Abo
  • Services:

Datenschutz: IT-Sicherheits-Verband kritisiert Untätigkeit von Merkel

Der IT-Sicherheits-Verband Teletrust fordert die Bundeskanzlerin auf, konkrete Maßnahmen für den besseren Schutz von Netzen und Daten zu ergreifen. Eine bloße Ankündigungspolitik, in der die Probleme ausgesessen werden, reiche nicht.

Artikel veröffentlicht am , Ulrich Hottelet
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel (Bild: Sean Gallup/AFP/Getty Images)

Die IT-Sicherheitsprobleme sind seit den Enthüllungen Edward Snowdens größer geworden. So wurde bekannt, dass die NSA Hintertüren in Sicherheitsprodukte einbaut und Standards manipuliert hat. Ähnliche Attacken drohen von anderen Spionagediensten und Cyberkriminellen. "Doch die Kanzlerin tut bislang nichts. Die bisherigen Maßnahmen sind lächerlich", kritisierte Professor Norbert Pohlmann, Vorstandsvorsitzender des Teletrust, des größten IT-Sicherheitsverbandes in Deutschland und Europa.

Stellenmarkt
  1. Lachmann & Rink GmbH, Freudenberg und Dortmund
  2. NÜRNBERGER Versicherung, Nürnberg

Pohlmann forderte Merkel auf (PDF), schnell zu handeln und endlich die politische Verantwortung zu übernehmen. So müsse der runde Tisch IT-Sicherheit reaktiviert werden. Anwender, Sicherheitsindustrie, Politik, Verwaltung und Wissenschaft sollten dort eine "Strategie IT-Sicherheit Deutschland" mit einer klaren Roadmap erarbeiten und gemeinsam umsetzen. Bisher tagte der runde Tisch erst ein Mal, nämlich vor der Bundestagswahl 2013.

Klare Ansage Merkels

Pohlmann vermisst auch "eine klare Ansage der Kanzlerin, dass die kritischen Infrastrukturen robust geschützt werden". Die bestehenden Initiativen der Bundesregierung seien nicht strategisch genug und konnten nicht verhindern, dass die Risiken gestiegen sind. Die Spähangriffe auf die Privatsphäre seien gleichzeitig Attacken auf Werte wie persönliche Integrität, Freiheit und Demokratie. In seinem Appell zitierte er Goethe: "Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen!"

Während in der Software die USA führend ist und Hardware hauptsächlich aus Asien stammt, habe Deutschland auch mit Blick auf die Industrie 4.0 die Chance auf Technologieführerschaft in der IT-Sicherheit, betonte Pohlmann. "Wir haben in Deutschland genügend Kompetenz, Know-how, Reputation und Entwicklungen wie Verschlüsselung oder Trusted Computing." Als weiteres Beispiel nannte er virtuelle Maschinen, die durch Modularisierung Sicherheitsprobleme isolieren können. "Viele deutsche Unternehmen praktizieren das schon. Aber Microsoft will keine kleinen, modernen, robusten Betriebssysteme aus Deutschland als Konkurrenz."

Deutsche IT-Sicherheit gilt als kompetent

Außerdem genieße das deutsche Datenschutzniveau international einen sehr guten Ruf. Auch in Forschung und Sicherheitsevaluierungen gilt Deutschland als kompetent. Mit diesen Stärken solle die deutsche IT-Sicherheitsindustrie weltweit punkten. Dabei könne man sich durchaus in Zusammenarbeit mit ausländischen Marktführern positionieren. "Auch die Amerikaner können von mehr IT-Sicherheit profitieren, denn sie haben ein großes Vertrauensproblem", sagte Pohlmann.

Bei der Mailverschlüsselung, die trotz des NSA-Skandals noch nicht weit verbreitet ist, sprach er sich für einen pragmatischen Weg aus. Die Initiative E-Mail made in Germany sei aufgrund ihrer Verbesserungen für die Vertraulichkeit ein akzeptabler erster Schritt, dem in zwei Jahren aber die funktionierende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung folgen müsse.

Doch Deutschland ist in puncto Sicherheit nicht immer das Land mit der höchsten Sicherheit. So sind laut Pohlmann 2,5 Prozent der Websites hierzulande mit Schadsoftware infiziert, während die Quote in den USA und Japan niedriger ist. Verantwortlich macht Teletrust im Übrigen nicht nur die Bundesregierung, sondern auch Teile der deutschen Wirtschaft. So stellen einige Großunternehmen und Banken zurzeit Arbeitsgruppen auf, die das geplante IT-Sicherheits-Gesetz durchlöchern wollen, um sich keinen strikten Regelungen unterwerfen zu müssen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 9,99€ (mtl., monatlich kündbar)
  2. (heute u. a. Eufy Saugroboter für 149,99€, Gartengeräte von Bosch)
  3. 99,00€
  4. (u. a. Outward 31,99€, Dirt Rally 2.0 Day One Edition 24,29€, Resident Evil 7 6,99€, Football...

joojak 08. Jun 2014

Also ich finde Frau Merkel ist alles andere als untätig in dieser sache. Sie tut doch...

FreiGeistler 07. Jun 2014

Etwa selbe Stufe. ; ) Nichts für Ungut.

gehtDichNichtsAn 06. Jun 2014

Die Wähler finden es doch toll wenn sie schweigt. Die Wahlergebnisse sind immer noch...

ploedman 06. Jun 2014

Die Gier ist eben das Problem.

Robert_online 06. Jun 2014

Vielleicht nutzt sie den Weg um Desinformation zu betreiben? Robert


Folgen Sie uns
       


Festo Bionic Softhand und Softarm angesehen

Die Bionic Softhand ist ein robotischer Greifer, der der menschlichen Hand nachgebildet ist. Das Unternehmen Festo präsentiert sie auf der Hannover Messe 2019.

Festo Bionic Softhand und Softarm angesehen Video aufrufen
Openbook ausprobiert: Wie Facebook, nur anders
Openbook ausprobiert
Wie Facebook, nur anders

Seit gut drei Wochen ist das werbe- und trackingfreie soziale Netzwerk Openbook für die Kickstarter-Unterstützer online. Golem.de ist dabei - und freut sich über den angenehmen Umgangston und interessante neue Kontakte.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Hack Verwaiste Twitter-Konten posten IS-Propaganda
  2. Openbook Open-Source-Alternative zu Facebook versucht es noch einmal
  3. Klage eingereicht Tinder-Mitgründer fordern Milliarden von Mutterkonzern

Passwort-Richtlinien: Schlechte Passwörter vermeiden
Passwort-Richtlinien
Schlechte Passwörter vermeiden

Groß- und Kleinbuchstaben, mindestens ein Sonderzeichen, aber nicht irgendeins? Viele Passwort-Richtlinien führen dazu, dass Nutzer genervt oder verwirrt sind, aber nicht unbedingt zu sichereren Passwörtern. Wir geben Tipps, wie Entwickler es besser machen können.
Von Hanno Böck

  1. Acutherm Mit Wärmebildkamera und Mikrofon das Passwort erraten
  2. Datenschutz Facebook speicherte Millionen Passwörter im Klartext
  3. Fido-Sticks im Test Endlich schlechte Passwörter

ANC-Kopfhörer im Test: Mit Ach und Krach
ANC-Kopfhörer im Test
Mit Ach und Krach

Der neue ANC-Kopfhörer von Audio Technica ist in einem Bereich sogar besser als unsere derzeitigen Favoriten von Sony und Bose - ausgerechnet in der entscheidenden Disziplin schwächelt er aber.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Surface Headphones Microsofts erster ANC-Bluetooth-Kopfhörer kostet 380 Euro
  2. Sonys WH-1000XM3 Oberklasse-ANC-Kopfhörer hat Kälteprobleme
  3. Sony-Kopfhörer WH-1000XM3 im Test Eine Oase der Stille oder des puren Musikgenusses

    •  /