Ein Google-Smartphone für eine googlefreies Leben

Natürlich hat ein Smartphone unschätzbare Vorteile, allein weil man unterwegs im Prinzip seinen Alltag organisieren kann. Von der Bahnreise über eine kurze Recherche bis hin zur Route für die nächste Fahrradtour - alles kein Problem. Wie erwähnt wollte selbst ich irgendwann ein Smartphone, aber kein Gerät, das mich bei all dem auf Schritt und Tritt überwacht und alles, was mich gerade beschäftigt, mit dubiosen Firmen teilt - fast, als wäre mir beim Kauf ein Trojaner installiert worden.

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Erst als ich 2014 das alternative Android-Betriebssystem Replicant entdeckte, das nicht nur Google- und überwachungsfrei ist, sondern auch komplett auf freie Software setzt, rang ich mich durch, eines der unterstützten Smartphones zu kaufen: das Galaxy Nexus von Samsung - und Google. Ironischerweise eigenen sich Google-Smartphones mit am besten dafür, googlefrei leben zu können.

Wie alle alternativen Androids basiert auch Replicant letztlich auf dem Android Open Source Project (AOSP), der freien Grundlage von Android, aus der eigene mobile Betriebssysteme erstellt werden können.

Anfangs war ich von Replicant begeistert, allerdings hatte das System in meinen Augen zwei Probleme: Zum einen wurden nur selten Updates veröffentlicht, was teils für horrend viele nicht geschlossene Sicherheitslücken sorgte. Zum anderen führte der komplette Verzicht auf unfreie Software dazu, dass es keine 3D-Beschleunigung gab (entsprechend langsam war das System) und dass die unfreien Treiber für WLAN und Co. bei jedem Update von Hand installiert werden mussten.

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2016 wechselte ich daher zum damals bekanntesten alternativen Android Cyanogenmod (heute LineageOS), das die Android-Sicherheitsupdates schneller, zuverlässiger und länger auslieferte als mancher Smartphone-Hersteller. Auch sonst waren die Unterschiede zu normalen Smartphones gering und meist positiv. Oder kurz: Wer mit Android zurechtkommt, kommt auch mit Cyanogenmod/LineageOS problemlos klar.

Doch mit GrapheneOS und CalyxOS gibt es mittlerweile zwei alternative Androids, die deutlich mehr Datenschutz und Sicherheit bieten, gleichzeitig aber auch komfortabler als LineageOS und so manches Hersteller-Android sind. Ich habe mich für GrapheneOS (Test) entschieden, weil es den Fokus auf Sicherheit und Datenschutz legt und etliche Sicherheitsfunktionen bietet, die beispielsweise das Ausnutzen von Sicherheitslücken und Zero Days erschwert.

CalyxOS (Test) verbindet Datenschutz mit Komfort und lässt sich auch ohne Vorkenntnisse über alternative Appstores, Apps und Gefrickel in einen direkt benutzbaren Zustand bringen. So kann ein Smartphone mit CalyxOS bedenkenlos auch weniger technikaffinen Personen in die Hand gedrückt werden.

Zwar werden wie bei GrapheneOS nur wenige Apps vorinstalliert, aber im Begrüßungsbildschirm wird eine Auswahl an privatsphärefreundlichen Apps vorgeschlagen. Zudem lassen sich per Seedvault angelegte Backups einspielen, was den Wechsel von einem Smartphone zum anderen vereinfacht. Die komfortable Backup-Software wurde von CalyxOS entwickelt und ist mittlerweile auch in GrapheneOS und LineageOS zu finden.

Keine Google-Apps, kein Problem

Egal auf welches der drei alternativen Androids gesetzt wird, ein herausstechender Unterschied zu Kauf-Androids bleibt: Es gibt keine Google-Apps auf dem Smartphone-Betriebssystem. Damit ist auch die Werbe-ID passé, die Teil von Googles Play Store ist, den ich im Übrigen wie schon unter Replicant durch F-Droid ersetze.

Der alternative Appstore kommt ohne Anmeldung aus und bietet Open-Source-Apps ohne Tracking und Überwachung. Teils werden die Tracker extra entfernt, bevor die Apps unter F-Droid gelistet werden. Haben die Apps problematische Funktionen oder verwenden externe Dienste wie Youtube, wird hierauf explizit als Anti-Feature hingewiesen.

Der Wechsel zu F-Droid bedeutet zwar, dass man sich Apps installieren kann, ohne dass Tracker die persönlichen und intimen Daten für zwielichtige Firmen sammeln. Es heißt aber auch, dass es deutlich weniger Apps als im Play Store gibt. Da ich nie einen anderen Store verwendet hatte, musste ich jedoch auch keine liebgewonnene App ersetzen.

Für die meisten Apps und Dienste gibt es jedoch vollwertige Alternativen. Für den öffentlichen Nahverkehr empfehlen sich beispielsweise die Apps Transportr oder Öffi, für Karten und Routen das bereits vorgestellte Osmand. Alle zusammen bringen sie die Nutzer googlefrei zum Ziel.

K9-Mail oder Fairemail kümmern sich um die E-Mails - und geben im Unterschied zu manch anderer E-Mail-App aus dem Play Store die Zugangsdaten zum Mail-Konto nicht an den App-Hersteller weiter. Der bekannte VLC-Player spielt auch unter Android alles ab und viele, viele weitere Apps ersetzen Google-Dienste und mit Trackern verseuchte Apps aus dem Play Store.

Für mich kommen Apps aus dem Google Play Store grundsätzlich nicht in Frage, aber manchen Wechselwilligen hat es in der Vergangenheit geholfen, dass sie über den in F-Droid enthaltenen Aurora Store auch weiterhin an die eine oder andere liebgewonnene App aus dem Play Store kommen, auf die sie nicht verzichten können. Damit die so bezogenen Apps an weniger Daten kommen, können sie mittels der App Shelter isoliert werden.

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 Das Smartphone ist eine DatensammelmaschineKeine Qual bei der Messengerwahl 
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MarioS. 27. Feb 2022

Hier bei Apple ist es ja prinzipiell etwas besser, da Apple Geräte und Services verkauft...

wo.ist.der... 15. Okt 2021

Ist die 75 im Nick dein Alter? Das würde erklären, wieso du nichts kapiert hast, Technik...

double1981 14. Okt 2021

Privat schütze ich mich auf die selbe Weiße. Bis hin zu Clouds ist bei mir alles...

Prypjat 14. Okt 2021

4.0, weil damit ja die vierte Wand durchbrochen wurde. ;)



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