architekt (m/w/d) mit Schwerpunkt SAP ABAP OO
    Volkswagen Financial Services AG, Braunschweig
Detailsuche

Denn von Beginn an ist das Netz als dezentrale und damit potenziell ausfallsichere Infrastruktur konzipiert worden. Exzellent beschrieben wird diese Idee durch das Bonmot: "Hat das Internet ein Problem, routen wir einfach drumherum". Doch da sich viele Betreiber sehr häufig besuchter Webseiten ausschließlich auf DynDNS verlassen hatten, statt ihre Nameserver selbst aufzusetzen oder wenigstens redundant auszulegen, war der Dienstleister ein extrem einfaches und sehr gut gewähltes Ziel für einen derartigen Angriff. Das Porno-Streamingportal Pornhub.com zeigt, dass es auch anders geht.

Falsche Konfiguration von AWS verschlimmert Attacke

Welch zentrale Rolle die Dienste von Dyn im DNS eingenommen hatten, zeigt eine Visualisierung der BGP-Routingtabellen sowie deren Änderung als Reaktion auf den DDoS-Angriff. In der mit Hilfe eines Werkzeugs des Ripe NCC dargestellten Topologie ist Dyn ein zentraler Routingknoten. Besonders fatal war der Ausfall wohl auch, weil ein besonders wichtiges Rechenzentrum der Amazon Web Services (AWS) für die US-Ostküste zu Beginn des Angriffs nur die Dienste von Dyn nutzte und nicht einmal den Amazon-eigenen DNS-Dienst.

Da das Cloud-Angebot der AWS aber wiederum von vielen Seitenbetreibern zum Hosten und für die Verwaltung ihrer Infrastruktur genutzt wird, führte dies zu zusätzlichen Problemen. Dieser Fakt verdeutlicht wohl auch, warum sich die Ausfälle insbesondere an der dicht besiedelten US-Ostküste stark häuften.

Pornhub macht's besser

Golem Karrierewelt
  1. Data Engineering mit Python und Spark: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    18./19.01.2023, Virtuell
  2. Adobe Photoshop Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    05.-07.12.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Dass sich die großen vermeintlich innovativen IT-Unternehmen so abhängig von einem einzigen Dienstleister machen, wird beim Blick auf die im öffentlichen Diskurs wenig beachtete Porno-Industrie noch unverständlicher. Denn die riesigen Portale wie etwa von Pornhub haben sich bereits vor dem Angriff auf mehrere DNS-Dienstleister verlassen und blieben so von der DDoS-Attacke vergleichsweise verschont.

Für die von dem DDoS betroffenen Webseiten ist dieser Umstand eine extreme Blamage. Die Porno-Streaminganbieter beweisen dagegen erneut, dass sie technisch teilweise besser aufgestellt sind als große Teile der IT-Industrie. Immerhin haben einige Betreiber das Problem erkannt und nutzen jetzt mehrere DNS-Dienste. Um auf den nächsten Angriff vorbereitet zu sein, sollten sie vielleicht mal schauen, was die Porno-Industrie so macht. Dazu gehören zum Beispiel Bug-Bounty-Programme.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


gamesartDE 27. Okt 2016

...made my day Pornhub zeigt, wie's besser geht

Fabz2014 26. Okt 2016

Meine Güte, es erregt halt wesentlich mehr Aufsehen, wenn das eine Pornoseite macht, als...

Baron Münchhausen. 25. Okt 2016

Ich arbete daran.

dura 25. Okt 2016

Naja, blu-ray, 3D blu-ray, HTML5+Video-Player ohne flash, damit's auch auf dem iPhone...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Neue Studie
Des Klimawandels unumkehrbare Folgen

Wer denkt, dass sich beim Klima alles wieder einrenkt, wenn wir nur langsam unseren Treibhausgas-Ausstoß reduzieren, irrt. Eine neue Studie zeigt: Es muss schnell viel passieren, denn manche Änderungen sind unumkehrbar.
Ein Bericht von Dirk Eidemüller

Neue Studie: Des Klimawandels unumkehrbare Folgen
Artikel
  1. Recruiting: Personalauswahl mit KI kann Unternehmen schaden
    Recruiting
    Personalauswahl mit KI kann Unternehmen schaden

    Software ist objektiv und kennt keine Vorurteile, das macht Künstliche Intelligenz interessant für die Personalauswahl. Ist KI also besser als Personaler? Die Bewerber sind skeptisch und die Wissenschaft liefert keinen Beweis dafür.
    Ein Bericht von Peter Ilg

  2. Apple Macbook Pro mit 430 Euro Rabatt bei Amazon
     
    Apple Macbook Pro mit 430 Euro Rabatt bei Amazon

    Der Black Friday ist vorbei, doch interessante Deals gibt es immer noch. Das Apple Macbook Pro gibt es bei Amazon mit bis zu 430 Euro Rabatt.
    Ausgewählte Angebote des E-Commerce-Teams

  3. Kraftfahrt-Bundesamt: Elektrischer Corsa sollte zur Abgasuntersuchung
    Kraftfahrt-Bundesamt
    Elektrischer Corsa sollte zur Abgasuntersuchung

    Das Kraftfahrt-Bundesamt ruft den Opel Corsa samt der Elektro-Variante zurück, weil ein Softwarefehler im Auto eine Messung verhindert.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bei Amazon bestellbar • Tiefstpreise: Crucial SSD 4TB 319€, Palit RTX 4080 1.499€, HTC Vive Pro 2 659€ • Alternate: Team Group SSD 512GB 29,99€, AOC Curved 27" 240 Hz 199,90€ • Samsung Cyber Week • Top-TVs (2022) LG & Samsung über 40% günstiger • AOC Curved 34" WQHD 389€ [Werbung]
    •  /