Glasfasern schweißen bei Seegang

Die Glasfasern stecken in einem Kupferrohr, das als Stromkabel fungiert. Etwa alle 100 Kilometer wird in dem Kabel ein Repeater installiert, der die optischen Signale verstärkt. Wird die Ummantelung des Kabels, die aus Stahlseilen besteht, beschädigt und der elektrische Leiter kommt in Kontakt mit Meerwasser, kommt es zu einem Kurzschluss und zu einem Ausfall.

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Ist der Schaden geortet, wird meist ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug (Remotely Operated Vehicle, ROV) zum Kabel hinabgelassen. Das ROV hängt mit einem Kabel am Schiff und wird von dort ferngesteuert. Damit sucht die Crew nach dem beschädigten Kabel. Dafür zieht es dieses, falls nötig, aus dem Sand. Die Landestelle wird benachrichtigt, damit sie den Strom abschaltet, und das ROV schneidet das Kabel einige Meter von der Beschädigung entfernt durch.

Wer taucht - Mensch oder Roboter?

In geringeren Wassertiefen kommt eventuell kein ROV zum Einsatz, sondern Taucher steigen zu der Stelle ab. Bis zu einer Tiefe von etwa 50 Metern ist das relativ unproblematisch, Vorteil ist, dass ein Mensch die Arbeiten oft schneller erledigt.

Doch auch in größeren Tiefen kommen Menschen noch zum Einsatz. Dann sind ihre Flaschen nicht mit Druckluft, sondern mit Heliox gefüllt, einer Mischung aus Helium und Sauerstoff. Die Taucher operieren dann von einer Tauchglocke aus, die von einem Schiff oder einer Offshore-Plattform abgelassen wird. Solche Taucheinsätze dauern oft länger, weil die Taucher anschließend je nach Tauchtiefe mehrere Tage oder Wochen in einer Druckkammer zur Dekompression verbringen.

Das Unterseekabel wird an Bord des Schiffs gehievt

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Ist das Kabel durchtrennt, wird das Ende mit der Schadensstelle auf das Schiff gehievt. Was recht einfach und unkompliziert klingt, hängt von vielen Faktoren ab - wie die ganze Operation. So kann etwa Sturm und schwere See die Arbeit an Bord behindern oder gar unmöglich machen. Gerade in der Nordsee kommt das gar nicht so selten vor, so dass die Crew auf dem Schiff oft tagelang untätig bleibt. Das Kabel an Bord zu holen, ist zudem gefährlich: Das Kabel steht unter Spannung und kann reißen. Der Aufenthalt an Deck ist dann nicht erlaubt, um Verletzungen zu vermeiden.

Das beschädigte Kabel wird an Bord fein säuberlich geschnitten, aufgetrennt und die Glasfasern werden freigelegt, um sie reparieren zu können. Das ist kein ganz einfaches Unterfangen: Für dieses sogenannte Slicing bedarf es einer sauberen Umgebung. Unter Deck des Schiffs ist dafür eine Art Reinraum eingerichtet. Hier werden nun die haarfeinen Fasern mit einem neuen Kabelstück verschweißt.

Anschließend wird das andere Kabelende aus der Tiefe geholt und ebenfalls an das neu eingesetzte Kabelstück geschweißt. Die Schweißstellen werden noch einmal überprüft. Dafür sendet die Landestelle wieder ein Signal durch das Kabel. Kommt es an, ist der Schaden behoben. Das um das Einsatzstück verlängerte Kabel wird dann in einem S-Bogen wieder auf dem Meeresboden abgelegt - schön vorsichtig, damit kein neuer Schaden entsteht. Dann ist das Kabel wieder einsatzbereit.

Dass Unterseekabel kaputtgehen hat Tradition, ebenso, dass sie repariert werden: Das erste Transatlantik-Kabel, damals noch ein Telegrafenkabel, wurde 1858 zwischen Irland und Neufundland verlegt. Es war nach etwa drei Wochen unbrauchbar. 1865 wurde ein zweiter Versuch gestartet, ein Kabel zu verlegen, doch das Kabelende rutschte vom Verlegerschiff und ging verloren. 1866, mit dem dritten Kabel, wurde eine permanente transatlantische Verbindung geschaffen. Im gleichen Jahr gelang es auch, das verlorene Ende aus dem Jahr 1865 zu finden und das Kabel zu komplettieren.

Ein Schaden an einem Kabel heute ist je nach Wetter in wenigen Wochen behoben.

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