Datenschutzaufsicht: VG-Wort-Zählpixel ist "datenschutzrechtlich unbedenklich"

Akademie.de nannte die Zählpixel der VG Wort, mit denen die Klicks auf Artikel in Onlinemedien gezählt werden, "Wanzen" und warnte vor ihrem Einsatz. Doch das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht sieht das anders.

Artikel veröffentlicht am ,
Datenschutzaufsicht: VG-Wort-Zählpixel ist "datenschutzrechtlich unbedenklich"
(Bild: Screenshot Golem.de)

Die Nutzung des Zählpixels der VG Wort auf Webseiten verstößt nicht gegen geltendes Datenschutzrecht. Das gab die Verwertungsgesellschaft am 5. Dezember 2013 unter Berufung auf das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht bekannt (PDF). Akademie.de, ein Onlinemagazin und E-Learning-Anbieter, hatte Mitte Oktober erklärt, dass das Metis-System "gleich mehrfach" gegen Datenschutzrecht verstößt und sich dabei auf eine Antwort des Berliner Landesdatenschützers bezogen. Mit dem Meldesystem für Texte auf Internetseiten (Metis) ist es möglich, Tantiemen für Texte im Internet an Autoren und Verlage auszuschütten.

Eine Sprecherin der VG Wort erklärte Golem.de: "Wir wissen auch nicht, ob von dem Berliner Beauftragten ein formeller, schriftlicher Bescheid erging oder nicht. Uns wurde auch nicht bekanntgegeben, auf welcher Tatsachenbasis die zitierte Einschätzung getroffen wurde."

Der Berliner Datenschützer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Akademie.de-Geschäftsführer Dietrich von Hase hatte behauptet, dass "die von den VG-Wort-Zählwanzen erfassten personenbezogenen Metadaten der WWW-Leser zunächst mit voller IP-Nummer, einem Zwei-Jahres-Langzeit-Cookie der VG Wort, der Linkinformation über den gerade gelesenen Text und weiteren Angaben offen durchs Netz an den VG-Wort-Zählserver geschickt" würden.

Das Ergebnis der Prüfung der Münchner Datenschützer ergab jedoch laut VG Wort, "dass das Metis-System, so wie es derzeit eingesetzt wird, datenschutzrechtlich unbedenklich ist. Das VG-Wort-Verfahren stellt sicher, dass einzelne Nutzer oder deren Leseverhalten nicht ermittelbar sind, wenn die Anzahl der Textaufrufe gezählt wird, da alle erfassten Daten sofort sicher verschlüsselt werden. Damit erhebt die VG Wort mit den Zählpixeln keine personenbezogenen Daten." Der Verwertungsgesellschaft ginge es nach eigenen Angaben auch nur darum, für online veröffentlichte Texte die Verteilung der gesetzlichen Vergütung für Urheber und Verlage sicherzustellen. Die Zählpixel dienen dabei nur als eine Art elektronische Strichliste zur Ermittlung der Kopierwahrscheinlichkeit. Die Verlage müssten kein Opt-out-Verfahren für die Nutzer anbieten. Ein allgemeiner Hinweis auf die Metis-Zählpixel in der Datenschutzerklärung der Website sei ausreichend.

Nachtrag vom 6. Dezember 2013, 18:04 Uhr

Der Berliner Landesdatenschützer Alexander Dix sagte Golem.de: "Wir hatten Kontakt mit Akademie.de, sind aber unrichtig beziehungsweise unvollständig zitiert worden. Wir haben das Zählpixel datenschutzrechtlich als problematisch bezeichnet, aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dies letztlich nur vom bayerischen Landesamt für Datenschutz zu beurteilen ist."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


TuX12 15. Jan 2014

Ein nicht externer Zählpixel ist sinnlos. Da kann ich auch gleich direkt am Server die...

Anonymer Nutzer 30. Dez 2013

Ich brauch kein Ghostery. Request Policy und schon gibt es keinerlei Verbindungsaufbau...

Anonymer Nutzer 30. Dez 2013

Und warum lässt du es zu?

Anonymer Nutzer 30. Dez 2013

Den Pixel können die sich an die Backe kleben. Bei mir wird nix gezählt! xD



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Truppenversuch
Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter

Beim Truppenversuch der modifizierten Hololens 2 für die US-Armee hat sich herausgestellt, dass die Soldaten an Kampfkraft einbüßen und die Brillen ablehnen.

Truppenversuch: Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter
Artikel
  1. Morgan Stanley: Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter
    Morgan Stanley
    Bank reicht Whatsapp-Millionen-Strafe an Angestellte weiter

    Wegen der Nutzung von Whatsapp hatten Finanzregulatoren 2022 mehrere Banken mit hohen Strafen belegt.

  2. Nutzertest: Deutsche Glasfaser erreicht 1 GBit/s nicht ganz
    Nutzertest
    Deutsche Glasfaser erreicht 1 GBit/s nicht ganz

    Ein Kunde hat seine Hardware aufgerüstet, dennoch bekommt er statt 1 GBit/s nur 950 MBit/s im Download. Deutsche Glasfaser forscht nach.

  3. Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz: Fünf All-in-One-Messenger im Vergleichstest
    Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz
    Fünf All-in-One-Messenger im Vergleichstest

    Ständiges Wechseln zwischen Messenger-Apps ist lästig. All-in-One-Messenger versprechen, dieses Problem zu lösen. Wir haben fünf von ihnen getestet und große Unterschiede bei Bedienbarkeit und Datenschutz festgestellt.
    Ein Test von Leo Dessani

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • XFX RX 7900 XTX 1.199€ • WSV bei MM • Razer Viper V2 Pro 119,99€ • MindStar: XFX RX 6950 XT 799€, MSI RTX 4090 1.889€ • Epos Sennheiser Game One -55% • RAM/Graka-Preisrutsch • Razer Gaming-Stuhl -41% • 3D-Drucker 249€ • Kingston SSD 1TB 49€ • Asus RTX 4080 1.399€[Werbung]
    •  /