Das Smartphone ist eine Datensammelmaschine

Ein klassisches Smartphone aus dem Onlineshop oder dem Elektronikladen um die Ecke kam für mich nicht in Frage. Immerhin stammt mit Android das am häufigsten verwendete Smartphone-Betriebssystem aus dem Hause Google - mit allen denkbaren Nachteilen einer tiefen Integration eines Datensammlers in ein mobiles Betriebssystem.

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Zudem teilen herkömmliche Android-Smartphones nicht nur umfangreiche Daten mit Google, von den genutzten Apps über den Standort bis hin zu Anruflisten. Sie überwachen ihre Nutzer oft auch noch mit sogenannter Bloatware, die Hersteller wie Samsung oder Xiaomi auf ihren Smartphones vorinstallieren. Beispielsweise sendet der Browser auf Xiaomi-Smartphones jede besuchte Webseite und Suchanfrage an den Smartphone-Hersteller.

Unternehmen, die du nicht mal kennst, wissen alles über dich

Damit nicht genug, enthalten die meisten Apps aus dem Google Play Store Tracker, teils im mittleren zweistelligen Bereich. Eine im Januar 2020 veröffentlichte Studie des norwegischen Verbraucherschutzverbandes untersuchte zehn bekannte Dating-Apps, darunter Tinder und Okcupid, und fand 135 Tracking-Dienste in den Apps.

Dabei wurden unter anderem sexuelle Gewohnheiten und Präferenzen, Drogenkonsum und politische Ansichten sowie der Standort an Tracking-Dienste weitergeleitet. Was mit den Daten genau passiert, ist nicht nachvollziehbar.

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Ähnlich sieht es bei den meisten anderen Apps aus. Selbst die Anwendungen der öffentlich-rechtlichen Sender, der Bahn oder von Passwortmanagern wie Lastpass bis hin zu Gesundheits-Apps, die aktiv mit Datenschutz werben, enthalten Tracker und geben teils jede Eingabe an Facebook oder Google weiter - darunter äußerst sensible Gesundheitsdaten wie die eingegebenen Symptome.

Um die gesammelten Daten aus den verschiedenen Apps - also beispielsweise sexuelle Vorlieben, Dating-Verhalten und Krankheitssymptome - mit den Smartphone-Nutzern in Verbindung bringen zu können, übertragen die Tracker zudem die gerätespezifische Werbe-ID.

Wurden in einer App Name und Adresse eingegeben, können diese über die Werbe-ID mit der vermeintlich anonym genutzten Gesundheits-App in Verbindung gebracht werden - und mit allen anderen Apps, in die der jeweilige Tracking-Dienst eingebunden ist. Auf diese Weise wissen Firmen, von denen du noch nie gehört hast, intimste Dinge über dich - und verkaufen diese Informationen weiter.

Handel mit Smartphone-Standortdaten floriert

So gibt es beispielsweise etliche Händler von Standortdaten, die sie von verschiedenen Apps geliefert bekommen und weiterverkaufen. Auch US-Behörden sind Kunden solcher Händler und nutzen die Daten zu Überwachungs- und Strafverfolgungszwecken. Sie umgehen damit den eigentlich vorgeschriebenen Durchsuchungsbefehl für Standortdaten von US-Bürgern bei Telefongesellschaften.

Selbst vermeintlich anonyme Standortdaten lassen sich leicht wieder mit einer Person in Verbindung bringen, wenn man weiß, an welchen Orten sie sich typischerweise aufhält - beispielsweise der Wohnort oder die Arbeitsstelle. Daraus lassen sich dann die anderen Orte schlussfolgern, an denen sich die Person aufgehalten hat.

Erst kürzlich zeigte ein Fall, wie solche Sammlungen von Standortdaten missbraucht werden können: Ein katholischer Priester wurde anhand solcher Daten verfolgt und als Besucher von Schwulenbars und Nutzer der Dating-App Grindr geoutet, die sich an Homo-, Bi- und Transsexuelle richtet. Infolge des Outings trat der Priester von seinem Amt als Generalsekretär der US-Bischofskonferenz (USCCB) zurück. Ein Fall, der jedem Smartphone-Nutzer zu denken geben sollte. Doch zum Glück geht es auch anders.

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MarioS. 27. Feb 2022

Hier bei Apple ist es ja prinzipiell etwas besser, da Apple Geräte und Services verkauft...

wo.ist.der... 15. Okt 2021

Ist die 75 im Nick dein Alter? Das würde erklären, wieso du nichts kapiert hast, Technik...

double1981 14. Okt 2021

Privat schütze ich mich auf die selbe Weiße. Bis hin zu Clouds ist bei mir alles...

Prypjat 14. Okt 2021

4.0, weil damit ja die vierte Wand durchbrochen wurde. ;)



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