Datenschutz: Yahoo scannt weiter Nutzer-E-Mails für Werbezwecke

Was Google inzwischen gestoppt hat, ist bei Yahoo weiter üblich. Geschäftliche E-Mails dienen dem US-Konzern für die Analyse von Nutzerinteressen.

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Yahoo setzt weiter auf die E-Mail-Analyse für Werbezwecke.
Yahoo setzt weiter auf die E-Mail-Analyse für Werbezwecke. (Bild: Lucas Jackson/Reuters)

Der US-Internetkonzern Yahoo setzt in seinem Anzeigengeschäft weiterhin auf die Analyse von Nutzer-E-Mails. Das berichtete das Wall Street Journal (Paywall) unter Berufung auf eine Yahoo-Präsentation bei Werbekunden. Demnach wirbt das Unternehmen, das inzwischen unter der Dachfirma Oath zum Telekommunikationsprovider Verizon gehört, mit der Analyse von 200 Millionen Posteingängen. Mit Hilfe von Cookies soll den Nutzern dann zielgerichtete Werbung angezeigt werden.

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Oath habe bestätigt, dass die E-Mails von Aol.com ebenfalls durchsucht würden. Beide Anbieter seien die einzigen großen E-Mail-Provider in den USA, die noch die Mails ihrer Nutzer für Werbezwecke scannen würden, hieß es weiter. Schon vor mehr als zehn Jahren habe Yahoo damit begonnen, die E-Mails zu analysieren. Die Praxis sei nach und nach ausgeweitet worden. Das Unternehmen suche nun nach Möglichkeiten, mehr Erlöse aus seinen Produkten zu generieren. Anders als Google oder Facebook hat es Yahoo nie geschafft, mit Werbung Milliardengewinne einzufahren.

Einteilung in verschiedene Zielgruppen

Dem Bericht zufolge will Verizon nun versuchen, mehr Synergieeffekte zwischen seinen zahlreichen Internetangeboten zu erzielen. Dazu zählen neben Yahoo und AOL auch das Portal Tumblr sowie die Medien Engadget, HuffPost und Techcrunch. Dabei habe sich das Scannen von E-Mails als eine der wirksamsten Methoden zur Verbesserung von zielgerichteter Werbung erwiesen, zitiert das Blatt den zuständigen Oath-Manager Doug Sharp.

Dazu durchsuche Yahoo die E-Mail-Eingänge nach kommerziellen Nachrichten. Wer beispielsweise häufig eine Flugbestätigung erhalte, gelte als Vielreisender und könnte daher verstärkt Werbung von Hotel-Ketten zu Gesicht bekommen. Wer eine Rechnung von einem Online-Versand bekomme, könnte künftig die Werbung der Konkurrenz sehen. Yahoo teile die Nutzer auf Basis der E-Mails in bestimmte Zielgruppen ein, die entsprechende Anzeigen erhalten. Laut Sharp sind persönliche E-Mails von der Analyse ausgenommen. Ebenso werden personenbezogene Daten wie Namen und Adressen entfernt.

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Dem Wall Street Journal zufolge analysiert Yahoo eingegangene Rechnungen auch deshalb, um damit den Erfolg von Online-Werbekampagnen zu messen. Anbieter wie Amazon hätten vor einigen Jahren daher die Praxis gestoppt, vollständige Rechnungen mit Angabe aller gekauften Produkte zu verschicken. Sie hätten nicht gewollt, dass Yahoo oder andere Anbieter die Daten für ihre eigenen Zwecke sammelten. Die Nutzungsbedingungen sähen zudem vor, dass auch Angestellte von Yahoo sich einzelne Mails anschauen könnten.

Kürzlich war bekanntgeworden, dass Drittentwickler routinemäßig und millionenfach die E-Mails von Gmail-Nutzern lesen. Google hatte daraufhin geantwortet, dass Nutzer den App-Anbietern ausdrücklich das Recht gewähren müssen, auf die Mails zuzugreifen. Das ist bei Yahoo nicht der Fall. Allerdings ist es möglich, das Scannen von E-Mails nachträglich zu deaktivieren. Dazu ist es erforderlich, den "Ad Interest Manager" aufzurufen, der nicht von den Einstellungen aus zugänglich ist. Dort gibt es zwei Opt-out-Möglichkeiten für die geschaltete Werbung, einmal "Across the web", zum anderen für "On Yahoo". Laut The Verge müssen beide Optionen deaktiviert werden, um ein Scannen der Mails zu stoppen.

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