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Dauerhafte Umstellung: Unternehmen fördert Homeoffice mit Mietbeteiligung

Eine australische Firma will ihre Angestellten auch nach der Coronapandemie im Homeoffice behalten – und beteilgt sich an der Wohnungsmiete.
/ Manuel Bauer
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In Australien sollen viele Angestellte auch nach der Coronapandemie im Homeoffice bleiben. (Bild: BARBARA GINDL via Getty Images)
In Australien sollen viele Angestellte auch nach der Coronapandemie im Homeoffice bleiben. Bild: BARBARA GINDL via Getty Images

Der australische Krankenversicherer NIB hat seinen Betrieb im Zuge der Coronapandemie erfolgreich auf das Homeoffice-Modell umgestellt – und will es auch künftig dabei belassen. Wie Unternehmens-Chef Mark Fitzgibbon laut Redaktionsnetzwerk Deutschland(öffnet im neuen Fenster) gegenüber der Tageszeitung The Australian sagte, sollen die Angestellten des Unternehmens dauerhaft von zuhause aus arbeiten.

Im Gegenzug beteiligt sich das Unternehmen an den Mietkosten seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die erhalten pro Jahr einen Homeoffice-Bonus von 1.200 Australischen Dollar. Das entspricht rund 767 Euro und fällt damit relativ gering aus. Immerhin beschäftigt NIB Menschen in den teuren Metropolregionen Newcastle, Sydney und Melbourne.

Die Zufriedenheit und der Zuspruch der Angestellten sei dennoch groß. Laut Fitzgibbon gaben 79 Prozent der Belegschaft an, im Homeoffice produktiver und besser zu arbeiten. Zudem begrüßen viele den Wegfall des Arbeitsweges, der laut des Unternehmens-Chefs im Jahr für viele eine effektive Zeitersparnis von bis zu fünf Wochen bringe.

Homeoffice als Arbeitsmodell der Zukunft

Fitzgibbon sieht im Homeoffice das Arbeitsmodell der Zukunft, das auch zum Ende der Fünf-Tage-Woche beitragen könne. Die Räumlichkeiten der bislang genutzten Büros vermietet NIB zu 75 Prozent unter. Den übrigen Raum reserviert das Unternehmen für gelegentlich notwendige Vor-Ort-Meetings. Öfter als einmal pro Woche sollen Angestellte jedoch nichts ins Büro kommen müssen.

Die komplette Umstellung größerer Betriebe auf das Homeoffice gilt in Australien als umstritten. Der durch die Coronalockdowns beflügelte Trend sorgt für eine zunehmende Verwaisung der Innenstädte. Insbesondere Geschäfte, Cafés und Restaurants leiden unter dem Fernbleiben der Büroangestellten, die sonst zu einen großen Teil zu den Einnahmen beitrugen.

Andere Unternehmen sprechen sich deshalb klar gegen die dauerhafte Heimarbeit aus. So will die National Australia Bank etwa ihre Mitarbeiter schnellstmöglich wieder in den Büros haben, um die lokale Infrastruktur zu unterstützen. In Sydney wurden am 11. Oktober 2021 nach einem dreimonatigen Coronalockdown die Beschränkungen erstmals wieder gelockert.


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