DDoS-Angriff: Belgischer Regierungs-ISP nach Uiguren-Debatte teils offline

Ein massiver DDoS-Angriff auf den ISP für staatliche Behörden und Institute in Belgien sorgte sogar für den Abbruch einer Parlamentsdebatte.

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Das belgische Parlament, hier bei einer früheren Ausschusssitzung, musste seine Arbeit wegen des DDoS-Angriffs abbrechen.
Das belgische Parlament, hier bei einer früheren Ausschusssitzung, musste seine Arbeit wegen des DDoS-Angriffs abbrechen. (Bild: HATIM KAGHAT/BELGA MAG/AFP via Getty Images)

Der belgische Internet-Provider Belnet hat am gestrigen Dienstag, dem 4. Mai 2021, einen massiven DDoS-Angriff abgewehrt. Davon betroffen waren Webseiten und Dienste zahlreicher belgischer Behörden und staatlicher Institutionen wie Schulen, Forschungseinrichtungen oder auch Ministerien. Belnet schreibt dazu, dass die Situation inzwischen zwar wieder stabil sei. Ebenso heißt es aber: "Wir bleiben wachsam, um neuen Versuchen entgegenzuwirken".

Der Provider arbeitet nach eigenen Angaben derzeit weiter mit betroffenen Kunden zusammen, um die Auswirkungen des DDoS-Angriffs zu bekämpfen. Erste Berichte zu dem DDoS-Angriff veröffentlichte Belnet am Dienstag gegen 12 Uhr. Die Situation war den Status-Updates des Providers zufolge erst gegen 17 Uhr wieder unter Kontrolle. Dazu habe das Team einige Gegenmaßnahme ergriffen, hieß es.

Von den Ausfällen betroffen waren laut der Nachrichtenagentur AP unter anderem die Büros der Staatsanwaltschaft in Brüssel oder auch Online-Dienste zur Vergabe von Terminen für Corona-Impfungen. Wie The Register berichtet waren auch die Webseiten einiger Ministerien in Belgien nicht mehr verfügbar. Noch am Mittwochmorgen waren einige offizielle Webseiten nicht verfügbar, darunter das Informationsportal der Hauptstadt Brüssel, wie die Brussels Times berichtet.

DDoS-Zeitpunkt zu Uiguren-Debatte

Das belgische Parlament musste mehrere Termine und Debatten verschieben, die für Dienstag angesetzt waren und wohl wegen der fehlenden Technikunterstützung nicht durchgeführt werden konnten. Dazu gehörte offenbar auch eine Debatte im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten über die Situation der Minderheit der Uiguren in China. Darauf weisen etwa die Journalistin Annabelle Timsit und der Politiker Wouter De Vriendt von den Grünen hin.

Auf Twitter schrieb De Vriendt: "Eine Überlebende der uigurischen Lager in China, Frau Qelbinur Sidiq, ging heute Nachmittag zum ersten Mal im Parlament an die Öffentlichkeit. Schlussfolgerungen zum Cyber-Angriff sind verfrüht. Es ist jedoch wichtig, diesen sensiblen Kontext zu identifizieren."

Ein tatsächliche Zuweisung des Ursprungs der Angriffe ist jedoch sehr schwierig. Darauf weist auch der Belnet-Director Dirk Haex in der Brussels Times hin. Laut Haex wäre es auch einfach verfrüht, sich dazu zu äußern. Dem flämischsprachigen öffentlichen Rundfunk Belgiens, VRT, sagte Haex darüber hinaus, dass es sich bei dem aktuellen DDoS-Angriff um den größten derartigen Vorgang in der Geschichte des ISPs gehandelte habe.

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