DDOS-Attacken: Lizard Stresser feuert mit gehackten Heimroutern
Die DDoS-Attacken gegen die Spielenetzwerke von Sony und Microsoft sollen vor allem über Tausende gehackte Heimrouter gelaufen sein. Das berichtete der US-Sicherheitsexperte Brian Krebs am Freitag(öffnet im neuen Fenster) nach ersten Analysen der Botnetz-Malware. Die Website krebsonsecurity.com war Anfang des Jahres ebenfalls attackiert worden, nachdem Krebs Mitglieder der verantwortlichen Hackergruppe Lizard Squad identifiziert hatte. Die Gruppe bietet seit Ende 2014 ein als Lizard Stresser bezeichnetes, kostenpflichtiges Tool an, das nach Angabe von Port und IP-Adresse beliebige Server per DDoS attackieren soll.
Krebs will am 4. Januar 2015 die Malware lokalisiert haben, die das Botnetz von Lizard Stresser steuert. In der Malware sei die Adresse des Botnet-Controllers einprogrammiert, die zu demselben Adressbereich gehöre, der auch von der Lizard-Stresser-Website (lizardstresser.su) verwendet werde (217.71.50.x). Die Website wird von einem Provider in Bosnien gehostet. Der Code, der die anfälligen Systeme in Botrechner verwandele, ähnele dabei einer Malware, die im November 2014 erstmals von der russischen Sicherheitsfirma Dr. Web beschrieben worden sei(öffnet im neuen Fenster).
Router suchen selbst nach verwundbaren Geräten
Laut Krebs scannen die neu infizierten Systeme selbst das Internet, um weitere Geräte zu finden, die nicht abgesichert sind. Dabei suchten sie beispielsweise nach Routern, die noch über die werksseitig eingestellten Zugangsdaten(öffnet im neuen Fenster) wie "admin/admin," oder "root/12345" verfügten. Das Botnetz bestehe nicht vollständig aus Heimroutern. Es fänden sich auch kommerzielle Geräte von Universitäten und Unternehmen darunter. Das Übergewicht von Routern in dem Botnetz hänge wohl damit zusammen, wie das Botnetz sich verbreite und nach weiteren Rechnern suche. Es gebe aber keinen Grund, dass nicht auch andere Linux-Geräte wie Desktop-Server oder Webcams infiziert werden könnten.
Krebs Security arbeitete nach eigenen Angaben zur Analyse der Angriffe eng mit Sicherheitsexperten zusammen, die die Ermittlungsbehörden in dem Fall unterstützten. Allerdings wollten die Experten anonym bleiben und zusammen mit den Behörden und Providern versuchen, die infizierten Systeme vom Netz zu nehmen.
Torknoten mit Google-Kapazitäten gebildet
Zudem sollen Mitglieder des Lizard Squad versucht haben, das Anonymisierungsnetzwerk Tor anzugreifen. Dazu wurden mit gestohlenen Kreditkartendaten Cloud-Kapazitäten von Google gemietet, um damit Hunderte von Tor-Knoten aufzubauen. Damit lassen sich beispielsweise Verbindungen protokollieren und so auch Nutzer de-anonymisieren. Der Versuch flog jedoch schnell auf, weil Google die Aktivitäten bemerkte und die Dienste stoppte, die mit gestohlenen Kartendaten gekauft worden waren. Die Zunahme der Tor-Knoten gegen Ende 2014 ist in der Statistik des Netzwerkes deutlich zu sehen(öffnet im neuen Fenster).
In den vergangenen Jahren haben sich Berichte über Sicherheitslücken von Routern gehäuft. Krebs appellierte daher an die Nutzer, unter anderem die Werkseinstellungen umgehend zu ändern und durch ein starkes Passwort zu ersetzen.
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