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Datensicherheit: Ohne Wolken kein Cloud Computing

Bei Sonnenschein und steigenden Temperaturen sind die Daten in der Cloud akut gefährdet. Moderne Cloud-Zentren werden deswegen in Regionen verlegt, die übermäßig schlechtes Wetter und wenig Tageslicht haben.
/ Jörg Thoma , Andreas Sebayang
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Keine Cloud am Himmel (Bild: Doug Pensinger/Getty Images)
Keine Cloud am Himmel Bild: Doug Pensinger/Getty Images

Egal ob iCloud, Office 366 oder die Bundescloud, es gilt: ohne Wolken kein Cloud-Computing. Dort wo der Himmel sich azurblau präsentiert und die Temperaturen steigen, sind Cloud-Daten akut gefährdet. Cloud-Anbieter reagieren bereits und verlegen ihre Aktivitäten in kühle und bewölkte Regionen. Länder wie Island könnten wegen ihres Klimas in Zukunft zu IT-Zentren aufsteigen. Städte und Gemeinden mit notorisch schlechtem Wetter, etwa Paderborn(öffnet im neuen Fenster) oder das oft wolkenverhangene London könnten, ebenfalls davon profitieren.

Für jeweils ein halbes Jahr pro Halbkugel tun sich Anbieter also ziemlich schwer, Cloud-Daten sicher zu speichern. In Ländern mit vorhersehbarer Regenzeit sind die Probleme bei weitem nicht so akut, denn dann lassen sich in den sonnigen Monaten die Daten ohne weiteres rechtzeitig in wolkenreiche Gebiete auslagern.

Schlechte Wettervorhersagen gefährden Datensicherheit

In Ländern nördlich des Wendekreises müssen Cloud-Anbieter bei wolkenlosem Himmel gegenwärtig spontan reagieren und Daten kurzfristig an einen sicheren Ort verschieben. Vorhersagen über mehr als eine Woche hinaus können nicht zuverlässig gemacht werden.

Auf der Südhalbkugel sind die Wetterkapriolen aufgrund des globalen Klimawandels aus Sicht der Cloud-Betreiber ein Segen. Deshalb verlagern zahlreiche Betreiber ihre Clouds gerade in diese Regionen. Optimale Bedingungen für Cloud-Computing herrschen auf den subantarktischen Inseln. Praktischerweise können dabei auch Antarktis-Stützpunkte mit Fernwärme beliefert werden, die übrigens gleich neben den Glasfaserkabeln dorthin verlegt wurde. Denn Polarforscher brauchen nicht nur übermäßig Wärme, sondern vor allem einen schnellen Zugang zu sozialen Netzen.

Cloud-Zentren in subarktischen Ländern

Facebook und Google haben bereits auf das Wetterproblem beim Cloud Computing reagiert und setzen um, was andere nur als mögliche Pläne in der Schublade haben. Ihre Cloud-Zentren liegen in fast arktischen Regionen. Facebook hat sich beispielsweise in Luleå in Schweden festgesetzt und Google im finnischen Hamina . Datensichernde Wolken sind dort ebenso reichlich vorhanden wie Schnee zum Kühlen. Grönland und Island haben bereits Pläne vorgelegt, mit denen sie Cloud-Anbieter anlocken wollen.

Auch die Bundesregierung hat bereits auf das Cloud-Problem reagiert. An einer Infrastruktur, die für Daten sichere, also wolkenreiche Rechenzentren ermittelt und sie dorthin zeitnah verschiebt, wird unter dem Vorwand des Umweltschutzes bereits gearbeitet(öffnet im neuen Fenster) .

Wie schwer sich Cloud-Anbieter bei strahlendem Sonnenschein tun, zeigte sich bereits auf der Cebit in Hannover: Cloud Computing kam erst auf der Cebit 2012 in die Gänge, denn 2010 gab es nur an einem Tag ausreichend Wolken über Hannover. 2011 gab es immerhin doppelt so viele wolkige Tage, teils sogar mit Schneefall. Aber erst an den überwiegend bewölkten Messetagen 2012 konnten die Cloud-Anbieter ihr volles Potenzial zeigen.


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