Datensicherheit: Houseparty-Betreiber bietet Millionenbelohnung
Die seit Mitte 2019 vollständig zu Epic Games gehörende Firma Life on Air wehrt sich vehement gegen Vorwürfe, dass die Datensicherheit der Video- und Unterhaltungs-App Houseparty kompromittiert und die Nutzerdaten nicht mehr sicher seien.
Auf Twitter schreibt der Anbieter(öffnet im neuen Fenster) : "Wir untersuchen Hinweise, dass die jüngsten Hacking-Gerüchte durch eine bezahlte kommerzielle Rufmordkampagne verbreitet wurden, um Houseparty Schaden zuzufügen."
Life on Air bietet der ersten Person, die Belege für eine solche Kampagne vorlegt, eine Belohnung von einer Million US-Dollar.
Houseparty ist als App für Android, iOS und MacOS sowie im Browser über Chrome verfügbar. Seit den Ausgangsbeschränkungen in vielen Ländern ist die kostenlos verfügbare Anwendung enorm beliebt. Sie erlaubt besonders unkomplizierte Videokonferenzen für bis zu acht Teilnehmer gleichzeitig.
Allerdings geht es dabei weniger um ernsthafte Konferenzen, sondern um Spaß – eben um Hauspartys. Die Anwender können gemeinsam Montagsmaler, Wer bin ich? und Ähnliches spielen.
Seit einigen Tagen gibt es Gerüchte, dass die Datensicherheit in Houseparty nicht gewährleistet ist. Ein Stück weit ist dafür wohl auch die App nicht ganz unschuldig: Bei der Einrichtung fragt sie am Stück eine sicherheitsrelevante Einstellung nach der anderen ab.
Sie will nach Zugriff auf die Kontakte und den Standort, will mit Facebook verknüpft werden, bittet dann um Erlaubnis für den Zugriff auf die Kamera und das Mikrofon – und Benachrichtigungen möchte sie auch senden können. Vor allem die Freigabe für Kamera und Mikrofon ist bei einer solchen Anwendung natürlich nicht vermeidbar, aber unerfahrene Nutzer könnten die Abfragen durchaus verunsichert haben.
Das alles weckt Misstrauen. Seit einigen Tagen machen auf Facebook und Twitter Warnungen vor Lücken bei der Datensicherheit die Runde, teils als Kettenbrief. Darin ist zu lesen, dass die App möglichst schnell deinstalliert werden solle, und dass über Houseparty etwa Dienste wie Netflix oder das Bankkonto gehackt würden.
Zumindest bislang gibt es aber keine Hinweise auf ernsthafte Lücken bei der Datensicherheit. Sicherheitsexperten wie Lukas Stefanko von ESET(öffnet im neuen Fenster) halten die App bei gegenwärtigem Wissensstand für sicher.

Derzeit hat Houseparty zwar – vermutlich wegen des großen Ansturms – immer wieder mit kleineren technischen Problemen und Verzögerungen zu kämpfen, die sind aber meist recht schnell wieder behoben. Größere Schwierigkeiten gibt es offenbar nicht.
Anwender müssen bei Houseparty ein eigenes Nutzerkonto anlegen – eine Anmeldung mit dem Konto von Epic Games (Fortnite) ist nicht möglich. Laut Life on Air werden keine Nutzerdaten mit anderen Diensten geteilt. Houseparty finanziert sich über In-App-Käufe.
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