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Datenschutz: Yandex sendet Daten nach Russland

Über eine Logging- API des russischen Internetkonzerns seien Daten an russische Server gesendet worden, berichten Forscher.
/ Daniel Ziegener
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Schaut Yandex seinen Nutzern über die Schulter? (Bild: Charles Deluvio/Unsplash)
Schaut Yandex seinen Nutzern über die Schulter? Bild: Charles Deluvio/Unsplash

Der russische Suchmaschinenbetreiber Yandex soll über Apps von Drittanbietern Zugang zu den Daten von Millionen iOS-Nutzern haben. Das berichtet die Financial Times(öffnet im neuen Fenster) . Yandex bestätigte das, sagt aber, dass einzelne Nutzer nur schwer zu identifizieren seien.

Die Übertragung der Daten an Yandex soll über die API der App-Analyse- und Marketing-Plattform Appmetrica erfolgt sein. Der Forscher Zach Edwards habe den Code von Yandex bei einer gemeinsamen Prüfung mit der Nonprofit-Organisation Me2B Alliance entdeckt. Die Financial Times habe das Ergebnis in Tests mit eigenen Experten bestätigen können.

Dennoch wird befürchtet, dass Daten von russischen Sicherheitsbehörden missbraucht werden könnten. Im Jahr 2019 sicherte sich der Kreml einen direkteren Einfluss(öffnet im neuen Fenster) auf Yandex.

Yandex wird bisher nicht sanktioniert

Der russische Internetkonzern Yandex wird häufig mit Google verglichen. Unter der Marke steckt mehr als nur die größte Suchmaschine im russischsprachigen Raum. Yandex ist auch bei Musikstreaming, Onlineversandhandel und Mitfahrangeboten aktiv.

Yandex, das als Unternehmen in den Niederlanden gemeldet ist, wurde bislang nicht direkt sanktioniert. Seit dem Angriff russischer Truppen auf die Ukraine vor einem Monat haben EU und USA wirtschaftliche Sanktionen gegen Firmen in Russland und Belarus erlassen. Viele Technologieunternehmen wie Apple und Google haben ihre Geschäfte in Russland weit darüber hinaus eingeschränkt.

Lev Gershenzon, der ehemalige Leiter des Yandex-Nachrichtenportals, übte im März 2022 scharfe Kritik an seinem ehemaligen Arbeitgeber. In einem Facebook-Beitrag warf er Yandex vor, Nachrichten über den Krieg in der Ukraine unterdrückt zu haben. Die Mitarbeiter des Unternehmens forderte er auf, klarer Position zu beziehen(öffnet im neuen Fenster) .


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