DDoS-Attacke: Feedly wird erpresst

Nutzer des RSS-Readers Feedly können aktuell nicht mehr auf ihr Konto zugreifen. Den Feedly-Machern zufolge hat eine DDoS-Attacke die Server lahmgelegt, weshalb der Service für zahlreiche Nutzer nicht abrufbar ist. Auch unsere Redaktionskonten sind nicht erreichbar, über externe Programme wie die Android-App gReader ist eine Verbindung ebenfalls nicht möglich.
Angreifer will Geld haben
Hinter dem Angriff steckt offenbar eine Erpressung: Über das offizielle Blog(öffnet im neuen Fenster) erklärt Feedly, dass der Angreifer Geld von dem Unternehmen haben will, damit die Attacke gestoppt werde. Darauf wollen die Feedly-Macher aber nicht eingehen: "Wir haben abgelehnt, darauf einzugehen, und arbeiten mit unseren Netzwerkanbietern daran, die Auswirkungen des Angriffs so gut es geht abzumildern" , erklären sie. Gleichzeitig werde mit der Polizei und anderen Betroffenen zusammengearbeitet.
Auch der Notizdienst Evernote ist in der vergangenen Nacht Opfer eines DDoS-Angriffes geworden, laut dem Unternehmen(öffnet im neuen Fenster) wird aktuell an einer Lösung des Problems gearbeitet. Ob der Angreifer bei Evernote und Feedly identisch ist, ist unklar – die zeitliche Nähe der beiden Vorfälle legt das allerdings durchaus nahe. Es ist nicht bekannt, ob Evernote ebenfalls erpresst wird.
Eine DDoS-Attacke(öffnet im neuen Fenster) schickt übermäßig viele sinnlose Anfragen an einen Host, bis dieser die normalen Anfragen nur noch sehr langsam oder gar nicht mehr beantworten kann. Auf diese Weise können Internetseiten oder Webdienste wie Feedly lahmgelegt werden, ohne dass ein Hackerangriff auf das eigentliche System durchgeführt wird.
Evernote bereits wieder nutzbar
Wie lange es dauern wird, bis Feedly wieder erreichbar ist, ist unklar. Evernote ist teilweise wieder nutzbar, wir können zumindest mit unserem Redaktionskonto wieder darauf zugreifen.
Nachtrag vom 12. Juni 2014, 11:47 Uhr
Nach einem Ausfall von knapp 24 Stunden ist Feedly wieder erreichbar . Erfreulicherweise wurden die Feed-Daten weiterhin gesammelt, so dass keine Informationen verloren gegangen sind.