Datenschutz: FBI hilft Strafverfolgungsbehörden beim iPhone-Entsperren

Die US-Bundespolizei FBI hat anderen Strafverfolgungsbehörden Unterstützung angeboten, wenn ein iPhone für Ermittlungen entsperrt werden muss. Vermutlich macht sich das FBI eine bislang nicht geschlossene Sicherheitslücke zunutze.

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FBI will viele verschiedene iPhone-Modelle entsperren können.
FBI will viele verschiedene iPhone-Modelle entsperren können. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Vermutlich bleibt es nicht bei einem iPhone, dessen Zugangscode von Strafverfolgungsbehörden geknackt wird. Die US-Bundespolizei FBI hat in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Brief angekündigt, anderen Strafverfolgungsbehörden in den USA dabei zu helfen, ein iPhone zu entsperren, wenn es für Ermittlungen erforderlich ist. Außerdem müsse es von den geltenden Gesetzen abgedeckt sein, heißt es in dem Schreiben.

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Vergangene Woche hatte das FBI verkündet, ein iPhone entsperrt zu haben, ohne den Code zu kennen: Dabei ging es um das iPhone 5C des getöteten San-Bernardino-Attentäters. Die US-Bundespolizei konnte die Daten auf dem iPhone nach eigenen Angaben auslesen. Mit welchen Methoden das gelang, ist noch immer nicht ganz klar.

FBI holte sich Hilfe

Nach einem Bericht von Bloomberg hat das israelische Sicherheitsunternehmen Cellebrite dabei geholfen, das iPhone zu entsperren. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Daten aus mobilen Geräten auszulesen. Vermutlich wurde dafür ein Sicherheitsleck in Apples Mobilbetriebssystem verwendet. Jedenfalls zitiert Reuters einen namentlich nicht genannten Apple-Entwickler, dass das FBI schon bald nicht mehr in der Lage sein wird, ein iPhone mit den bisherigen Mitteln zu entsperren. Apple werde mit einem Update des Betriebssystems dafür sorgen, dass der entsprechende Fehler korrigiert werde.

Sechs Wochen lang hatte das FBI Druck auf Apple ausgeübt, den Ermittlungsbehörden dabei zu helfen, das iPhone des getöteten San-Bernardino-Attentäters zu entsperren, damit die Bundespolizei an die Daten auf dem Smartphone gelangt. Mit einem Gerichtsbeschluss sollte Apple dazu gebracht werden, mit dem FBI in dem Fall zu kooperieren.

Konflikt zwischen Apple und dem FBI

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Die Behörden hatten wiederholt erklärt, sie könnten die Daten aus dem Smartphone nicht ohne Hilfe Apples rekonstruieren. Sie wollten vor allem, dass Apple durch einen Eingriff in die Software die Funktion aushebelt, die den Speicherinhalt eines Telefons löscht, wenn zehn Mal ein falsches Passwort eingegeben wird. Apple wehrte sich vehement dagegen und argumentierte, durch ein solches Programm würde die Datensicherheit für alle Nutzer geschwächt.

Apple werde Ermittler bei ihrer Arbeit unterstützen, wie es das auch in der Vergangenheit getan habe. Allerdings hätten Nutzer überall auf der Welt ein Recht auf Datenschutz, Sicherheit und Privatsphäre. Eines dem anderen zu opfern, bedeute ein Risiko für Menschen und Staaten, meint Apple.

Apple störte sich zudem daran, dass die Regierung als rechtliche Grundlage für ihre Forderungen den All Writs Act aus dem Jahr 1789 vorbrachte - ein Gesetz, das Richter grundsätzlich bevollmächtigt, nötige Maßnahmen zu verfügen. Apple warnte, mit einem solchen Präzedenzfall könne die Tür für eine weitreichende Überwachung elektronischer Geräte geöffnet werden.

Sollten die Ermittler dank einer Sicherheitslücke in Apples Software an die Daten im iPhone des Attentäters herangekommen sein, müssten sie die dabei verwendete Methode unter Umständen dem Konzern offenlegen. Nach US-Recht entscheidet ein Regierungsgremium, ob solche Schwachstellen geheim gehalten und von den Behörden ausgenutzt werden können - oder zur Sicherheit der Nutzer die betroffenen Anbieter informiert werden sollten.

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