• IT-Karriere:
  • Services:

Dauerbrenner: Bis dass der Tod uns ausloggt

Jedes Jahr erscheinen mehr Spiele als im Vorjahr. Trotzdem bleiben viele Gamer über Jahrzehnte hinweg technisch veralteten Onlinerollenspielen wie Tibia treu. Woher kommt die anhaltende Liebe für eine virtuelle Welt?

Artikel von Daniel Ziegener veröffentlicht am
Artwork von Tibia
Artwork von Tibia (Bild: Cipsoft)

Das Jahr 1997 ist lange her. Damals dominierte Sabrina Setlur die Charts, im Kino alberte Tom Gerhardt durch den Ballermann 6 und deutsche PC-Spieler freuten sich über den Fußballmanager Anstoss 2. An das meiste davon erinnert sich heute niemand mehr.

Inhalt:
  1. Dauerbrenner: Bis dass der Tod uns ausloggt
  2. Mein Haus, meine Gilde, mein Block
  3. Abschied von der virtuellen Eigentumswohnung

Im Dezember 2019 wurde beim Deutschen Entwicklerpreis zwischen allerlei Newcomern und Innovationen dennoch ein Spiel aus genau diesem Jahr prämiert: das Onlinerollenspiel Tibia. Das Spiel des Regensburger Studios Cipsoft wurde mit dem Sonderpreis als "Dauerbrenner" ausgezeichnet.

Nach fast einem Vierteljahrhundert laufen die Server von Tibia noch immer. Laut dem Hersteller sind monatlich eine knappe Viertelmillion User aktiv. "Wir haben sehr viele Spieler, die Tibia seit vielen Jahren treu sind", sagt Benjamin Zuckerer, einer der beiden Geschäftsführer von Cipsoft. "Manche spielen schon fast ihr ganzes Leben lang Tibia."

Ein Phänomen, das nicht nur dieses Spiel betrifft: Einige Onlinerollenspiele ziehen seit Jahrzehnten Spieler an, obwohl ihnen ihr fortgeschrittenes Alter durchaus anzusehen und anzumerken ist - wie etwa bei Tibias zweidimensionaler Pixelgrafik.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Hanau
  2. WBS GRUPPE, deutschlandweit (Home-Office)

Tibias Geschichte begann Mitte der 90er an der Universität Regensburg. Vier Studenten wollten den verbreiteten textbasierten Onlinerollenspielen eine grafische Oberfläche verpassen. "Damals gab es keine langfristige Perspektive", erzählt Stephan Vogler, einer dieser vier Studenten und der andere Geschäftsführer bei Cipsoft.

Tibia begann als Hobbyprojekt. "Bei der Entwicklung ging es vor allem darum, das Spiel überhaupt zum Laufen zu bringen", erinnert sich Vogler. "Online-Gaming steckte damals ja noch in den Kinderschuhen." Dass daraus eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte werden würde, hätten sie damals nicht absehen können.

Langlebigkeit auf einem schnelllebigen Markt

Onlinerollenspiele wie Tibia sind Ausnahmen in einem Markt, der von schnelllebigen Releasezyklen geprägt ist. Große Serien wie Fifa, Assassin's Creed oder Call of Duty erscheinen im Jahrestakt, um Spieler mit neuen Inhalten zu versorgen.

Selbst auf längerfristige Kundenbindung ausgelegte Live-Service-Games wie The Division und Destiny wurden bereits durch Sequels abgelöst. Eine echte Konkurrenz für deren direkten Vorläufer, das Massively-Multiplayer-Online-Rollenspiel, scheinen sie nicht zu sein.

World of Warcraft, das 2004 den Hype um das MMO losgetreten hat, ist mit mehr als einer Million monatlich aktiven Spielern weiterhin Marktführer in dieser Nische. Nicht alle halten so lange durch. Die Welten von Star Wars Galaxies, Warhammer Online oder City of Heroes wurden nach einigen Jahren wieder abgeschaltet. Aber viele Titel werden abseits großer Aufmerksamkeit erfolgreich weiterbetrieben. Selbst ältere Titel wie Ultima Online, Dark Age of Camelot oder Everquest werden bis heute gespielt - warum?

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Mein Haus, meine Gilde, mein Block 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 8,97€
  2. 23,99€
  3. 59,99€ (PC), 64,97€ (PS4), 69,99€ (Xbox One)

Hotohori 22. Feb 2020 / Themenstart

Die Idee mit dem Event, das die Spieler verbindet, gefällt mir. Zum einen ist es so recht...

Belgarion2001 22. Feb 2020 / Themenstart

Was der Artikel verschweigt: Das Spiel Tibia hat einen Großteil seiner Nutzer in Gegenden...

Liriel 21. Feb 2020 / Themenstart

Es ist eher Ultima grafik denn uo grafik. Ich spiel heute immernoch UO auch wenn auf...

Hotohori 21. Feb 2020 / Themenstart

Ich hatte bereits in Ragnarok Online Anfang 2001 die aller erste deutsche Gilde...

Proctrap 21. Feb 2020 / Themenstart

Jup, cs mit pay2win, nach wikipedia wars mal das Spiel mit den meisten einnahmen (vor...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Looking Glass Holo-Display angesehen (CES 2020)

Der Looking Glass 8K ist ein Monitor, der mittels Lichtfeldtechnologie 3D-Inhalte als Hologramm anzeigen kann. Golem.de hat sich das Display auf der CES 2020 genauer angeschaut.

Looking Glass Holo-Display angesehen (CES 2020) Video aufrufen
Coronavirus: Spiele statt Schule
Coronavirus
Spiele statt Schule

Wer wegen des Coronavirus mit Kindern zu Hause ist, braucht einen spannenden Zeitvertreib. Unser Autor - selbst Vater - findet: Computerspiele können ein sinnvolles Angebot sein. Vorausgesetzt, man wählt die richtigen.
Von Rainer Sigl

  1. China Bei Huawei füllen sich die Büros nach Corona wieder
  2. Schulunterrricht Datenschützer hält Skype-Nutzung für bedenklich
  3. Coronakrise Netzbetreiber dürfen Dienste und Zugänge drosseln

IT-Chefs aus Indien: Mehr als nur ein Klischee
IT-Chefs aus Indien
Mehr als nur ein Klischee

In den Vorstandsetagen großer Tech-Unternehmen sind Inder allgegenwärtig. Der Stereotyp des IT-Experten aus Südasien prägt die US-Popkultur. Doch hinter dem Erfolg indischstämmiger Digitalunternehmer steckt viel mehr.
Ein Bericht von Jörg Wimalasena

  1. Jobporträt Softwaretester "Ein gesunder Pessimismus hilft"
  2. Frauen in der IT Software-Entwicklung ist nicht nur Männersache
  3. Virtuelle Zusammenarbeit Wie Online-Meetings nicht zur Zeitverschwendung werden

Arduino: Diese Visitenkarte ist ein Super-Mario-Spielender-Würfel
Arduino
Diese Visitenkarte ist ein Super-Mario-Spielender-Würfel

Eine Visitenkarte aus Papier ist langweilig! Der Elektroniker Patrick Schlegel hat eine Platine als Karte - mit kreativen Funktionen.
Von Moritz Tremmel

  1. Thinktiny Mini-Spielekonsole sieht aus wie winziges Thinkpad

    •  /