Datensicherheit: Sicherheitsforscher warnt vor Hintertüren in iOS

Undokumentierte Systemdienste in Apples Betriebssystem iOS sollen es Angreifern leicht machen, Nutzerdaten auszulesen. Auch Apple selbst kann laut einem Sicherheitsforscher alle Daten einsehen und weitergeben.

Artikel veröffentlicht am , Thorsten Schröder
Hintergrunddienste im iPhone geben Angreifern Zugang zu persönlichen Daten.
Hintergrunddienste im iPhone geben Angreifern Zugang zu persönlichen Daten. (Bild: Lintao Zhang/Getty Images)

Apples mobiles Betriebssystem kann ohne das Wissen der Nutzer zahlreiche persönliche Daten an Dritte weiterreichen. Er habe eine ganze Reihe an undokumentierten Systemdiensten gefunden, die von Behörden wie der NSA und anderen genutzt werden könnten, um Nutzerdaten auszulesen, warnte der auf iOS spezialisierte Sicherheitsforscher Jonathan Zdziarski auf der Hacker-Konferenz HOPE (Hackers on Planet Earth) in New York.

Stellenmarkt
  1. Sachbearbeiterin / Sachbearbeiter (w/m/d) für die KRITIS-Branche Elektrizität
    Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Bonn
  2. Product Owner (m/w/d) Digitale Plattform - Business Processes
    EPLAN GmbH & Co. KG, Langenfeld
Detailsuche

In seiner Präsentation wies der Hacker auf mehrere Systemdienste hin, die im Hintergrund von iOS liefen, aber weder Drittentwicklern noch Apples eigenen Mitarbeitern dienten. Andere Dienste seien zwar in erster Linie für Administratoren in Unternehmen, könnten aber auch für nicht autorisierte Zwecke genutzt werden. "Ein Großteil dieser Daten sollte das iPhone niemals verlassen, nicht einmal im Rahmen eines Backups", sagte Zdziarski. Für den Zugriff auf die Dienste ist das einmalige Pairing mit einem PC notwendig.

Daten wie Kontakte und Sprachnachrichten zugänglich

Einer der Dienste, com.apple.pcapd, sammelt laut Zdziarski Datenpakete im HTTP-Standard, die via libpcap ausgetauscht werden. Der Dienst sei automatisch auf jedem iOS-Gerät aktiv und könne per WLAN ohne Wissen der Nutzer ausgespäht werden, sagte Zdziarski.

Der Hacker kritisierte auch den Hintergrunddienst com.apple.mobile.file_relay, der seit iOS 2 Bestandteil des Betriebssystems ist. Der Dienst umgehe die iOS-eigene Verschlüsselung vollständig und lege so einen "ganzen Schatz an wertvollen Daten" frei. Betroffen seien unter anderem das Adressbuch, CoreLocation logs, Clipboard, Notizen und Sprachnachrichten. Hacker könnten sich mit Hilfe des Dienstes sogar Zugang zu sämtlicher Kommunikation auf Twitter verschaffen, sagte Zdziarski. Weder iTunes noch Xcode nutzten den Dienst, und die Daten seien zu "roh", um Mitarbeitern von Apples Genius Bar nützlich zu sein.

Hintergrunddienste werden von Herstellern genutzt

Golem Akademie
  1. ITIL 4® Foundation: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    24.–25. Januar 2022, virtuell
  2. Netzwerktechnik Kompaktkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    17.–21. Januar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Auch Apples Hintergrunddienste, die hauptsächlich von Unternehmen genutzt werden, um spezielle Einstellungen vorzunehmen, können Angreifern laut Zdziarski die Möglichkeit geben, Spyware auf das Gerät zu laden, indem sie die Software als Sicherheitszertifikat tarnten. Er selbst habe eine entsprechende Spyware programmiert, der Konzern habe die Sicherheitslücke aber inzwischen geschlossen und erlaube es Anwendungen nicht mehr, direkte Socket-Verbindungen zum Gerät herzustellen.

Einige Hersteller von kriminaltechnischen Geräten wie Cellebrite und Elcomsoft hätten sich die Hintergrunddienste bereits zunutze gemacht. Behörden in den USA nutzten deren Geräte, um Verdächtige zu überwachen. Abgesehen von diesen Sicherheitslücken sei das Sicherheitsniveau von Apples Betriebssystem hingegen "großartig", versicherte Zdziarski. Apple arbeite hart daran, iPhones und iPads gegen die üblichen Angreifer abzuschirmen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Niaxa 22. Jul 2014

Naja die Präsi sollte dennoch wenig jucken. Und "könnte, wenn sie wollen" ist so viel...

Anonymer Nutzer 22. Jul 2014

Apple hat ein paar größere Regierungsaufträge. Da waren evtl. ein paar Bedingungen dran...

Himmerlarschund... 22. Jul 2014

Andersrum wäre mir trotzdem irgendwie noch unwohler... Was nicht heißt, dass ich gerne...

Himmerlarschund... 22. Jul 2014

Lies mal mehr als die Überschrift. Im Artikel geht es nicht darum, DASS es Hintertüren...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Treibstoffe
E-Fuels-Produktion in der Praxis

Über E-Fuels, also aus Ökostrom hergestellte Kraftstoffe, wird viel diskutiert. Real produziert werden sie bislang kaum.
Von Hanno Böck

Treibstoffe: E-Fuels-Produktion in der Praxis
Artikel
  1. Klimaschutz: Verbrennerkauf - warum der Verkehrsminister Recht hat
    Klimaschutz
    Verbrennerkauf - warum der Verkehrsminister Recht hat

    Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) warnt vor dem Kauf neuer Autos mit Verbrennungsmotor, weil fossile Brennstoffe keine Lösung sind - auch nicht als E-Fuels.
    Ein IMHO von Andreas Donath

  2. VR/AR: Apple stößt bei seiner Brille wohl auf massive Probleme
    VR/AR
    Apple stößt bei seiner Brille wohl auf massive Probleme

    Das VR-AR-Brillen-Projekt von Apple soll in Schwierigkeiten stecken. Die Prototypen überhitzen, was den Marktstart 2022 gefährdet.

  3. Elektromobilität: Renault will ab 2030 in Europa nur noch E-Autos anbieten
    Elektromobilität
    Renault will ab 2030 in Europa nur noch E-Autos anbieten

    Renault will bis 2030 den Umstieg zum reinen Elektroauto-Anbieter schaffen. Ein kleines Schlupfloch gibt es nur für Dacia.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (u.a. Samsung 980 1TB 95€, AMD Ryzen 9 5900X 489€ u. be quiet! Dark Rock Pro 4 59€) • Alternate: Weekend-Deals • Gainward RTX 3080 12GB 1.599€ • Saturn Hits (u.a. LG OLED 55" 120 Hz 999€) • 3 für 2: Marvel & Star Wars • Alternate (u. a. EPOS Sennheiser GSP 370 126,89€) [Werbung]
    •  /