Das Richtige tun

Früher lautete Googles Motto: "Don't be Evil" - "Sei nicht böse". Ein schönes Motto, an dem sich Google jedoch zunehmend weniger messen ließ.

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"2018 hat Google sein Motto geändert in 'Do the Right Thing' - 'Tu das Richtige'. Klingt eigentlich ganz nett. Bis man fünf Sekunden darüber nachdenkt. Das Richtige für wen?", fragt Maximilian Mundt als Moritz Zimmermann in der Serie How to Sell Drugs Online (Fast). Damit trifft er den Punkt. Das Richtige tun ... für die Google-Nutzer? Für die Werbekunden? Oder für Leute, die künstliche Intelligenz für Kampfdrohnen brauchen?

Ein kleiner Schritt in die Dystopie

Denn Werbung ist nur ein Teil dessen, was mit von Google gesammelten Daten passiert und noch passieren könnte. Neben der individuellen gibt es auch eine gesellschaftliche Komponente, die sehr gefährlich für unsere Grundrechte, unsere Freiheit und ein demokratisches Zusammenleben ist.

Denn wenn unser digitales Abbild zunehmend algorithmisch vermessen und bewertet wird, bildet sich immer mehr ein Social Scoring heraus, das Menschen je nach Bewertung Zugang gewähren kann oder eben nicht. Das fängt gerade im Kleinen an, wenn Versicherungen Tarife an den Lebensstil anpassen und mit Daten von Fitnesstrackern wie Googles Fitbit oder den Fahrdaten des Autos koppeln - aber es kann in einer Dystopie enden. Das kann sogar sehr schnell gehen, denn Daten und Technik sind im Prinzip schon vorhanden.

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Ein Blick nach China reicht, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es sein mag, in einer datengetriebenen Gesellschaft zu leben, in der jede Handlung erfasst und bewertet wird. Selbst Triviales wie bei Rot eine Straße zu überqueren, schlägt sich in einem Score wieder, der die gesellschaftliche Teilhabe regelt.

Wer nicht einem vorgeschriebenen Lebensstil folgt oder mit solchen Menschen Kontakt hat oder gar befreundet ist, sinkt im Score und verliert damit an Möglichkeiten und Zugängen, von Karriere über Wohnen bis hin zu Kultur.

Doch nicht nur über den Score lässt sich Einfluss auf das Verhalten der Menschen nehmen. Mit der datengetriebenen Überwachung lassen sich beispielsweise auch die Online-Computerspielzeiten von Kindern beschränken - was China aktuell umsetzt. Man will sich gar nicht vorstellen, wie die Nazis Big Data genutzt hätten.

Geheimdienste nutzen die Daten bei Google

Die Daten werden auch von Geheimdiensten wie der NSA oder dem britischen GCHQ genutzt, die mit dem Überwachungsprogramm PRISM ebenfalls Zugriff auf die Daten von Google, Facebook, Apple, Microsoft und anderen US-Konzernen haben - wie wir seit den Snowden-Leaks wissen.

Wie Google untersuchen auch die Geheimdienste unser Onlineverhalten - auch mit den bei Google gesammelten Daten - und errechnen daraus bestimmte Prognosen und Abhängigkeiten. Die gesammelten Daten nutzen die Geheimdienste auch, um die gesellschaftliche Diskussion zu beeinflussen oder Stimmung gegen einzelne Personen und Gruppen zu machen.

Beispielsweise können sie nach Widersprüchen im Onlineverhalten einer Person suchen (PDF). In internen Folien des GCHQ wird als Beispiel eine islamische Autorität genannt, die sich Pornografie ansieht. Eine Veröffentlichung der gefundenen - oder vom Geheimdienst erfundenen - Informationen kann das Ansehen einer Person zerstören. Mit der Joint Threat Research Intelligence Group (JTRIG) hat der Geheimdienst eine eigene Einheit für genau solche "Stasi-Methoden", wie Aktivisten sie damals nannten. Und sie setzte diese Einheit unter anderem gegen die Hacktivisten von Anonymous ein. Wissen ist eben Macht.

Trennen hilft

All dies dürfte absolut nicht mit dem Motto "Do the Right Thing" vereinbar sein. Dennoch stellte Google dem US-Militär seine KI-Technik zur Verfügung. Gegen das Projekt Maven protestierten Tausende Google-Angestellte. Google verlängerte das Projekt daraufhin nicht mehr.

Doch auch das alte Motto "Don't be Evil" war seinerzeit umstritten und führte immer wieder zu Diskussionen. Denn ein Unternehmen, das weltweit die Daten von Milliarden Menschen sammelt, auswertet, vermarktet und mit Geheimdiensten und Sicherheitsbehörden teilt, entspricht nicht gerade der Vorstellung von einer Firma, die Gutes oder zumindest nichts Böses tut.

Kurz: ein Unternehmen dem man auf keinen Fall alle seine Daten, sowie seine Privat- und Intimsphäre anvertrauen möchte. Das Leben ohne Google ist in den vergangenen Jahren immer einfacher geworden. Es gibt immer mehr und bessere Alternativen, die Google oft in nichts nachstehen und wirklich nicht böse sind.

Vielleicht ist "Do the Right Thing" eine Aufforderung an uns alle, das Richtige zu tun und Google zu verlassen. Vielleicht nicht von heute auf morgen, aber nach und nach.

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MarioS. 27. Feb 2022

Hier bei Apple ist es ja prinzipiell etwas besser, da Apple Geräte und Services verkauft...

wo.ist.der... 15. Okt 2021

Ist die 75 im Nick dein Alter? Das würde erklären, wieso du nichts kapiert hast, Technik...

double1981 14. Okt 2021

Privat schütze ich mich auf die selbe Weiße. Bis hin zu Clouds ist bei mir alles...

Prypjat 14. Okt 2021

4.0, weil damit ja die vierte Wand durchbrochen wurde. ;)



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