• IT-Karriere:
  • Services:

Datenschutz: Werbenetzwerk zahlt 950.000 US-Dollar Strafe

Weil die Aufenthaltsorte von mehreren hundert Millionen Nutzern ohne deren Zustimmung erfasst wurden, zahlt ein Werbenetzwerk jetzt eine Strafe von fast 1 Million US-Dollar. Eine US-Aufsichtsbehörde hatte sich über die Praxis des Unternehmens beschwert.

Artikel veröffentlicht am ,
Inmobi vermittelt personalisierte Werbung für Smartphones - und hat dafür illegal Standortinformationen gesammelt.
Inmobi vermittelt personalisierte Werbung für Smartphones - und hat dafür illegal Standortinformationen gesammelt. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Die aus Singapur stammende Werbefirma Inmobi soll über WLAN-Daten erfasst haben, wo Kunden des Werbenetzwerkes sich aufgehalten haben - ohne zuvor deren Zustimmung eingeholt zu haben. Das geht aus einer Beschwerde der US Federal Trade Commission hervor, wie unter anderem Ars Technica berichtet.

Stellenmarkt
  1. NCP engineering GmbH, Nürnberg
  2. KION Group AG, Frankfurt am Main

Die "US-Bundeshandelskommission" agiert in den USA als Wettbewerbsbehörde. In Ermangelung einer zentralen Datenschutzbehörde nimmt sie auch Verbraucherschutzfunktionen wahr. Sie war auch für die Überwachung des oft kritisierten und mittlerweile für ungültig erklärten Safe-Harbor-Abkommens zuständig.

Inmobi hat sich auf das Ausspielen personalisierter Werbung auf Smartphones spezialisiert. Das Unternehmen hatte angegeben, standortbasierte Anzeigen nur auszuspielen, wenn die Nutzer der Verwendung der entsprechenden Standort-API auf dem Smartphone ausdrücklich zugestimmt hätten. Doch offenbar nutzte das Netzwerk auch Informationen umliegender WLAN-Hotspots, um Werbeanzeigen auf den Standort des Nutzers zuzuschneiden.

Der Beschwerde zufolge hat Inmobi auf diese Art und Weise mehr als eine Milliarde Geräte weltweit erreicht. Dabei seien tausende Apps zum Einsatz gekommen, die Inmobis Technologie verwenden. Unter den Apps sollen zudem zahlreiche Programme speziell für unter 14-jährige Kinder gewesen sein, damit habe das Unternehmen zusätzlich gegen den Childrens Online Privacy Protection Act verstoßen.

Strafzahlung wurde reduziert

Inmobi hat sich jetzt mit der FTC auf eine Strafzahlung von 950.000 Us-Dollar verständigt. Ursprünglich sollte das Unternehmen 4 Millionen US-Dollar bezahlen, die Summe wurde jedoch "mit Rücksicht auf die finanzielle Lage des Unternehmens" reduziert, wie die FTC mitteilte. Die USA werden gerade von EU-Datenschützern immer wieder für das Fehlen einer verbindlichen Datenschutzgesetzgebung kritisiert. Die jetzt ausgesprochene Strafe liegt jedoch deutlich über dem, was Unternehmen im Schnitt in der EU für Datenschutzverstöße bezahlen.

In Deutschland sind nach dem Bundesdatenschutzgesetz Strafen bis 50.000 Euro für kleinere und 300.000 Euro für größere Vergehen vorgesehen. Wird ein hoher Gewinn mit dem illegalen Verkauf von geschützten Informationen erzielt, kann dieser zusätzlich abgeschöpft werden. Nach Inkrafttreten der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung können die Strafen deutlich höher ausfallen und bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes betragen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 69,99€ (Vergleichspreis 103,99€)

Baron Münchhausen. 23. Jun 2016

Wird das Mass um 4x gemildert, wenn man eine Bank aufgrund Finanzieller Lage ausraubt...

HKeiner 23. Jun 2016

Laut FTC.gov sind die läpischen 950.000 richtig. Wenn ich mir mal so die Zahl von "mehr...


Folgen Sie uns
       


TES Morrowind (2002) - Golem retro_

Eine gigantische Spielwelt umgeben von Pixelshader-Wasser: The Elder Scrolls 3 Morrowind gilt bis heute als bester Teil der Serie. Trotz sperriger Bedienung war Morrowind dank der dichten Atmosphäre, der spielerischen Freiheit und der exzellenten Grafik ein RPG-Meilenstein.

TES Morrowind (2002) - Golem retro_ Video aufrufen
Indiegames-Rundschau: Abenteuer zwischen Horror und Humor
Indiegames-Rundschau
Abenteuer zwischen Horror und Humor

Außerdische reagieren im Strategiespiel Phoenix Point gezielt auf unsere Taktiken, GTFO lässt uns schleichen und das dezent an Portal erinnernde Superliminal schmunzeln: Golem.de stellt die besten aktuellen Indiegames vor.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Der letzte Kampf des alten Cops
  2. Indiegames-Rundschau Killer trifft Gans
  3. Indiegames-Rundschau Überleben im Dschungel und tausend Tode im Dunkeln

Shitrix: Das Citrix-Desaster
Shitrix
Das Citrix-Desaster

Eine Sicherheitslücke in Geräten der Firma Citrix zeigt in erschreckender Weise, wie schlecht es um die IT-Sicherheit in Behörden steht. Es fehlt an den absoluten Grundlagen.
Ein IMHO von Hanno Böck

  1. Perl-Injection Citrix-Geräte mit schwerer Sicherheitslücke und ohne Update

IT-Gehälter: Je nach Branche bis zu 1.000 Euro mehr
IT-Gehälter
Je nach Branche bis zu 1.000 Euro mehr

Wechselt ein ITler in eine andere Branche, sind auf dem gleichen Posten bis zu 1.000 Euro pro Monat mehr drin. Welche Industrien die höchsten und welche die niedrigsten Gehälter zahlen: Wir haben die Antworten auf diese Fragen - auch darauf, wie sich die Einkommen 2020 entwickeln werden.
Von Peter Ilg

  1. Softwareentwickler Der Fachkräftemangel zeigt sich nicht an den Gehältern

    •  /