Datenschutz: Ich weiß, dass du bei Tinder bist

Ein neuer Dienst mit dem Namen Swindlerbuster(öffnet im neuen Fenster) ermöglicht es Nutzern festzustellen, ob bestimmte Bekannte bei der Dating-App Tinder unterwegs sind. Der Dienst ist kostenpflichtig und basiert auf der offiziellen Tinder-API. Tinder selbst hat mit der Anwendung offenbar keine Probleme - alle abgerufenen Daten seien öffentliche Informationen.
Wer Swinderbuster nutzen möchte, muss rund 5 US-Dollar pro Anwendung bezahlen. Um eine möglichst genaue Abfrage zu starten, soll der Vorname und das Alter der Person eingegeben werden. Außerdem soll der letzte vermutete Ort eingeben werden, an dem die Person die Dating-App genutzt hat. Tinder nutzt den GPS-Standort der Nutzer, um mögliche Partner in der Nähe zu finden.
Sind alle Daten eingegeben, sucht das Programm passende Nutzer heraus, über das Foto kann dann die gesuchte Person ausgewählt werden. Nutzer von Swindlerbuster können dann sehen, wann Tinder das letzte Mal verwendet wurde und ob nach Männer- oder Frauenbekanntschaften gesucht wird.
Zweifelhafte Begründung
Dem Entwickler der App geht es nach eigenen Angaben nicht darum, dass Partner mögliche Fremdgeher identifizieren können. Vielmehr wolle er auf übermäßiges Teilen privater Daten aufmerksam machen, sagte er Vanity Fair(öffnet im neuen Fenster) . Das Geschäftsmodell mit der Eifersucht dürfte ihm trotzdem gefallen. Die Identität des Entwicklers ist derzeit nicht bekannt, er selbst möchte anonym bleiben.
Tinder selbst kommentierte die App unaufgeregt: "Durchsuchbare Informationen auf der Webseite sind öffentliche Informationen, die Tinder-Nutzer auf ihrem Profil einstellen. Wenn sie herausfinden wollen, wer auf Tinder ist, empfehlen wir, das Geld zu sparen und unsere kostenlose App herunterzuladen."
Swindlerbuster nutzt die offizielle API von Tinder. Es handelt sich also weder um einen Hack der Datenbank noch wurden Techniken wie Screen-Scraping angewandt, um die Informationen zu extrahieren.
Ob ein kostenpflichtiger Dienst in Bezug auf eine Dating-App wirklich der beste Weg ist, Nutzer zu weniger Datenaustausch zu bewegen, darf bezweifelt werden.



