Abo
  • Services:
Anzeige
Der US-Kongress macht wichtige Internetregulierungen wieder rückgängig.
Der US-Kongress macht wichtige Internetregulierungen wieder rückgängig. (Bild: Mark Wilson/Getty Images)

Datenschutz: US-Provider dürfen private Nutzerdaten ungefragt verkaufen

Der US-Kongress macht wichtige Internetregulierungen wieder rückgängig.
Der US-Kongress macht wichtige Internetregulierungen wieder rückgängig. (Bild: Mark Wilson/Getty Images)

Die großen US-Provider haben ein erstes Etappenziel erreicht. Der US-Kongress hat eine Regelung zum Schutz von Nutzerdaten wieder rückgängig gemacht. Weitere industriefreundliche Entscheidungen dürften folgen.

Gut zwei Monate nach der Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump werden erste Internetregulierungen seines Vorgängers Barack Obama wieder rückgängig gemacht. Der US-Senat stimmte am Donnerstag für eine Resolution, die es großen IT-Service-Provider weiterhin erlaubt, das Surfverhalten ihrer Kunden ohne deren Zustimmung zu tracken und weiterzugeben. Es wird erwartet, dass auch die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus diese Resolution mitträgt und sie anschließend von Trump unterzeichnet wird.

Anzeige

Die US-Regulierungsbehörde FCC hatte im vergangenen Oktober die Breitbandanbieter verpflichtet, vor der Erhebung persönlicher Daten die Zustimmung der Kunden einzuholen. Zudem sollten die Provider die Sicherheit von Kundendaten gewährleisten. Die Resolution lehnt die FCC-Regelung komplett ab und setzt sie vollständig außer Kraft. Die Vorschriften hätten Ende dieses Jahres in Kraft treten sollen.

Daten- und Verbraucherschützer empört

Die Bürgerrechtsorganisation ACLU bezeichnete es in einer Stellungnahme als "extrem enttäuschend, dass der Senat heute den Datenschutz von Amerikanern geopfert hat, um die Gewinne der großen Internetfirmen zu schützen, darunter Comcast, AT&T und Verizon".

Auch die Verbraucherschutzorganisation Public Knowlegde reagierte empört. "Die Entscheidung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass amerikanische Interessen hinter denen der Breitbandanbieter zurückstehen", hieß es in einer Stellungnahme. Nun gebe es keine Regeln mehr, die Provider daran hinderten, den Browserverlauf ohne Zustimmung der Nutzer zu verkaufen. Das betreffe sogar die Nutzung von Smartphone-Apps.

FTC soll zuständig werden

Republikanische Abgeordnete sowie der neue FCC-Chef Ajit Pai verwiesen der New York Times zufolge darauf, dass die Provider mit der Regelung gegenüber IT-Konzernen wie Google und Facebook benachteiligt worden seien. Dem Bericht zufolge ist geplant, den Datenschutz künftig durch die US-Handelsbehörde FTC zu kontrollieren. Das betreffe dann sowohl Inhalteanbieter als auch Zugangsprovider.

Nach Ansicht der Demokraten sprechen jedoch mehrere Gründe dafür, die Breitbandanbieter schärfer zu regulieren. So hätten viele Kunden keine Möglichkeit, einen anderen Anbieter zu wählen, der möglicherweise einen höheren Datenschutz zusichere. Zudem kennten die Provider die Identitäten der Nutzer und hätte andere technische Möglichkeiten, diese zu überwachen, sagte die demokratische FTC-Kommissarin Terrell McSweeny.

FCC-Chef Pai hatte in den vergangenen Wochen bereits angekündigt, die weitreichenden Regelungen zur Netzneutralität seines Vorgängers Tom Wheeler wieder abzuschaffen. Zwei Jahre nach der Einführung der Regelung sei "offensichtlich, dass die FCC einen Fehler gemacht hat", hatte Pai im Februar 2017 auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona (PDF) gesagt.

Nachtrag vom 29. März 2017, 9:51 Uhr

Das Repräsentantenhaus bestätigte am 28. März 2017 die Resolution. Nun muss diese nur noch von Präsident Trump unterzeichnet werden, bevor sie in Kraft tritt. Datenschutzorganisationen wie die Electronic Frontier Foundation (EFF) hatten vor dem Ausverkauf der Privatsphäre durch die Provider gewarnt. Trotz der Proteste erhielt die Resolution eine Mehrheit von 215 gegen 205 Stimmen. Während die Demokraten laut The Verge geschlossen gegen den Vorschlag stimmten, waren nur 15 Republikaner dagegen. Die Resolution verbietet es der FCC künftig, eine ähnlich lautende Regulierung zu beschließen.


eye home zur Startseite
Trockenobst 31. Mär 2017

Wenn man alle Milliardäre in den USA nimmt (also z.B. die Top 100 der Forbes Liste) und...

matok 29. Mär 2017

Steht doch da. Das gesamte Surfverhalten können sie dann vermarkten. Diese 100% bekommt...

mainframe 29. Mär 2017

(also Livesendungen von einem anderen Ort) wird die Sendung Unglaublich...

Trockenobst 29. Mär 2017

Das liegt aber in der Natur der Sache des Kapitalismus. Wenn am Ende in einem Oligopol...

My1 29. Mär 2017

das Internetz bekommt man aber ja nicht for free,



Anzeige

Stellenmarkt
  1. SSC-Services GmbH, Böblingen bei Stuttgart
  2. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Vaihingen
  3. Schweickert Netzwerktechnik GmbH, Walldorf
  4. Bertrandt Technikum GmbH, Ehningen bei Stuttgart


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 29,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. (u. a. Der Marsianer 8,79€, Blade Runner 8,97€, Interstellar 8,74€, X-Men Apocalypse 8,79€)
  3. 49,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie

Folgen Sie uns
       


  1. Windows 10

    Microsoft will auf Zwangsupdates verzichten

  2. Brio 4K Streaming Edition

    Logitech-Kamera für Lets-Player und andere Streamer

  3. Vor Bundestagswahl

    Facebook löscht Zehntausende Spammer-Konten

  4. Bilderkennung von Google

    Erste Hinweise auf Lens in der Google-App

  5. Open Source

    Node.js-Führung zerstreitet sich über Code-of-Conduct

  6. Enigma ICO

    Kryptowährungshacker erbeuten halbe Million US-Dollar

  7. SNES Classic Mini

    Mario, Link und Samus machen den Moonwalk

  8. Bixby

    Samsungs Sprachassistent kommt auf Englisch nach Deutschland

  9. Apache-Lizenz 2.0

    OpenSSL-Lizenzwechsel führt zu Code-Entfernungen

  10. Knights Mill

    Intels Xeon Phi hat 72 Kerne und etwas Netburst



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Starcraft Remastered im Test: Klick, klick, klick, klick, klick als wär es 1998
Starcraft Remastered im Test
Klick, klick, klick, klick, klick als wär es 1998
  1. Blizzard Der Name Battle.net bleibt
  2. Starcraft Remastered "Mit den Protoss kann man seinen Gegner richtig nerven!"
  3. E-Sport Blizzard nutzt Gamescom für europäische WoW-Finalspiele

Fujitsu Lifebook U937 im Test: 976 Gramm reichen für das fast perfekte Notebook
Fujitsu Lifebook U937 im Test
976 Gramm reichen für das fast perfekte Notebook
  1. DLU Fujitsu entwickelt Deep-Learning-Chips

Game of Thrones: Die Kunst, Fiktion mit Wirklichkeit zu verschmelzen
Game of Thrones
Die Kunst, Fiktion mit Wirklichkeit zu verschmelzen
  1. HBO Nächste Episode von Game of Thrones geleakt
  2. Hack Game-of-Thrones-Skript von HBO geleakt
  3. Game of Thrones "Der Winter ist da und hat leider unsere Server eingefroren"

  1. Re: Und wenn selbst die hippste App nicht mehr hilft,

    wo.ist.der... | 03:52

  2. Re: Ob das auch für Windows 10 Updates auf eine...

    ve2000 | 03:26

  3. Re: Hoffentlich wieder ein Anno, und kein Murks...

    Sharra | 01:57

  4. Re: Geht es dabei nur um Win8 auf Win 10?

    ve2000 | 01:45

  5. Re: Nachtrag

    ChMu | 01:43


  1. 18:04

  2. 17:49

  3. 16:30

  4. 16:01

  5. 15:54

  6. 14:54

  7. 14:42

  8. 14:32


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel