Abo
  • Services:
Anzeige
Bundesdatenschützer Peter Schaar
Bundesdatenschützer Peter Schaar (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Datenschutzbeauftragter: "Falsches Spiel mit Vorratsdatenspeicherung"

Bundesdatenschützer Peter Schaar
Bundesdatenschützer Peter Schaar (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Peter Schaar, der Bundesbeauftrage für den Datenschutz, hat in seinem Blog die aktuelle Diskussion über die Vorratsdatenspeicherung kritisiert. Die Mehrzahl von Straftaten, die durch Verbindungsdaten aufgeklärt werden können, brauche diese Form der Speicherung gar nicht, meint Schaar.

In einem ausführlichen Blogeintrag hat Peter Schaar, der Bundesbeauftrage für den Datenschutz, zu mehr Sachlichkeit bei der Diskussion über die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung aufgerufen. Gerade bei Meldungen über Verbrechen, die durch Ermittlung von Verbindungsdaten wie denen von Telefonaten oder SMS-Austausch aufgeklärt werden konnten, werde oft ein falsches Bild vermittelt.

Anzeige

Anlass für Schaars Kritik war ein Mordfall, über den die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet hatte. Zwei Personen hatten sich dabei zu einem Mord verabredet, und zwar per Handy mittels Anrufen und SMS. Das geschah im Jahr 2009, als noch Daten auf Vorrat gespeichert wurden und bevor das Verfassungsgericht dies untersagte.

In dem Artikel wird ein Kriminalbeamter mit den Worten zitiert: "Wir hätten diesen Fall heute nicht mehr gelöst", weil die Verbindungsdaten fehlen würden. Das, so Peter Schaar, stimme aber in diesem Fall eben nicht: Der Verdächtige und später verurteilte Mörder sei bereits 16 Tage nach der Tat gefasst worden. Zu diesem Zeitpunkt, so der Datenschutzbeauftragte, hätte es aber noch genügend ohnehin beim Provider erhobene Verbindungsdaten gegeben - auch ohne Vorratsdatenspeicherung.

Schaar zufolge bleiben vor allem bei Verbindungen zwischen verschiedenen Providern - im vorliegenden Fall waren drei Unternehmen in Deutschland, der Türkei und Großbritannien beteiligt - bis zu sechs Monate gespeichert. Schaar zitiert dazu auch eine Studie der EU-Kommission, der zufolge 70 Prozent der von Strafverfolgern angeforderten Daten nicht älter als drei Monate sind.

Dass gerade von den Behörden immer wieder nach der Vorratsdatenspeicherung gerufen wird, sei inzwischen zu einem "Reflex mutiert", so Schaar. Eine andere Erklärung sei nur, dass vielleicht viele Strafverfolger gar nicht wüssten, so der Datenschutzbeauftragte weiter, dass Verbindungsdaten "nicht zwingend unmittelbar nach dem jeweiligen Verbindungsende verschwunden sind".


eye home zur Startseite
Wageslave 19. Feb 2013

Psst. gibt es schon *hektisch umschaut* Nennt sich BIELEFELD! ;)

quantummongo 19. Feb 2013

Solche Erkenntnisse hört man selten aus Richtung unseres Staates... mal schauen wie lange...

Freiheit 19. Feb 2013

Exakt! Rechtswidrige Zugriffe sind dann "Datenpannen" oder Lecks, "hups..."...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. TAP.DE Solutions GmbH, München
  2. DIEBOLD NIXDORF, Paderborn
  3. Dataport, Hamburg, Bremen
  4. Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Bad Homburg


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Hobbit Trilogie Blu-ray 43,89€ und Batman Dark Knight Trilogy Blu-ray 17,99€)
  2. 24,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Facebook

    Nutzer sollen Vertrauenswürdigkeit von Newsquellen bewerten

  2. Notebook-Grafik

    Nvidia hat eine Geforce GTX 1050 (Ti) mit Max-Q

  3. Gemini Lake

    Asrock und Gigabyte bringen Atom-Boards

  4. Eni HPC4

    Italienischer Supercomputer weltweit einer der schnellsten

  5. US-Wahl 2016

    Twitter findet weitere russische Manipulationskonten

  6. Die Woche im Video

    Das muss doch einfach schneller gehen!

  7. Breko

    Waipu TV gibt es jetzt für alle Netzbetreiber

  8. Magento

    Kreditkartendaten von bis zu 40.000 Oneplus-Käufern kopiert

  9. Games

    US-Spielemarkt wächst 2017 zweistellig

  10. Boeing und SpaceX

    ISS bald ohne US-Astronauten?



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
EU-Urheberrechtsreform: Abmahnungen treffen "nur die Dummen"
EU-Urheberrechtsreform
Abmahnungen treffen "nur die Dummen"
  1. Leistungsschutzrecht EU-Kommission hält kritische Studie zurück
  2. Leistungsschutzrecht EU-Staaten uneins bei Urheberrechtsreform

Security: Das Jahr, in dem die Firmware brach
Security
Das Jahr, in dem die Firmware brach
  1. Wallet Programmierbare Kreditkarte mit ePaper, Akku und Mobilfunk
  2. Fehlalarm Falsche Raketenwarnung verunsichert Hawaii
  3. Asynchronous Ratcheting Tree Facebook demonstriert sicheren Gruppenchat für Apps

Computerforschung: Quantencomputer aus Silizium werden realistisch
Computerforschung
Quantencomputer aus Silizium werden realistisch
  1. Tangle Lake Intel zeigt 49-Qubit-Chip
  2. Die Woche im Video Alles kaputt
  3. Q# und QDK Microsoft veröffentlicht Entwicklungskit für Quantenrechner

  1. Re: Die Anforderungen sind zu streng und zu hoch

    Vögelchen | 16:05

  2. 1.5 Liter Dreizylinder Benzinmotor

    M.P. | 15:59

  3. Re: Wer von den 90 % nutzt denn Gmail wirklich aktiv?

    JouMxyzptlk | 15:53

  4. Re: Warum immer solche Namen?

    ms (Golem.de) | 15:48

  5. Re: DOW Jones +30% in nur einem Jahr

    Mingfu | 15:38


  1. 14:35

  2. 14:00

  3. 13:30

  4. 12:57

  5. 12:26

  6. 09:02

  7. 18:53

  8. 17:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel