Google verdient gut an dir

Googles Devise war immer: "You can't compete with free", also: Warum sollte jemand für Dienste Geld bezahlen, wenn es sie um die Ecke vermeintlich kostenlos gibt. Doch die rund 135.000 Google-Angestellten, etliche Rechenzentren auf der ganzen Welt bis hin zu interkontinentalen Unterseekabeln und der Gewinn für die Aktionäre müssen irgendwie refinanziert werden.

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"Zwar nehmen wir durch den Verkauf von Produkten wie Google Pixel Phones, Apps im Google Play Store, Youtube-Abos und Tools für Unternehmen Geld ein, Werbung ist jedoch unsere Haupteinnahmequelle", erklärt Google auf seiner Webseite. Letztlich handelt es sich um das wahrscheinlich größte Werbeunternehmen der Welt: Von den 160,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 wurden 135 Milliarden US-Dollar durch das Werbegeschäft erwirtschaftet.

Und die Einnahmen steigen: Allein im zweiten Quartal 2021 erzielte Google 50 Milliarden US-Dollar Umsatz mit seinem Werbegeschäft und lieferte damit den Großteil des 62-Milliarden-US-Dollar-Umsatzes des Mutterkonzerns Alphabet. Davon waren mit 18 Milliarden US-Dollar knapp ein Drittel Gewinn. Dabei spielt Google seit Langem nicht einfach nur Werbung aus, sondern vermarktet seine Nutzer.

Google-Nutzer werden in Echtzeit verkauft

Deren aktuellen und allgemeinen Interessen versteigert der Konzern bei sogenannten Echtzeit-Auktionen (Real Time Bidding, kurz RTB). Dabei bieten Unternehmen, während eine Person eine Webseite aufruft, um die dortigen Werbeflächen sowie um die Person, der diese angezeigt werden - also dich.

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Dabei bezieht Google nach eigener Aussage beispielsweise aktuelle und vergangene Suchanfragen ebenso mit ein wie die Arten von Webseiten, die man besucht hat, oder was man gemacht hat, während man bei Google-Diensten angemeldet war. Auch "Aktivitäten in mobilen Anwendungen auf deinem Gerät" und Aktivitäten auf anderen Geräten werden mit einbezogen - kurz: nahezu alles, was du so machst.

Die Macht der Erinnerung und Googles Tracking auf Pornoseiten

Wie stark man dabei von sogenanntem Retargeting beeinflusst werden kann, lernte ich vor einigen Jahren, als ich noch an der Universität Tübingen studierte. Am dortigen Computerpool hatte ich meinen Firefox nicht wie gewohnt für mehr Datenschutz angepasst (dazu später mehr). Ich hatte mir USB-Sticks bei einem Onlinehändler angesehen. Statt einen zu kaufen, wollte ich mich wieder der Recherche zu meiner Hausarbeit widmen, wurde aber auf jeder aufgerufenen Webseite erneut auf meinen USB-Stick-Favoriten hingewiesen, bis ich ihn fast gekauft hätte.

So beeinflusst Google auch Nicht-Nutzer beim ganz normalen Surfen im Internet. Denn Google besteht nicht nur aus seinen Diensten für die Endnutzer, sondern auch aus Services für Webseitenbetreiber. Diese können beispielsweise mit Google Analytics das Verhalten ihrer Nutzer auf ihren Webseiten überwachen und auswerten: Was interessiert die Nutzer, was nicht? Welche Teile der Seite schauen sie sich genauer an, an welchen Punkten verlassen sie die Webseite? Das alles stellt Google dann mehr oder weniger übersichtlich in Graphen dar - die Betreiber können ihre Webseite optimieren.

Doch neben dem Betreiber, der nun minutiös weiß, was seine Nutzer auf der Webseite so treiben, bekommt auch Google all diese Daten. Allerdings nicht nur von einer Webseite, sondern von einem Großteil der Seiten im Internet - und Google kann diese Informationen verknüpfen und weiß so nicht nur, was eine Person auf der einen Webseite getrieben hat, sondern auch noch auf anderen und ganz anderen.

Das gilt beispielsweise auch für Pornoseiten. 2019 untersuchte eine Studie 22.484 Pornoangebote auf Tracker. 93 Prozent der Seiten sendeten Daten an durchschnittlich sieben Drittparteien. In 74 Prozent der Fälle war Google eingebunden. Dabei dürfte die Quote im restlichen Web ähnlich hoch liegen. Entsprechend viel weiß Google über Personen, die explizit keine Google-Dienste nutzen.

Doch auch hier ist man keineswegs machtlos und kann mit ein paar Browser-Erweiterungen und -Einstellungen Google weitgehend erblinden lassen.

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MarioS. 27. Feb 2022

Hier bei Apple ist es ja prinzipiell etwas besser, da Apple Geräte und Services verkauft...

wo.ist.der... 15. Okt 2021

Ist die 75 im Nick dein Alter? Das würde erklären, wieso du nichts kapiert hast, Technik...

double1981 14. Okt 2021

Privat schütze ich mich auf die selbe Weiße. Bis hin zu Clouds ist bei mir alles...

Prypjat 14. Okt 2021

4.0, weil damit ja die vierte Wand durchbrochen wurde. ;)



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