Keine Qual bei der Messengerwahl

Schwierig war es lange Zeit bei der Messengerwahl. Mit Signal (früher Textsecure) gibt es zwar schon seit 2014 einen an sich tauglichen Messenger. Er funktioniert im Unterschied zu meisten anderen Messengern nach dem Zero-Knowledge-Prinzip, was bedeutet, dass der Anbieter selbst möglichst wenig über die Nutzer und darüber weiß, was sie auf der Plattform machen.

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Allerdings war Signal nicht googlefrei nutzbar. Denn der Messenger setzte ausschließlich Google Cloud Messaging (GCM) ein, um Push-Nachrichten zu versenden - beispielsweise wenn eine Nachricht verfügbar war. Auf googlefreien Smartphones gibt es jedoch kein GCM, entsprechend konnte Signal nicht verwendet werden.

Ab Anfang 2016 konnte ich Signal in Form von Libresignal nutzen, denn ein paar Entwickler hatten die Signal-App so modifiziert, dass die Nachrichten einfach direkt per Websockets vom Signal-Server abgerufen werden - eine Funktion, die ohnehin implementiert war, da die Desktop-Variante von Signal ohne Push-Service auskommen musste.

Nach längerem Streit zwischen dem Signal-Hauptentwickler Moxie Marlinspike und mehreren anderen Entwicklern veröffentlichte Signal Anfang 2017 dann plötzlich eine Version, die auch ohne Google funktionierte und auch außerhalb des Play Stores zu bekommen war. Obendrein bietet die App seitdem einen von Google unabhängigen Update-Service. So lässt sich Signal auch komplett googlefrei benutzen.

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Natürlich gibt es weitere Messenger, die ebenfalls ohne Google funktionieren. So habe ich auch Threema auf meinem Smartphone, seit es als Open Source veröffentlicht wurde. Eine dezentrale Alternative, die allerdings nicht wie Signal und Threema nach dem Zero-Knowledge-Prinzip arbeitet, ist Matrix mit der App Element (früher Riot).

Nextcloud statt Google-Cloud

Ein Messenger ist also recht einfach gefunden, nächstes wichtiges Thema ist die Cloud. Dass die Cloud praktisch ist, um schnell die Urlaubsfotos zu teilen, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten oder gar verschlüsselte Backups zu hinterlegen, steht außer Frage. Auch der Terminkalender lässt sich wunderbar über eine Cloud zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren.

Doch Cloud bedeutet letztlich nur, dass die Daten auf anderer Leute Computer gespeichert werden - denen man vertrauen muss. Natürlich vertraue ich meine Daten nicht der Google Cloud an, sondern setze auf die Open-Source-Software Nextcloud. Diese kann entweder selbst auf einem Server installiert oder bei verschiedenen Anbietern gemietet werden. Mit der Nextbox, einem kleinen schwarzen Metallkasten, in dessen Innerem ein Raspberry Pi und eine SSD arbeiten, kann die Nextcloud sogar ohne umfangreiche technische Kenntnisse im Wohnzimmer betrieben werden.

Mit Nextcloud lassen sich alle gängigen Cloud-Aufgaben problemlos erledigen, beispielsweise unterstützt die bereits erwähnte Backup-Software Seedvault das Sichern des Android-Systems in der eigenen Cloud. Seit einigen Jahren kann Nextcloud über Apps umfangreich erweitert werden, bis hin zu einem Online-Office oder einer Instanz für Videotelefonie.

Beides nutze ich allerdings nicht, da ich meine Artikel nur selten mit Kollegen online schreibe, und dann meist in sogenannten Pads, in denen sich kollaborativ zusammenarbeiten lässt. Und für Videotelefonie nutze ich Signal oder Jitsi.

Doch vor lauter Messenger und Videotelefonie darf das zwar schon etwas angestaubte, aber immer noch wichtige digitale Kommunikationsmittel nicht vergessen werden: die E-Mail. Doch auch sie landet viel zu häufig auf Google-Servern und wird dort gescannt.

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 Ein Google-Smartphone für eine googlefreies LebenBesser mailen ohne Gmail 
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MarioS. 27. Feb 2022

Hier bei Apple ist es ja prinzipiell etwas besser, da Apple Geräte und Services verkauft...

wo.ist.der... 15. Okt 2021

Ist die 75 im Nick dein Alter? Das würde erklären, wieso du nichts kapiert hast, Technik...

double1981 14. Okt 2021

Privat schütze ich mich auf die selbe Weiße. Bis hin zu Clouds ist bei mir alles...

Prypjat 14. Okt 2021

4.0, weil damit ja die vierte Wand durchbrochen wurde. ;)



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