Datenschutz: Nur zwei Speedchecker-Apps empfehlenswert

Das Onlinemagazin Mobilsicher.de hat 14 Speedchecker-Apps getestet und dabei etliche Datenschutzprobleme entdeckt.

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Geschwindigkeitsmessung (Symbolbild)
Geschwindigkeitsmessung (Symbolbild) (Bild: Arek Socha/Pixabay)

Webseiten laden langsam, der Stream ruckelt? Mit Speedchecker-Apps lässt sich die Geschwindigkeit einer Internetverbindung überprüfen. Doch statt nur die Geschwindigkeitsversprechen des Internetanbieters zu prüfen, sammeln viele Apps auch Daten über die Nutzer - das hat das Onlinemagazin Mobilsicher.de in einem Test herausgefunden.

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Das Datensendeverhalten von insgesamt 14 Speedchecker-Apps für Android hat das Onlinemagazin überprüft. Die Grundfunktion einer Speedchecker-App ist schnell erklärt: Sie verbindet sich mit einem Mess-Server, von dem eine bestimmte Datenmenge heruntergeladen wird. Dabei misst die App die Zeit beziehungsweise Übertragungsgeschwindigkeit der Daten. So kann die Up- und Downloadrate des WLANs oder des mobilen Internetanschlusses gemessen werden.

Apps ermitteln den Standort ohne Berechtigung

Sechs Apps erfassen den Basic Service Set Identifier (BSSID) des verbundenen WLANs. Die BSSID ist eine eindeutige Adresse, die meist auf der Mac-Adresse des WLAN-Routers basiert. Über eine BSSID-zu-Geo-Datenbank lässt sich so der genaue Standort des Smartphones herausfinden, ohne dass eine Berechtigung zur Standortabfrage erfragt beziehungsweise erteilt werden muss.

Solche BSSID-zu-Geo-Datenbanken gibt es zuhauf. Gefüllt werden sie unter anderem von Apps, die eine BSSID auslesen und die GPS-Standortdaten abfragen können und anschließend beides an einen entsprechenden Datenbank-Anbieter senden. Dazu gehören beispielsweise die Speedchecker-Apps.

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Im Test von Mobilsicher.de haben vier Apps die BSSID an Dritte übertragen. Die drei Apps des Herstellers Etrality hätten zudem die Standortdaten an das amerikanische Werbenetzwerk Mopub (Twitter) sowie das französische Werbeunternehmen Smart übertragen, sofern die entsprechenden Apps diese über die Standortfreigabe erhalten hätten. Die drei Apps würden zusammen auf über 16 Millionen Downloads in Googles Play Store kommen, heißt es in dem Test.

Nur Librespeed und Breitbandmessung empfehlenswert

Die Apps des Anbieters V-SPEED.eu haben sogar die International Mobile Subscriber Identity (IMSI) abgefragt, die eindeutige Nummer der eingelegten SIM-Karte. Der Anbieter betonte gegenüber Mobilsicher.de, dass die Informationen nicht zum Profiling oder Werbung verwendet würden, sondern um Abdeckungskarten zu erstellen. Ob hierfür die IMSI benötigt wird, ist zumindest fraglich.

Eine weitere App habe zudem die International Mobile Station Equipment Identity (IMEI) erfasst, eine eindeutige Kennung des jeweiligen Gerätes. Unklar sei, warum der Anbieter diese Information erfasse, schreibt Mobilsicher.de. Die Nummern lassen sich im Gegensatz zur Werbe-ID des jeweiligen Android-Betriebssystems nicht ändern, können aber seit Android 10 nur noch von privilegierten Apps abgefragt werden.

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Testsieger sind die Apps Librespeed und Breitbandmessung der Bundesnetzagentur. Beide Apps sind kostenlos und werbefrei. Librespeed habe im Test keine unnötigen Daten erfasst und keine Berechtigungen erfragt, heißt es in dem Test. Die Open-Source-Software gibt es im alternativen Appstore F-Droid.

Die App der Bundesnetzagentur biete viele Zusatzfunktionen und frage den Standort ab - die Messungen funktionieren jedoch auch ohne. Die App gibt es in Googles Play Store. Laut Nutzerbewertungen kommt es jedoch zu plötzlichen Abstürzen - auch im Test von Mobilsicher.de.

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Neuro-Chef 24. Jan 2021

Schon, aber vServer mit shared Gbit/s Link sind nun auch kein besonderer Luxus.

kellemann 21. Jan 2021

Ne, der ist vollkommen ausreichend, der ist ja sogar höher als der Download bei vielen...

Phantom 20. Jan 2021

Mit Android 11 braucht die Corona App nur noch Bluetooth :)

NaruHina 20. Jan 2021

Nur blöd das wie ist meine IP nichtmal auf Server mit einer cli läuft, oft zu langsame...



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