• IT-Karriere:
  • Services:

Day Z: So kämpfen Spielentwickler gegen Cheater

Mit Pseudo-Sicherheitslücken und Fake-Speicherleaks werden millionenschwere Hacker dazu gebracht, Zeit und Energie zu verschwenden: Mit solchen Tricks kämpfen die Entwickler von Day Z gegen Cheater.

Artikel veröffentlicht am ,
Day Z
Day Z (Bild: Bohemia Interactive)

Genau 44.007 Nutzerkonten von Day Z sind gesperrt - das sind rund 1,39 Prozent aller bislang verkauften Zugänge zum Zombie-Actionspiel von Bohemia Interactive. Es gibt erstaunlich viele Spieler, die bis zu 500 US-Dollar ausgeben, um mit ihren "Erfolgen" in Foren anzugeben oder um die Entwickler zu ärgern. Die Anbieter dieser Cheats wiederum verdienen prächtig: Kommerzielle Webseiten machen teils mehr als 100.000 US-Dollar im Monat, Einzeltäter kommen auf bis zu 40.000 US-Dollar pro Monat, engagierte Amateure schaffen teils bis zu 5.000 US-Dollar - allein mit Day Z.

Stellenmarkt
  1. Diehl Defence GmbH & Co. KG, Überlingen am Bodensee, Röthenbach an der Pegnitz / Metropolregion Nürnberg
  2. D. Lechner GmbH, Rothenburg ob der Tauber

Diese Zahlen hat Eugen Harton auf der GDC Europe 2015 vorgestellt. Der Associate Producer von Day Z beschäftigt sich intensiv mit der Szene und hilft seinen Kollegen im Kampf gegen die Cheater. Längst geht es nicht nur darum, möglichst alle bekannten Sicherheitslücken zu stopfen und erwischte Spieler zu sperren - auch Bohemia Interactive greift zu immer raffinierteren Tricks. So werden Cheater oft bewusst nicht gleich gesperrt, nachdem sie erwischt wurden. Sondern erst nach ein paar Tagen: Dann wissen zumindest einige der Betrüger nicht genau, wodurch sie aufgeflogen sind.

"Wir wollen die Cheater so stark wie möglich unter Druck setzen, indem wir Angst verbreiten und sie dazu bringen, so viel Zeit wie möglich zu verschwenden", sagt Eugen Harton. Wer Tage damit verbringe, eine Pseudo-Sicherheitslücke zu hacken, könne schließlich nicht gleichzeitig tatsächliche Bugs ausnutzen - deshalb legen die Entwickler immer wieder einige Tage lang falsche Fährten, um zumindest einige ihrer Gegner sinnlos zu beschäftigen.

Immer wieder würden die Entwickler laut Harton bewusst Teile von ihrem Quellcode verändern, so dass möglichst viele Cheat-Ersteller nicht genau wissen, wo sie mit Manipulationsversuchen ansetzen sollen. Dazu kommen natürlich auch weitere, etwas konventionellere Mittel: Verschlüsselung, eine Whitelist für DLL-Dateien, der Schutz von Reverse Engineering durch VM Protect sowie eine Sperre, durch die sich Day Z nicht ohne weiteres im Testmodus von Windows ausführen lässt, um so die Zertifikate zu umgehen.

Konventionelle Kampfmethoden

Golem Akademie
  1. Terraform mit AWS
    14./15. September 2021, online
  2. OpenShift Installation & Administration
    14.-16. Juni 2021, online
Weitere IT-Trainings

Allerdings: Auch Eugen Harton und seinem Team ist klar, dass diese Tricks den Cheatern und den Anbietern der Cheats das Handwerk wohl nie endgültig legen werden. Bohemia wolle vor allem dafür sorgen, dass möglichst wenig Betrüger auf den Servern unterwegs sind und den fair antretenden Spielern den Spaß verderben, so der Producer.

Dazu greife das Studio auch zu anderen Mitteln: Natürlich versuche man, Webseiten von kommerziellen Anbietern vom Netz nehmen zu lassen - so schwierig bis unmöglich das auch meist sei. Auch das zeitweise oder dauerhafte Bannen von Cheatern helfe enorm, den Aufwand bei den kommerziellen Anbietern in die Höhe zu treiben. Viele seien wegen der Maßnahmen von Bohemia tatsächlich deutlich vorsichtiger geworden.

Wer aufwendige Cheats kaufen wolle, müsse sich etwa mittlerweile bei vielen Anbietern im Skype-Gespräch persönlich vorstellen. Und gegebenenfalls auch mal seinen Ausweis in die Kamera halten - um zu beweisen, dass er nicht zum Entwicklerstudio gehört.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. gratis (bis 22.04.)
  2. (u. a. Day 1 Edition PS4/Xbox One für 29,99€, Day 1 Edition PC für 49,99€)
  3. 219,99€ (Release 7.05.)

xxsblack 05. Aug 2015

^ Das dürfte am Anfang der Veröffentlichung gewesen sein :) Ich schaue oftmals noch bei...

Icestorm 05. Aug 2015

Stimmt, so ein Entwickler hat natürlich keine Verwandte und ein nichtexistentes...

HubertHans 05. Aug 2015

Dann wird der Aimbot Bilderkennung und Analyse betreiben. Eine gewisse Intelligenz muss...

sh4itan 05. Aug 2015

So abwegig wie du vielleicht denken magst, ist das nicht mal. Denk mal etwas länger...

space invader 05. Aug 2015

ich habe zwar keine Ahnung vom Cheaten, bescheiße aber gerne beim Kartenspielen. Das...


Folgen Sie uns
       


Sprachsteuerung mit Apple Music im Vergleich

Eigentlich sollen smarte Lautsprecher den Musikkonsum auf Zuruf besonders bequem machen - aber das gelingt oftmals nicht. Überraschenderweise spielen Siri, Google Assistant und Alexa bei gleichen Sprachbefehlen andere Sachen, obwohl alle auf Apple Music zugreifen.

Sprachsteuerung mit Apple Music im Vergleich Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /