Abo
  • Services:

Datenschutz: Posteo bietet verschlüsselten Mailspeicher an

Per Knopfdruck lassen sich bei Posteo nun ganze Postfächer verschlüsseln. Damit können sich Nutzer vor dem Zugriff von Behörden auf ihre E-Mails schützen. Allzu vergesslich sollten sie aber nicht sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Per Knopfdruck lässt sich der gesamte Mailspeicher verschlüsseln.
Per Knopfdruck lässt sich der gesamte Mailspeicher verschlüsseln. (Bild: posteo.de)

Der Berliner E-Mail-Anbieter Posteo führt eine passwortbasierte Verschlüsselung ganzer Postfächer auf seinen Servern ein. Die Verschlüsselung umfasse nicht nur die Inhalte und Anhänge der E-Mails, sondern auch die dazugehörigen Metadaten, teilte Posteo am Donnerstag mit. Die verschlüsselten Daten in dem sogenannten Krypto-Mailspeicher sind demnach auch für den Anbieter nicht mehr lesbar. In Deutschland könnten E-Mailanbieter anders als in Großbritannien oder in den USA nicht dazu gezwungen werden, für Ermittlungsbehörden die Verschlüsselung zu brechen, schreibt der Dienst.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Hanau
  2. Bosch Gruppe, Stuttgart

Der Krypto-Mailspeicher sei ein durch Posteo entwickeltes Plugin für den Open-Source-Mailserver Dovecot. Die asymmetrische Verschlüsselung erfolge mit Hilfe von RSA, die symmetrische Verschlüsselung sowie die Authentifizierung wurden mit AES und HMAC realisiert. Das Hashen erfolge mit Hilfe von bcrypt. Die Funktion sei auch einem externen, mehrstufigen Sicherheits-Audit durch Cure53 unterzogen worden.

Daten weg bei vergessenem Passwort

Der verschlüsselte Mailspeicher lasse sich auf Knopfdruck aktivieren. Posteo erzeuge dann ein individuelles Schlüsselpaar und verschlüssele im Hintergrund die E-Mail-Daten. Der Schlüssel zum Lesbarmachen der E-Mails liege durch das persönliche Passwort geschützt in einer Datenbank. Das Passwort liege in der Datenbank nur als Hashwert vor und könne deshalb weder von Posteo noch von Ermittlungsbehörden genutzt werden, sagte Firmengründer Patrik Löhr auf Anfrage von Golem.de.

Der Nachteil: Vergisst ein Kunde bei aktiviertem Krypto-Mailspeicher sein Passwort, hat er keinen Zugriff mehr auf seine Daten. Die Passwort-Reset-Funktion stehe nicht mehr zur Verfügung, da die Daten mit Hilfe des vergessenen Passwortes verschlüsselt worden seien, heißt es. Auch der Posteo-Support könne das Passwort nicht mehr zurücksetzen oder die Verschlüsselung deaktivieren. Schon in knapp 20.000 Fällen, wie die Posteo-Statistik zeigt, hätten die Nutzer in der Vergangenheit dann ein ziemliches Problem gehabt.

Nach Angaben Löhrs funktioniert die Verschlüsselung nicht nur bei der Weboberfläche, sondern auch bei E-Mail-Programmen wie Outlook oder Thunderbird. Allerdings sollte der Nutzer dann die E-Mails nicht zusätzlich lokal speichern oder sich um die Sicherheit seiner Endgeräte kümmern. Der Krypto-Mailspeicher sei aufpreisfrei und kompatibel mit bisher angebotenen Funktionen wie der Verschlüsselung eingehender Mails oder der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einzelner Mails etwa per PGP oder S/Mime. Die Kosten für Posteo sowie dessen Konkurrenten Mailbox.org liegen bei einem Euro pro Monat. Nach Angaben Löhrs verwaltet Posteo derzeit etwa 100.000 Postfächer. Die Umstellung auf die neue Funktion werde einige Wochen in Anspruch nehmen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 18,99€
  2. 215,71€
  3. (u. a. 32 GB 6,98€, 128 GB 23,58€)

LilianeSalcher 14. Apr 2015

Ich nutze seit 10 Tagen StartMail.com. Da wurde das PGP Problem wirklich gelöst. PGP auf...

honk 10. Apr 2015

Im Prinzip sehe ich es genauso, allerdings ist so eine sichere end2end Verschlüsselung...

frustbox 10. Apr 2015

Erlaubt sind wohl alle Zeichen der zweiten Tastaturebene (welches Tastaturlayout?) bis...

widdermann 09. Apr 2015

Finde ich gut, dass es auch Open Source erhältlich ist. Kann Posteo ja trotzdem...

Bosancero 09. Apr 2015

Kostet zwar etwas aber nach einem Jahr hab ich ein weiteres bestellt und das wird sich...


Folgen Sie uns
       


HMD zeigt das Nokia 210 (MWC 2019)

Das Nokia 210 ist ein 2,5G Featurephone.

HMD zeigt das Nokia 210 (MWC 2019) Video aufrufen
Sailfish X im Test: Die Android-Alternative mit ein bisschen Android
Sailfish X im Test
Die Android-Alternative mit ein bisschen Android

Seit kurzem ist Sailfish OS mit Android-Unterstützung für weitere Xperia-Smartphones von Sony verfügbar. Fünf Jahre nach unserem letzten Test wird es Zeit, dass wir uns das alternative Mobile-Betriebssystem wieder einmal anschauen und testen, wie es auf einem ursprünglichen Android-Gerät läuft.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android, Debian, Sailfish OS Gemini PDA bekommt Dreifach-Boot-Option

Tom Clancy's The Division 2 im Test: Richtig guter Loot-Shooter
Tom Clancy's The Division 2 im Test
Richtig guter Loot-Shooter

Ubisofts neuer Online-Shooter beweist, dass komplexe Live-Spiele durchaus von Anfang an überzeugen können. Bis auf die schwache Geschichte und Gegner, denen selbst Dauerbeschuss kaum etwas anhaben kann, ist The Division 2 ein spektakuläres Spiel.
Von Jan Bojaryn

  1. Netztest Connect Netztest urteilt trotz Funklöchern zweimal sehr gut
  2. Netztest Chip verteilt viel Lob trotz Funklöchern

Uploadfilter: Der Generalangriff auf das Web 2.0
Uploadfilter
Der Generalangriff auf das Web 2.0

Die EU-Urheberrechtsreform könnte Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten stark behindern. Die Verfechter von Uploadfiltern zeigen dabei ein Verständnis des Netzes, das mit der Realität wenig zu tun hat. Statt Lizenzen könnte es einen anderen Ausweg geben.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Uploadfilter EU-Kommission bezeichnet Reformkritiker als "Mob"
  2. EU-Urheberrecht Die verdorbene Reform
  3. Leistungsschutzrecht und Uploadfilter EU-Unterhändler einigen sich auf Urheberrechtsreform

    •  /