Datenschutz: Politiker fordern Datenweitergabe durch Corona-App

Das funktioniert jedoch nur mit einem zentralen Ansatz und wenig Datenschutz.

Artikel veröffentlicht am ,
Corona-App
Corona-App (Bild: iXimus/Pixabay)

Die Datenschutz-Diskussion um die Corona-App ist zurück: Mehrere Politiker fordern einen Datenzugang für die Gesundheitsämter oder ein verpflichtendes Einpflegen positiver Befunde. Dabei sorge die Freiwilligkeit für die Akzeptanz der App, entgegnen Kritiker.

Stellenmarkt
  1. Business Analyst (m/w/d)
    Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, Saarbrücken
  2. System- und Netzwerkadministrator/in (m/w/d)
    Landratsamt Ebersberg, Ebersberg
Detailsuche

"Wir haben uns bei der Entwicklung der App lange durch vermeintliche Datenschutzbedenken ausbremsen lassen, statt die Chancen für den Gesundheitsschutz zu nutzen", sagte der CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge dem Handelsblatt.

Damit die App ein "Schlüsselelement" bei der Coronabekämpfung werden könne, brauche es endlich einen Datenzugang für die Gesundheitsämter. Diese sollen durch die zusätzlichen Daten entlastet werden. Eine solche Datenweitergabe regte auch die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, an. Diese solle allerdings freiwillig erfolgen. Ähnliches forderten NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Datenweitergabe nur mit zentralem Ansatz

Die Idee hinter den Forderungen sei zwar nachvollziehbar, zeuge aber von großer Unkenntnis der technischen Möglichkeiten und der Erfahrungen anderer Länder, sagte Jens Zimmermann, Digitalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, zu Golem.de. Apps, die einen solchen zentralen Ansatz verfolgen, seien in Frankreich und Australien "grandios gescheitert. Zum einen, weil sie von der Bevölkerung nicht angenommen wurden, zum anderen, weil die technischen Voraussetzungen durch die Hersteller der Smartphones dies kaum ermöglichen", erklärt Zimmermann.

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

"Wir haben den Bürgerinnen und Bürger versprochen, dass ihre Begegnungen nur bei ihnen gespeichert sind, und eben nicht auf einem zentralen Server", sagte Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales im Kanzleramt. Zimmermann wünscht sich eine Weiterentwicklung der Corona-App zu einem Corona-Informationscenter, in dem beispielsweise die aktuellen Infektionszahlen am Standort eingesehen werden könnten. Auch eine Möglichkeit, Personen ohne App zu informieren, fehle, sagte Zimmermann.

Bisher kommt die Corona-App mit rund 20 Millionen Downloads gut an. Davon werden laut Schätzungen des Handelsblattes 16 Millionen aktiv genutzt. Die hohe Akzeptanz wird auf die Freiwilligkeit zurückgeführt. Mehr als 25.000 Personen haben bisher ein positives Testergebnis über die App geteilt. Auch dies ist freiwillig. Derzeit wird diskutiert, ob das Teilen eines positiven Ergebnisses verpflichtend werden soll oder zumindest zum Standard mit Opt-out werden soll. Wie jedoch so ein Zwang umgesetzt werden soll, ohne auch eine App-Pflicht einzuführen, bleibt unklar.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Akkutechnik
CATL stellt erste Natrium-Ionen-Akkus für Autos vor

160 Wh pro Kilogramm. 80 Prozent Akkuladung in 15 Minuten. 90 Prozent Kapazität bei minus 20 Grad Celsius. CATL startet eine neue Ära der Akku-Technik.
Eine Analyse von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Akkutechnik: CATL stellt erste Natrium-Ionen-Akkus für Autos vor
Artikel
  1. Erneuerbare Energien: Größte Gezeitenturbine geht vor Schottland in Betrieb
    Erneuerbare Energien
    Größte Gezeitenturbine geht vor Schottland in Betrieb

    Die Meere bieten viel Energie, die sich in elektrischen Strom wandeln lässt. In Schottland ist gerade ein neues Gezeitenkraftwerk ans Netz gegangen.

  2. Verschlüsselung: Windows-Verschlüsselung Bitlocker trotz TPM-Schutz umgangen
    Verschlüsselung
    Windows-Verschlüsselung Bitlocker trotz TPM-Schutz umgangen

    Eine mit Bitlocker verschlüsselte SSD mit TPM-Schutz lässt sich relativ einfach knacken. Ein Passwort schützt, ist aber nicht der Standard.

  3. Spionagesoftware: Israelische Behörden überprüfen Pegasus-Hersteller NSO
    Spionagesoftware
    Israelische Behörden überprüfen Pegasus-Hersteller NSO

    War es eine Razzia oder eine freundliche Besichtigung? Der diplomatische Druck auf Israel wegen des Trojaner-Herstellers NSO zeigt offenbar Wirkung.

Keyla 10. Nov 2020

Wer die BRD mit der Stasi vergleicht disqualifiziert sich für jede Diskussion, da schon...

BLi8819 02. Nov 2020

Also ich sehe keinen großen Unterschied zum Lockdown im März. Der einzige wirkliche...

mke2fs 02. Nov 2020

Na Gott sei Dank habe ich die App gar nicht erst installiert. Damit werde ich nicht...

mke2fs 02. Nov 2020

Hmm warum glaub ich dir wohl nicht?

mke2fs 02. Nov 2020

Aber nein, du willst dich doch nicht in den Verdacht begeben das nur wegen des Geldes zu...



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Bosch Professional günstiger • Asus TUF Gaming 23,8" FHD 144Hz 169€ • Acer-Chromebooks zu Bestpreisen (u. a. 14" 64GB 229€) • Alternate (u. a. Deepcool-Gehäuselüfter ab 24,99€) • EA-Spiele (PC) günstiger (u. a. Battlefield 5 5,99€) • Philips-Fernseher 65" Ambilight 679€ [Werbung]
    •  /