Datenübertragung: Wissenschaftler stellen mit neuer Glasfaser Rekord auf
Die Datenübertragung in Petabit-Geschwindigkeit rückt in greifbare Nähe. Forscher der Eindhoven University of Technology (TU/e) und der University of Central Florida (CREOL) haben mit Hilfe einer neuen Glasfaser nach eigenen Angaben einen Datenübertragungsrekord aufgestellt: Die Forscher schickten Daten mit einer Geschwindigkeit von 255 Terabit pro Sekunde durch das Kabel. Das sei 21 Mal so viel wie derzeit verfügbare Netzwerke mit 4 bis 8 Tbit/s erreichten, schreiben die Wissenschaftler in Nature Photonics(öffnet im neuen Fenster).
Die Technologie könnte das zunehmende Bandbreitenproblem lösen, das die wachsende Zahl an Onlinediensten und neue Datenzentren verursachen. Das Problem von Glasfaser ist, dass für eine Steigerung der Leitungskapazität meist das Signal verstärkt wird. Dadurch kommt es zu immer größeren Störeffekten.
Zwei zusätzliche orthogonale Dimensionen
Der neue Lichtleiter verfügt dagegen statt über nur einen über sieben Leiterkerne und überträgt Daten auf zwei zusätzlichen orthogonalen Dimensionen, so dass dreimal so viele Daten auf demselben Kern übertragen werden können. Damit erhöht sich die Kapazität um das 21-fache. Eine 1GB-Datei könnte so in 31.25 Mikrosekunden (0.03 Millisekunden) übertragen werden. Mit weniger als 200 Mikrometern Durchmesser benötigt das Glasfaserkabel kaum mehr Platz als bestehende Systeme. Die Entwicklung solcher Kabel war bislang zu kostspielig für den Massenmarkt.
"Mit diesen bemerkenswerten Ergebnissen könnten wir definitiv Petabit-Übertragungen herstellen, was die Zielvorgabe der Europäischen Kommission für 2020 ist", erklärte Dr. Chigo Okonkwo, Assistenzprofessor der TU/e-Forschungsgruppe Electro-Optical Communications (ECO).
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