• IT-Karriere:
  • Services:

Datenschutz: Was der Online-Status bei Messengern wie Whatsapp verrät

Mit dem Online-Status bei Messengern wie Whatsapp lassen sich Forschern zufolge persönliche Informationen der Nutzer herausfinden. Zum Beispiel konnten sie mit diesen Metadaten komplette Tagesabläufe von Nutzern rekonstruieren.

Artikel veröffentlicht am , Christiane Schulzki-Haddouti
Die Whatsapp-App
Die Whatsapp-App (Bild: Stan Honda/AFP/Getty Images)

Messenger wie Whatsapp verraten mehr über deren Nutzer als bisher bekannt gewesen ist. Das haben Informatiker der Hochschule Ulm und der Universität Ulm herausgefunden. 19 Whatsapp-Nutzer gaben den Forschern einen Monat lang Einblick in ihr Leben. Über die Whatsapp-Server überwachten die Informatiker mit einem selbst entwickelten Programm deren Online-Status. Das war selbst dann möglich, wenn Nutzer in den Einstellungen angaben, dass niemand ihren Status einsehen dürfe. Nötig dafür war lediglich die Telefonnummer der Nutzer - und eine bekannte Sicherheitslücke auf dem Server, die die Forscher ausnutzten.

Inhalt:
  1. Datenschutz: Was der Online-Status bei Messengern wie Whatsapp verrät
  2. Wer kommuniziert mit wem?

Bastian Könings, der an der Studie mitarbeitete, sagte Golem.de: "Das ist eigentlich weniger eine Sicherheitslücke denn ein gewolltes Feature. Whatsapp informiert auch in seinen Datenschutz-Richtlinien darüber, dass der Online-Status immer aktiv ist." Nutzer haben die Möglichkeit, diesen in den Einstellungen abzustellen, doch das Abstellen deaktiviert nur den Zuletzt-Online-Stempel. Könings: "Online ist aber immer sichtbar." Die Einstellung sei daher "irreführend, weil die meisten Nutzer denken, wenn sie das abstellen, dass auch der Online-Status weg ist."

Datenschutzrechtlich sei das formal korrekt, weil die Nutzer darüber ausdrücklich informiert würden. Gleichwohl entspreche das nicht dem Datenschutzziel der Datensparsamkeit. Eigentlich, so meinte Köning, sollte der Online-Status nur den Nutzern bekannt sein, die im eigenen Adressbuch sind. Bei Google Mail ist etwa der Status so gestaltet, wobei Google bei der Einführung von Google Plus den Online-Status auch allen Google-Plus-Kontakten bereitstellte.

Der Online-Status verrät den Tagesablauf eines Nutzers

Der Online-Status verrät mehr als nur den reinen Online-Status: Aus den Daten konnten die Forscher den kompletten Tagesablauf eines Anwenders rekonstruieren. So konnten sie anhand des Zeitstempels feststellen, wann eine Person morgens aufsteht oder ob der Kommunikationsdienst zu unangemessenen Zeiten, etwa während der Arbeitszeit im Büro, genutzt wird. Ein Partybesuch der studentischen Probanden konnte ebenfalls aus den Statusinformationen abgelesen werden, weil viele Teilnehmer bis drei Uhr in der Nacht aktiv waren.

Stellenmarkt
  1. Bertrandt Technikum GmbH, Ehningen bei Stuttgart
  2. NetCom BW GmbH, Ellwangen

"Die Schlussfolgerungen setzen voraus, dass man Kontextinformationen hat, ob jemand einen Job hat, ob er studiert oder welche Hobbys er verfolgt", sagte Köning. Außerdem sagte er, dass die Auswertung nur bei kleinen Gruppen funktioniere. Bei zu großen Gruppen entstehe ein zu großes Informationsrauschen. Die Forscher konnten auch feststellen, wer mit wem Kontakt hatte. Könings erläuterte das so: "Es gibt Zeiten, zu denen verschiedene Probanden sehr ähnliche Status-Muster hatten. Die von uns entwickelte Metrik untersuchte Probanden in bestimmten Zeitfenstern und berechnete die Wahrscheinlichkeit, ob sie gleichzeitig online waren und ob sie miteinander kommuniziert haben."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Wer kommuniziert mit wem? 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-28%) 17,99€
  2. 29,99€
  3. (-72%) 8,50€

neocron 05. Dez 2014

richtig du nennst es so ... aber ob es einen negativen Effekt hat, war die Frage ... ich...

Nolan ra Sinjaria 17. Okt 2014

Naja irgendwie muss man sich doch rausreden, warum man die Forschungsgelder verpulvert hat ;)

Nolan ra Sinjaria 15. Okt 2014

und innerhalb der WG auch schön mitzulesen ;)

humpfor 14. Okt 2014

https://www.whatsapp.com/faq/de/general/20951546

kiss 14. Okt 2014

Habe Lust meine Freunde zu stalken :D


Folgen Sie uns
       


Parksensor von Bosch ausprobiert

Wenn es darum geht, Autofahrer auf freie Parkplätze zu lotsen, lassen sich die Bosch-Sensoren sinnvoll einsetzen.

Parksensor von Bosch ausprobiert Video aufrufen
Sendmail: Software aus der digitalen Steinzeit
Sendmail
Software aus der digitalen Steinzeit

Ein nichtöffentliches CVS-Repository, FTP-Downloads, defekte Links, Diskussionen übers Usenet: Der Mailserver Sendmail zeigt alle Anzeichen eines problematischen und in der Vergangenheit stehengebliebenen Softwareprojekts.
Eine Analyse von Hanno Böck

  1. Überwachung Tutanota musste E-Mails vor der Verschlüsselung ausleiten
  2. Buffer Overflow Exim-Sicherheitslücke beim Verarbeiten von TLS-Namen
  3. Sicherheitslücke Buffer Overflow in Dovecot-Mailserver

Smarter Akku-Lautsprecher im Praxistest: Bose zeigt Sonos, wie es geht
Smarter Akku-Lautsprecher im Praxistest
Bose zeigt Sonos, wie es geht

Der Portable Home Speaker ist Boses erster smarter Lautsprecher mit Akkubetrieb. Aus dem kompakten Gehäuse wird ein toller Klang und eine lange Akkulaufzeit geholt. Er kann anders als der Sonos Move sinnvoll als smarter Lautsprecher verwendet werden. Ganz ohne Schwächen ist er aber nicht.
Ein Praxistest von Ingo Pakalski

  1. ANC-Kopfhörer Bose macht die Noise Cancelling Headphones 700 besser
  2. Anti-Schnarch-Kopfhörer Bose stellt Sleepbuds wegen Qualitätsmängeln ein
  3. Noise Cancelling Headphones 700 im Test Boses bester ANC-Kopfhörer sticht Sony vielfach aus

Radeon RX 5500 (4GB) im Test: AMDs beste 200-Euro-Karte seit Jahren
Radeon RX 5500 (4GB) im Test
AMDs beste 200-Euro-Karte seit Jahren

Mit der Radeon RX 5500 hat AMD endlich wieder eine sparsame und moderne Mittelklasse-Grafikkarte im Angebot. Verglichen mit Nvidias Geforce GTX 1650 Super reicht es zum Patt - aber nicht in allen Bereichen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Workstation-Grafikkarte AMDs Radeon Pro W5700 hat USB-C-Anschluss
  2. Navi-Grafikeinheit Apple bekommt Vollausbau und AMD bringt RX 5300M
  3. Navi-14-Grafikkarte AMD stellt Radeon RX 5500 vor

    •  /