Datenschutz: Zoom entfernt Facebook-Tracker aus iOS-App

Von der Datenübermittlung an Facebook will der Hersteller der Videokonferenz-Software Zoom nichts gewusst haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Jetzt ohne Facebook-Tracker: Zoom unter iOS
Jetzt ohne Facebook-Tracker: Zoom unter iOS (Bild: Zoom)

Nach Medienberichten zu Datenschutzproblemen bei der Videokonferenzsoftware Zoom hat der gleichnamige Hersteller mit einem Update der iOS-App reagiert. Diese sendet nun keine Daten mehr heimlich an Facebook. Das Problem sei durch die Funktion "Anmelden mit Facebook" entstanden, die Zoom mit Hilfe des Facebook SDK für iOS (Software Development Kit) implementiert habe, erklärt Zoom in einem Blogeintrag.

"Am 25. März wurden wir jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass das Facebook SDK Geräteinformationen sammelt", schreibt Zoom. Davon will das Unternehmen bis dahin nichts gewusst haben. Da das Weiterleiten von Geräteinformationen für die Bereitstellung der Zoom-Dienste nicht erforderlich sei, seien diese nun entfernt worden, teilt der Hersteller der Videokonferenzsoftware mit.

Zoom betont, dass "keine Informationen und Aktivitäten im Zusammenhang mit Besprechungen wie Teilnehmer, Namen, Notizen" gesammelt worden seien. Vielmehr seien Informationen über Geräte wie das Modell, das Betriebssystem, die Bildschirmgröße oder den Speicher übermittelt worden. Zudem wurden jedes Öffnen der App sowie die gerätespezifische Werbe-ID an Facebook übermittelt. Sind Trackingdienste wie Facebook in mehrere Apps integriert, die ein Nutzer verwendet, können die jeweils gesammelten Daten über die Werbe-ID zusammengeführt werden. Auf diese Weise lässt sich die Zoom-Nutzung beispielsweise mit Krankheiten, Reiseverhalten, Dating und vielem mehr einer Person verbinden.

Weitere Datenschutzprobleme

Auf die Kritik des Sicherheitsforschers Mike Kuketz, der in einer Kurzanalyse etliche Trackingdienste in der Webversion von Zoom entdeckte, ging der Hersteller nicht ein. Unter anderem wurde die E-Mail-Adresse seines Testaccounts an Wootric übermittelt. Die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) kritisiert zudem mehrere Funktionen des Zoom-Dienstes. So könnten Administratoren oder Vorgesetzte die Aufmerksamkeit von Zoom-Nutzern in einer Konferenz tracken: Diese können sich benachrichtigen lassen, wenn das Zoom-Fenster 30 Sekunden lang nicht im Fokus war, beispielsweise weil ein anderes Programm wie ein Browser verwendet wird. Zudem sehen Administratoren detailliert Informationen über die verwendeten Geräte und können Konferenzen ungefragt beitreten.

Noch schlimmer war jedoch eine Sicherheitslücke im vergangenen Jahr, mit der Angreifer auf Millionen Webcams von Mac-Nutzern zugreifen konnten. Dies war sogar möglich, wenn Zoom-Nutzer die Software deinstalliert hatten, da Zoom einen undokumentierten, lokalen Webserver auf den Mac-Rechnern einrichtete, der auch nach Deinstallation der Zoom-Anwendung auf dem Mac verblieb. Besuchte ein Nutzer eine präparierte Webseite, konnte diese Befehle an den lokalen Server übergeben und den Nutzer ohne dessen Einwilligung zu einer Videokonferenz hinzufügen - inklusive des Livestreams seiner Webcam.

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katze_sonne 11. Apr 2020

Das Aufmerksamkeitstracking wurde inzwischen rausgepatcht. Übrigens besitzen Webex und...

katze_sonne 11. Apr 2020

Das Geschäftsmodell bei Zoom ist wohl eher ein anderes: Kunden mit der kostenlosen...

Enter the Nexus 30. Mär 2020

Antwort: "Wir haben von nichts gewusst." Also entweder lügt uns die Firma ins Gesicht...

ko3nig 29. Mär 2020

verstehe ich nicht?



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