Dav1d: Netflix nutzt VLC-Decoder für AV1 in Android
In seiner Android-App streamt der Anbieter Netflix künftig auch Videos, die mit dem freien Codec AV1 erstellt wurden. Das gibt der Streaminganbieter in seinem Techblog bekannt(öffnet im neuen Fenster). Der freie Videocodec AV1 wird von der Alliance for Open Media (Aomedia) als Alternative zur patentbehafteten Konkurrenz HEVC alias H.265 erstellt. Netflix gehört neben Amazon und weiteren Unternehmen zu den Gründungsmitgliedern des Konsortiums.
Die Unterstützung für AV1 sei Teil der "fortwährenden Investition von Netflix in die Bereitstellung der effizientesten und qualitativ hochwertigsten Videostreams", wie das Unternehmen schreibt. Zuvor hat Netflix bereits den freien Codec VP9 eingesetzt, der auch bei Youtube zum Einsatz kommt.
Netflix habe das Ziel, AV1 auf allen Plattformen zu verteilen. Die starken Kompressionsfähigkeiten von AV1 seien außerdem passend für die Nutzung auf Mobilgeräten. Immerhin seien Mobilfunknetze teilweise unzuverlässig und die Netflix-Kunden haben oft Beschränkungen bei der Datennutzung im Mobilfunk. Netflix nutzt AV1 deshalb zunächst, wenn die Option "Daten sparen" in der App ausgewählt wird.
Zum Decoding der Videostreams setzt der Hersteller auf den freien Decoder Dav1d. Dieser wird im Videolan-Projekt entwickelt, das neben dem VLC-Player selbst viele weitere De- und Encoder erstellt und eng mit dem freien Videoprojekt FFmpeg kooperiert. Netflix unterstützt die Entwicklung von Dav1d und habe hier etwa das Decoding für 10-Bit-Farbtiefe optimiert. Die Nutzung von Dav1d bedeutet aber auch, dass Decoding auf der CPU durchgeführt wird, was sich negativ auf die Akkulaufzeit von Smartphones auswirkt.
Mobilgeräte mit Hardware-Decoder für AV1 könnten noch in diesem Jahr erscheinen, Fernsehgeräte damit wurden bereits vorgestellt ebenso wie SoCs für Set-Top-Boxen. Für das Encoding setzt Netflix auf das Projekt SVT-AV1, das gemeinsam mit Intel erstellt wird.
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