Abo
  • IT-Karriere:

Datenschutz: Smartphone lässt sich durch seine Sensoren identifizieren

US-Forscher haben herausgefunden, dass sich Smartphones anhand ihres Beschleunigungssensors identifizieren lassen. Außenstehende können dann die Internetaktivitäten verfolgen. Auch Lautsprecher und Mikrofon stellen eine Sicherheitslücke dar.

Artikel veröffentlicht am ,
iPhone 5S: Qualitätsschwankungen bei der Herstellung der Sensoren
iPhone 5S: Qualitätsschwankungen bei der Herstellung der Sensoren (Bild: George Frey/Bloomberg via Getty Images)

Der Beschleunigungssensor in einem Smartphone ist praktisch: Er erkennt, ob das Gerät hochkant oder quer gehalten wird und richtet die Darstellung entsprechend aus. Hristo Bojinov von der Stanford-Universität hat aber herausgefunden, dass dieser Sensor auch eine Sicherheitslücke darstellt. Über den Beschleunigungsmesser könne ein Smartphone identifiziert werden. Auch das Mikrofon des Gerätes könne dazu missbraucht werden, berichtet die Tageszeitung San Francisco Chronicle.

Stellenmarkt
  1. Stiegelmeyer GmbH & Co. KG, Herford
  2. BWI GmbH, Bonn

Bei der Herstellung der Sensoren kommt es zu Qualitätsschwankungen, die eine Sicherheitslücke darstellen. Liegt das Telefon auf dem Tisch, erzeugt der Sensor eine Zahlenkolonne, die die Ausrichtung des Sensors repräsentiert. Liegt das Smartphone etwa flach auf einem Tisch mit dem Display nach oben, müsste der Sensor dafür -1 anzeigen oder 1, wenn es andersherum liegt.

Identifikation mit Beschleunigungssensor...

Der Browser überträgt diese Daten. Bojinov und seine Kollegen haben ein Javascript-Script geschrieben, mit dem sie die Daten, die der Beschleunigungssensor erzeugt, auslesen können. Dabei habe sich gezeigt, dass die Sensoren unterschiedliche Werte ausgeben. Daraus konnten die Stanford-Forscher einen digitalen Fingerabdruck erstellen, anhand dessen sich ein Gerät identifizieren lässt.

Ein Werbenetzwerk könnte ein entsprechendes Script in eine Website integrieren. Anhand des Fingerabdrucks könnte er verfolgen, welche Websites ein Nutzer besucht, und ihm auf sein Nutzungsverhalten zugeschnitten Werbung einblenden. Auch Geheimdienste könnten diese Sicherheitslücke ausnutzen.

...sowie mit Lautsprecher und Mikrofon

Ein weiteres Sicherheitsrisiko stellten Lautsprecher und Mikrofon dar: Die Forscher um Bojinov konnten einen Fingerabdruck für ein Smartphone erzeugen, indem sie eine Folge aus ansteigenden Tönen über den Lautsprecher des Gerätes abspielten, die das Mikrofon aufnahm. Eine Software analysierte dann die resultierende Frequenzkurve.

Anhand der Art und Weise, wie die Tonfolge abgespielt und aufgenommen wird, konnten die Forscher ein einzelnes Gerät erkennen. Sie testeten das an 16 verschiedenen Geräten und erhielten für jedes Gerät ein individuelles Muster. Bei den mehrfach durchgeführten Messungen ließen sich die Muster nachvollziehen.

Datenschützer sind besorgt. Das sei "sehr alarmierend", sagte Dan Auerbach von der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation der Zeitung. Es sehe derzeit so aus, als verlören die Datenschützer das Rennen darum - es werde einfacher und nicht schwieriger, Nutzer zu identifizieren. Die Forscher um Bojinov wollen ihre Ergebnisse in den kommenden Monaten veröffentlichen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. ab 152,00€
  2. 79,00€
  3. 59,99€
  4. ab 17,99€

itbane 15. Okt 2013

Nicht tatsächlich unendliche Geldmittel. Aber Geldmittel in einer Größenordnung, bei der...

derdiedas 14. Okt 2013

denn die Zeit in dem mein Smartphone wirklich gerade liegt (also Wasserwaagengerade) ist...

Spaghetticode 14. Okt 2013

Um den Nutzer eindeutig zu bestimmen, sozusagen als biometrisches...

vol1 14. Okt 2013

^this. Browser fingerprint mit IP verknüpfen und fertig. Als Gegenmaßnahme Adserver mit...

Anonymer Nutzer 14. Okt 2013

ok, der Androidbrowser schickt Android-Version + Modellname komplett im Useragent mit...


Folgen Sie uns
       


Cinebench R20 auf Threadripper 2950X ausprobiert

Cinebench R20 soll mit bis zu 256 Threads umgehen können.

Cinebench R20 auf Threadripper 2950X ausprobiert Video aufrufen
Adblock Plus: Adblock-Filterregeln können Code ausführen
Adblock Plus
Adblock-Filterregeln können Code ausführen

Unter bestimmten Voraussetzungen können Filterregeln für Adblocker mit einer neuen Funktion Javascript-Code in Webseiten einfügen. Adblock Plus will reagieren und die entsprechende Funktion wieder entfernen. Ublock Origin ist nicht betroffen.
Von Hanno Böck


    Elektromobilität: Was hat ein Kanu mit Autos zu tun?
    Elektromobilität
    Was hat ein Kanu mit Autos zu tun?

    Veteranen der deutschen Autoindustrie wollen mit Canoo den Fahrzeugbau und den Vertrieb revolutionieren. Zunächst scheitern die großen Köpfe aber an den kleinen Hürden der Startupwelt.
    Ein Bericht von Dirk Kunde

    1. EU Unfall-Fahrtenschreiber in Autos ab 2022 Pflicht
    2. Verkehrssenatorin Fahrverbot für Autos in Berlin gefordert
    3. Ventomobil Mit dem Windrad auf Rekordjagd

    Jobporträt: Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht
    Jobporträt
    Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht

    IT-Anwalt Christian Solmecke arbeitet an einer eigenen Jura-Software, die sogar automatisch auf Urheberrechtsabmahnungen antworten kann. Dass er sich damit seiner eigenen Arbeit beraubt, glaubt er nicht. Denn die KI des Programms braucht noch Betreuung.
    Von Maja Hoock

    1. Struktrurwandel IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen
    2. IT-Jobporträt Spieleprogrammierer "Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben"
    3. Recruiting Wenn die KI passende Mitarbeiter findet

      •  /