Datenschutz: Privacy-Funktion unter iOS 14 gilt nicht für Apple

Unter iOS 14 müssen Werbenetzwerke in Apps erst vom Nutzer abgesegnet werden - außer es handelt sich um Apples Werbenetzwerk.

Artikel veröffentlicht am ,
Apple is watching you.
Apple is watching you. (Bild: Mika Baumeister/Unsplash)

Mit dem noch nicht veröffentlichten mobilen Betriebssystem iOS 14 will Apple den Zugriff auf die gerätespezifische Werbe-ID beschränken. Möchte ein Werbenetzwerk auf die Werbe-ID zugreifen, muss dies explizit für jede App über ein Pop-up-Fenster erlaubt werden: ein Opt-in also. Die aus Datenschutzsicht vorbildliche Umsetzung der Einwilligung beansprucht Apple jedoch nicht für sich selbst.

In den iOS-Einstellungen ist laut einem Bericht des Onlinemagazins Forbes unter dem Reiter Privacy das Apple Advertising mit personalisierter Werbung bereits aktiviert und kann nur händisch deaktiviert werden. Im Unterschied zu den anderen Werbenetzwerken gilt für Apple also ein Opt-out. Der Anbieter warnt unter dem Opt-out-Switch, dass das Deaktivieren der personalisierten Werbung Apples Möglichkeit einschränke, für die Person relevante Werbung anzuzeigen. Weniger Werbung werde jedoch so oder so nicht angezeigt.

Apple erhält so einen "bevorzugten Zugang zu den Daten der Benutzer", sagte der Mobile-Experte Eric Seufert Forbes. "Damit sind sie bestens positioniert, beim Ausspielen von Werbung in Apps Marktanteile zu gewinnen." Derzeit dominieren Facebook und Google den Markt, in dem mit Nutzerdaten und Werbung viele Milliarden Dollar umgesetzt werden.

Die beiden Firmen dürften es unter iOS in Zukunft schwerer haben, an die Werbe-ID zu gelangen, mit der sie die Nutzerdaten aus verschiedenen Apps auf dem gleichen iPhone zusammenführen können. Damit können Krankheiten, Dating, Reiseverhalten und viele weitere Informationen aus verschiedenen Apps einer Person zugeordnet werden.

In einer Studie der Datenschutzorganisation Noyb und des norwegischen Verbraucherschutzverbandes wurden im Januar zehn Dating-Apps untersucht. Diese sendeten Daten an 135 Trackingunternehmen, neben persönlichen und intimen Informationen wird dabei häufig die Werbe-ID des Smartphones mitgesendet. Selbst Gesundheitsapps wie Ada, die offensiv mit Datenschutz werben, übertrugen Daten an Trackingdienste, darunter auch eingegebene Symptome.

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Neremyn 16. Sep 2020

Natürlich machen die das wo ist sonst der sinn am Datensammeln(für ein Werbenetzwerk).

franzbauer 08. Sep 2020

Apple überteuert? Dann schaue ich mir die Flagschiffe anderer Hersteller an und sehe...

Sharra 12. Aug 2020

Letztes hab ich eine Doku gesehen über Starbucks und der Chef meinte völlig richtig: Wir...

Grob Notoriker 12. Aug 2020

Warum sollte sich der eine Monopolist von einem anderen wie z.B. M$ mit seinem...



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