Datentransfer: Forscher schicken 100 GBit/s per Lichtstrahl durch die Luft

Eine Datentransferrate von 100 GBit pro Sekunde ist noch nicht einmal bei Kupfer- oder Glasfaser-Kabeln üblich. Die Oxford University forscht aber bereits an einem Weg, dies per Lichtstrahl im Innenbereich zu ermöglichen. Besonders flexibel ist das System allerdings nicht.

Artikel veröffentlicht am ,
Forscher entwickeln eine schnelle Alternative für Kabel- und Funkverbindungen.
Forscher entwickeln eine schnelle Alternative für Kabel- und Funkverbindungen. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Das IEEE Spectrum berichtet über eine Datenübertragung mit hohen Datenraten mit einem Lichtstrahl. Die Oxford University forscht zusammen mit dem University College in London an der Möglichkeit. Die Technik soll als Alternative zum Kabel oder der Datenübertragung per Radiowellen entwickelt werden. Mehr als 100 GBit/s sind wohl sicher möglich - mit einem Potenzial bis hin zu 3 TBit/s. Das ist deutlich mehr, als sich der ambitionierte Endanwender im Heimbereich finanzieren kann. Hier liegt das bezahlbare Limit derzeit bei 10 GBit/s per Kupferkabel. Eine Glasfaser-Verkabelung scheitert derzeit vor allem an den zu teuren Transceivern und Switches. Zudem gibt es 10 GBit/s in Notebooks so gut wie gar nicht und müsste über Techniken wie Thunderbolt oder USB 3.1 realisiert werden.

System mit zunächst entscheidenden Nachteilen

Stellenmarkt
  1. IT-Mitarbeiter im First-Level-Support (m/w/d)
    UKM - Universitätsklinikum Düsseldorf Medical Services GmbH, Düsseldorf
  2. Datenbankadministrator (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, verschiedene Standorte
Detailsuche

Die Daten werden per Lichtstrahl an einen Empfänger gesendet. Das unterscheidet die Technik deutlich von Ansätzen, die Datenübertragungen etwa über LED-Lampen nutzen, um Daten ähnlich wie bei Wlan großflächig zu verteilen. Allerdings bietet auch die nun vorgestellte Technik die Möglichkeit einer gewissen Ausleuchtung. Mehr als 200 GBit/s über eine Distanz von 3 Metern sollen mit einem Field of View von 60 Grad erreicht werden können. Das reicht, um 6 unterschiedliche Wellenlängen à 37,4 GBit/s zu verwenden. Bei 36 Grad reduziert sich die nutzbare Anzahl an Bändern auf 3. Genutzt wird Infrarot-Licht mit einer Wellenlänge um 1.550 nm.

Problematisch ist die Notwendigkeit einer Sichtachse. Indirektes Licht ist nicht erlaubt. Außerdem muss im derzeitigen Forschungsstadium die Empfangseinheit an einem festen Ort stehen. Um überhaupt das Ziel zu treffen ist sogenanntes "Holographic Beam Steering" notwendig, um die Strahlen in die richtige Richtung zu lenken und beim Empfänger die unterschiedlichen Wellenlängen wieder zusammenzuführen.

Eines der nächsten Ziele ist allerdings die Entwicklung einer Objektlokalisierung, damit der Empfänger sich auch bewegen darf. Das wäre für Notebooks beispielsweise sinnvoll. Die Geräte sind in der Regel semistationär, während Tablets und Smartphones häufig sogar im Gehen verwendet werden.

Golem Akademie
  1. IT-Sicherheit für Webentwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.05.2022, Virtuell
  2. Informationssicherheit in der Automobilindustrie nach VDA-ISA und TISAX® mit Zertifikat: Zwei-Tage-Workshop
    19./20.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Da es sich um frühe Forschungsarbeiten handelt, ist eine kommerzielle Nutzung noch nicht abzusehen. Sollte die Entwicklung einer Objektverfolgung nicht gelingen, wäre der Einsatzzweck im Heimbereich ohnehin sehr eingeschränkt. Zudem muss auch erst einmal die Notwendigkeit solcher drahtloser Bandbreiten entstehen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


cx348 17. Feb 2015

Also ein einzelner farbiger Punkt, welcher sich nicht bewegt und auch (aufgrund der hohen...

Sarkastius 16. Feb 2015

Und jeder hat zu Hause einen Switch der Teaming unterstützt? Prinzipiell ok für direct...

/mecki78 16. Feb 2015

Bei 3 Meter Reichweite? Wohl kaum. Daten per Laser über weite Strecken übertragen...

Kaygeebee 15. Feb 2015

Klingt nach der alten Infrarotverbindung auf Steroiden. Früher haben wir mit IrDa auch...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Halbleiter & SMIC
Chip-Nachfrage für Smartphones und PC fällt "wie ein Stein"

Chinesische Kunden von SMIC haben volle Lager und ordern weniger Chips. Andere Halbleiter sollen den Einbruch auffangen.

Halbleiter & SMIC: Chip-Nachfrage für Smartphones und PC fällt wie ein Stein
Artikel
  1. Google: Russland will Youtube aus Selbstschutz nicht blockieren
    Google
    Russland will Youtube aus Selbstschutz nicht blockieren

    Die zahlreichen Drohungen der russischen Zensurbehörde zur Blockade von Youtube werden wohl nicht umgesetzt. Die Auswirkungen wären zu stark.

  2. Arclight Rumble: Wegen Warcraft Mobile sollte sich Blizzard selbst verklagen!
    Arclight Rumble
    Wegen Warcraft Mobile sollte sich Blizzard selbst verklagen!

    Golem.de hat es gespielt: Arclight Rumble entpuppt sich als gelungenes Mobile Game - aber wie ein echtes Warcraft fühlt es sich nicht an.
    Von Peter Steinlechner

  3. Biontech: Mainz kann 365-Euro-ÖPNV-Ticket dank Corona einführen
    Biontech
    Mainz kann 365-Euro-ÖPNV-Ticket dank Corona einführen

    In Mainz ist Biontech beheimatet, was die Steuereinnahmen explodieren lässt. Mit dem Geld wird nun ein 365-Euro-Jahresticket für Schüler und Azubis finanziert.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 jetzt bestellbar • Cyber Week: Bis zu 900€ Rabatt auf E-Bikes • MindStar (u. a. Intel Core i9 529€, MSI RTX 3060 Ti 609€) • Gigabyte Waterforce Mainboard günstig wie nie: 480,95€ • Razer Ornata V2 Gaming-Tastatur günstig wie nie: 54,99€ • AOC G3 Gaming-Monitor 34" 165 Hz günstig wie nie: 404€ [Werbung]
    •  /