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Datenschutz: Eltern klagen gegen Disney und Unity

Während die Kinder in Anwendungen wie Disney Princess Palace Pets in einer rosaroten Welt spielen, sammeln Hersteller wie Disney und Unity unrechtmäßig Daten und erstellen Nutzerprofile. Das sagen Eltern in den USA – sie haben Klage eingereicht.
/ Peter Steinlechner
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Disney Prinzessin: Palace Pets soll im Hintergrund Daten sammeln. (Bild: Bild: Disney/Screenshot: Golem.de)
Disney Prinzessin: Palace Pets soll im Hintergrund Daten sammeln. Bild: Bild: Disney/Screenshot: Golem.de

Die Prinzessin in Disney Princess Palace Pets hat offenbar ein dunkles Geheimnis. Während Kinder das Haustier der königlichen Hoheit föhnen und füttern, sammelt die App im Hintergrund Daten der minderjährigen Kundschaft und schickt sie zu Disney. Das sagen jedenfalls Eltern, die bei einem Gericht in San Francisco nun Klage eingereicht haben. Laut der Anklageschrift(öffnet im neuen Fenster) verstößt Disney gegen den Children's Online Privacy Protection Act of 1998 (Coppa).

Nach diesem Gesetz müssen Spiele- oder App-Anbieter erst ausdrücklich die Erlaubnis der Erziehungsberechtigten einholen, bevor sie die Daten von Kindern unter 13 Jahren sammeln – was im Falle von Disney Princess Palace Pets und bei rund 40 weiteren Anwendungen für iOS und Android unterblieben sei. Neben Disney richtet sich die Klage auch gegen die Unternehmen Unity Technologies, Kochava und Upsight, schreiben US-Medien wie The Register(öffnet im neuen Fenster) .

Unter anderem sollen die Apps jeden Nutzer über eine Nummer identifizieren können, um so Standortdaten sowie Informationen über das Verhalten in der Anwendung plattformübergreifend zu sammeln. Diese Informationen sollen dann an Werbefirmen weitergeleitet werden, die so maßgeschneiderte Werbung ausliefern können.

Disney sei von der Klage besonders betroffen, weil das Datensammeln in den Apps aller betroffenen Hersteller über ein SDK von Disney erfolge. Die Firma sollte die Gesetzeslage eigentlich kennen: Bereits 2011 war sie neben einer Reihe weiterer Unternehmen wegen Verstößen gegen Coppa angeklagt und musste drei Millionen US-Dollar an Strafe zahlen.

Deutsche Eltern empört über Abzocke

Die Klage betrifft nur die USA, deutsche Kunden sind von den Disney-Apps aber auch nicht begeistert. Das angesprochene, hierzulande unter dem Titel Disney Prinzessin: Palace Pets vermarktete Programm wird zwar als kostenloser, 914 MByte großer Download angeboten.

Dann wird aber nach dem Eindruck vieler potenzieller Nutzer allzu gnadenlos versucht, Geld zu kassieren: "Ohne zu bezahlen hat man NICHTS von dieser App" , ist etwa in einer Rezension zu lesen. "Meine Tochter ist total enttäuscht."


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