Datenschutz: Tesla-Kameras dokumentieren Straftaten im öffentlichen Raum

Teslas zeichnen mit ihren Kameras zunehmend Vorfälle auf, die später vor Gericht als Beweismittel dienen. Die im sogenannten Wächtermodus permanent aktiven Aufnahmegeräte haben bereits zur Aufklärung mehrerer Verbrechen beigetragen, berichtet der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) .
So filmte im Oktober 2023 ein geparkter Tesla in Stuttgart einen Täter auf der Flucht, nachdem dieser einen Mann beinahe zu Tode gefahren hatte. Das Fahrzeug lieferte entscheidendes Material für die spätere Verurteilung. In Passau zeichnete ein abgestellter Wagen im Dezember 2023 auf, wie ein Lkw in eine Menschenmenge fuhr und zwei Menschen tötete.
Und in Duisburg führten Tesla-Aufnahmen zur Überführung eines Brandstifters, der 14 Autos angezündet hatte. Die Ermittler identifizierten den Täter anhand der Videoaufzeichnung eines parkenden Fahrzeugs.
Tesla-Fahrzeuge sind mit acht Außenkameras ausgestattet, die an verschiedenen Positionen angebracht sind. Sie erfassen die Umgebung während der Fahrt im Dashcam-Modus oder beim Parken im Wächtermodus. Diese Funktion wurde 2019 als Diebstahlwarnanlage eingeführt.
Tesla gibt in der Datenschutzerklärung an, dass Aufnahmen normalerweise nicht an das Unternehmen gesendet werden. Ausnahmen gelten, wenn Fahrer dem Flottenlernen zustimmen oder das Auto einen sicherheitsrelevanten Vorfall erkennt.
Datenschützer sehen Grundrechte gefährdet
Peter Schaar von der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz bezeichnet gegenüber dem Spiegel die Praxis als erheblichen Eingriff in die persönliche Freiheit. Und auch die Berliner Polizei wollte 2022 aus Sicherheitsgründen Tesla-Fahrzeuge von bestimmten Grundstücken fernhalten, setzte das Verbot jedoch nie um .
Denn es ist so: Sobald sich jemand einem geparkten Tesla nähert oder die Türen zu öffnen versucht, speichert das System die Aufnahmen automatisch. Bei Unfällen oder Aufprall sichert das Fahrzeug die Videos der vergangenen Minuten ohne manuellen Eingriff.
Andreas Winkelmann leitet eine Abteilung der Berliner Amtsanwaltschaft, die illegale Autorennen aufklärt. Er beschreibt Tesla als besonders wertvoll für die Ermittlungsarbeit. In einem Fall half zum Beispiel ein Video, das der Unfallwagen selbst aufzeichnete, die Schuldfrage zu klären.
Um Daten von Tesla-Servern anzufordern, benötigen Ermittler allerdings einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss. Dies kommt nur bei schweren Straftaten wie illegalen Autorennen in Betracht. In anderen Fällen übergeben Zeugen ihre Aufnahmen freiwillig.



