Abo
  • Services:

Datenskandal: Facebook droht Höchststrafe von britischen Datenschützern

Nach dem Datenskandal um die Analysefirma Cambridge Analytica droht Facebook in Großbritannien ein Bußgeld. Doch die höchstmögliche Strafe dürfte das Unternehmen gut verschmerzen können.

Artikel veröffentlicht am ,
Dem sozialen Netzwerk droht in Großbritannien ein Bußgeld.
Dem sozialen Netzwerk droht in Großbritannien ein Bußgeld. (Bild: Jon Nazca/Reuters)

Der US-IT-Konzern Facebook soll für die unzulässige Verarbeitung von personenbezogenen Daten britischer Nutzer mit dem höchstmöglichen Bußgeld bestraft werden. Das teilte die britische Datenschutzbehörde ICO am Mittwoch nach einer mehrmonatigen Untersuchung mit. Das Bußgeld in Höhe von 500.000 Pfund (565.000 Euro) sei eine angemessene und begründete Strafe angesichts des Skandals um die Weitergabe von Daten an die britische Analysefirma Cambrigde Analytica, heißt es in der 22-seitigen Absichtserklärung (Notice of Intent). Bis kommende Woche will die britische Datenschutzbeauftragte Elizabeth Denham noch eine Stellungnahme des Unternehmens abwarten und dann entscheiden, ob die Strafe in dieser Höhe verhängt wird.

Stellenmarkt
  1. MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG, Wolfertschwenden Raum Memmingen
  2. Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Bad Homburg

Nach der im Mai 2018 in Kraft getretenen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) könnte die Strafe mit bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes deutlich höher ausfallen. Bei einem Jahresumsatz von 40 Milliarden US-Dollar könnte die Strafe bei Facebook bis zu 1,6 Milliarden Dollar betragen und wäre damit 2.400-mal so hoch.

Verstoß gegen zwei Datenschutzprinzipien

Dem Schreiben zufolge hat Facebook gegen zwei Datenschutzprinzipien des britischen Datenschutzgesetzes (Data Protection Act) von 1998 verstoßen. Dies betrifft zum einen die "faire und gesetzliche" Verarbeitung von Daten, zum anderen die Vorschrift, wonach unter anderem angemessene technische und organisatorische Maßnahmen gegen die unautorisierte und ungesetzliche Verarbeitung personenbezogener Daten getroffen werden müssen. Gegen beide Prinzipien habe Facebook verstoßen, indem dem britischen Forscher Alexander Kogan über eine App der Zugriff auf die Facebook-Profile der App-Nutzer sowie deren Facebook-Freunden gewährt worden sei.

Darüber hinaus habe das soziale Netzwerk nicht genügend Schritte unternommen, um beispielsweise die unzulässige Weitergabe der Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern zu verhindern. So habe Kogan gegen vier Punkte von Facebooks Plattform-Vorgaben verstoßen, ohne dass dies Konsequenzen gehabt habe. Laut Facebook sollen 1.040 Briten die App genutzt haben. Allerdings habe die App die Daten von mindestens einer Million britischer Facebook-Nutzer gesammelt.

Warnung vor neuen Analysetechniken

Die ICO untersucht in einer breiteren Studie (PDF) darüber hinaus das Zusammenwirken von politischen Parteien, Datenanalysefirmen und sozialen Netzwerken. Schon seit März 2017 beleuchtet die Datenschutzbehörde die Frage, ob personenbezogene Daten vor der Brexit-Abstimmung vom Juni 2016 missbräuchlich genutzt worden waren. In diesem Zusammenhang verschickte die Behörde inzwischen elf Warnungen an die Parteien, um sie zu einer Analyse ihrer Datenschutzpraktiken zu bewegen.

Die Datenschutzbeauftragte warnte in einer Pressemitteilung vor den Gefahren des Datenmissbrauchs. "Wir stehen an einem Scheideweg. Vertrauen und Zuversicht in die Integrität unserer demokratischen Prozesse drohen gestört zu werden, weil der normale Wähler wenig Ahnung davon hat, was hinter den Kulissen vor sich geht", sagte Denham und fügte hinzu: "Neue Techniken, die Datenanalysten zur gezielten Ansprache von Menschen nutzen, geben Kampagnengruppen die Möglichkeit, einzelne Wähler zu kontaktieren. Dies darf jedoch nicht zu Lasten von Transparenz, Fairness und Gesetzestreue gehen."



Anzeige
Top-Angebote
  1. 6,49€
  2. 219€ (Vergleichspreis 251€)
  3. 19,89€ inkl. Versand (Vergleichspreis ca. 30€)

Hotohori 11. Jul 2018 / Themenstart

Das zahlt der aus der Kaffeekasse.

coass 11. Jul 2018 / Themenstart

...eigentlich sollte die DSGVO für Unternehmen / Plattformen, deren Geschäftsmodell...

Tantalus 11. Jul 2018 / Themenstart

Und? Der Tagessatz wird aus dem Einkommen einer Person berechnet. Die Geldstrafen nach...

coass 11. Jul 2018 / Themenstart

Bis vor einigen Jahren war Parken ohne Parkschein in manchen Städten tatsächlich billiger...

ldlx 11. Jul 2018 / Themenstart

Dankeschön! (dass du für mich noch mal die Beiträge gewälzt hast, ich hab das auf die...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Cloudgaming mit dem Fire TV Stick ausprobiert

Wir streamen und spielen mit 60 fps mit dem Fire TV Stick.

Cloudgaming mit dem Fire TV Stick ausprobiert Video aufrufen
Krankenversicherung: Der Papierkrieg geht weiter
Krankenversicherung
Der Papierkrieg geht weiter

Die Krankenversicherung der Zukunft wird digital und direkt, aber eine tiefgreifende Disruption des Gesundheitswesens à la Amazon wird in Deutschland wohl ausbleiben. Die Beharrungskräfte sind zu groß.
Eine Analyse von Daniel Fallenstein

  1. Imagen Tech KI-System Osteodetect erkennt Knochenbrüche
  2. Medizintechnik Implantat wird per Ultraschall programmiert
  3. Telemedizin Neue Patienten für die Onlinepraxis

Automatisiertes Fahren: Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau
Automatisiertes Fahren
Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau

Der Staupilot im neuen Audi A8 soll der erste Schritt auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren sein. Doch die Verhandlungen darüber, was solche Autos können müssen, sind sehr kompliziert. Und die Tests stellen Audi vor große Herausforderungen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Nach tödlichem Unfall Uber entlässt 100 Testfahrer für autonome Autos
  2. Autonomes Fahren Daimler und Bosch testen fahrerlose Flotte im Silicon Valley
  3. Kooperationen vereinbart Deutschland setzt beim Auto der Zukunft auf China

Always Connected PCs im Test: Das kann Windows 10 on Snapdragon
Always Connected PCs im Test
Das kann Windows 10 on Snapdragon

Noch keine Konkurrenz für x86-Notebooks: Die Convertibles mit Snapdragon-Chip und Windows 10 on ARM sind flott, haben LTE integriert und eine extrem lange Akkulaufzeit. Der App- und der Treiber-Support ist im Alltag teils ein Manko, aber nur eins der bisherigen Geräte überzeugt uns.
Ein Test von Marc Sauter und Oliver Nickel

  1. Qualcomm "Wir entwickeln dediziertes Silizium für Laptops"
  2. Windows 10 on ARM Microsoft plant 64-Bit-Support ab Mai 2018
  3. Always Connected PCs Vielversprechender Windows-RT-Nachfolger mit Fragezeichen

    •  /