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Alternatives Android im Test: /e/ will Google ersetzen

Wie Google, nur mit Privatsphäre - /e/ verbindet ein alternatives Android mit Cloudfunktionen und einer Suchmaschine.

Ein Test von veröffentlicht am
/e/ auf dem Smartphone und in der Cloud
/e/ auf dem Smartphone und in der Cloud (Bild: /e/ Screenshot Golem.de)

Viel größer könnte der Anspruch eines kleinen Projektes kaum sein: /e/ will eine freie Alternative zu Apple und Google sein. So ist /e/ zum einen ein alternatives Android, zum anderen eine Cloud-Plattform, die Googles und Apples Dienste mit allem, was dazugehört, ersetzen soll.

Die Zielgruppe sind sowohl Techies als auch weniger technikaffine Nutzer, die Komfort und Datenschutz verbinden wollen. Bereits jetzt lassen sich Smartphones mit vorinstalliertem /e/ kaufen oder das System einfach selbst auf eine Reihe von Smartphones installieren. Letzteres haben wir gemacht und uns angeschaut, ob die Google-Alternative wirklich so problemlos nutzbar ist, wie es sich Projektgründer Gaël Duval erträumt. Das schafft /e/ bereits erstaunlich gut, zudem sorgt es durch die Unterstützung von in die Jahre gekommene Smartphones für Nachhaltigkeit. Problemfrei ist das System allerdings nicht.

Duval ist in der Open-Source-Szene kein Unbekannter. Vor über 20 Jahren hat er Mandrake/Mandriva Linux als Alternative zu Windows ins Leben gerufen. Doch die Jahre vergingen und Duval hatte sich ein iPhone zugelegt, arbeitete an einem Mac und nutzte immer mehr Google-Dienste. "Da wurde mir klar, dass ich faul geworden war und dass mein Datenschutz verschwunden war", schreibt Duval. Wie Millionen andere sei er ein Produkt von Google geworden, das immer umfangreichere Daten über ihn sammele.

Duval suchte nach einer Alternative, fand aber nichts, was wirklich ohne Google auskam oder ohne Bastelaufwand verwendbar war. Also entschloss er sich, ein wirklich Google-freies Smartphonesystem zu entwickeln - mit allem, was dazugehört - und so seine Privatsphäre zurückzugewinnen. Auf Kickstarter sammelte er knapp 100.000 Euro für sein Projekt Eelo, wie /e/ anfangs hieß. Nach Markenrechtsbedenken wurde es jedoch 2018 umbenannt.

/e/ ist Nachhaltig und unterstützt auch alte Smartphones

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Seitdem ist viel passiert. Es gibt eine Beta-Version des Betriebssystems, diverse Onlinedienste und einen eigenen Appstore mit knapp 80.000 Apps. Viele Gründe für Golem.de, das System genauer zu betrachten und auszuprobieren. Wir kramen ein altes Nexus 6P aus der Schublade , das von Google längst nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt wird, denn /e/ versorgt auch alte Geräte weiter mit Updates.

Auf diese Weise sorgt /e/ für Nachhaltigkeit, denn die Hardware des 6P ist noch top in Schuss, nur ohne Updates wird es zu Elektroschrott. Ein klassisches Android-Problem bleibt jedoch bestehen: Komponentenhersteller wie Qualcomm passen ihre Treiber nicht für neuere Linux-Kernel an. Daher sind die Kernel von vielen neuen Android Smartphones bereits heillos veraltet, das trifft auf alte Smartphones umso mehr zu.

Wir installieren /e/ auf unserem Nexus 6P. Dazu müssen wir das Smartphone im ersten Schritt entsperren und im zweiten Schritt das Custom Recovery TWRP installieren. Damit kann das Gerät jenseits des Betriebssystems verwaltet und das Betriebssystem ausgetauscht werden. Über TWRP installieren wir /e/ mittels einer zuvor heruntergeladenen .zip-Datei.

Die Installationsprozedur gleicht der von LineageOS, auf dem /e/ basiert. Für jedes unterstützte Gerät steht zudem eine detaillierte Anleitung auf der Webseite bereit. Eine Scheu vor Kommandozeilenbefehlen dürfen installationswillige Nutzer jedoch derzeit nicht haben. Das soll sich in naher Zukunft mit einem grafischen Tool für Linux, MacOS und Windows ändern.

Ein Bildschirm voller Apps

Wir starten das Nexus 6P neu und werden von dem /e/-Logo begrüßt. Das zugrundeliegende Android trägt noch die Version 8 (Oreo), bei anderen Geräten kommen auch Version 7 (Nougat) und 9 (Pie) zum Einsatz. Laut der /e/-Webseite soll das alternative Android unabhängig von der zugrundeliegenden Android-Version das gleiche Nutzererlebnis bieten.

Uns begrüßt ein angepasster Bildschirm im bunten Design mit eigenem Launcher, der keine extra App-Übersicht ermöglicht, sondern alle Apps auf den drei Desktopseiten platziert. Entsprechend voll wirkt der Bildschirm mit 18 Apps nach dem ersten Start. Unter den Apps sind Klassiker wie ein Kalender (Etar), eine E-Mail-App (K9 Mail), sowie eine App für Notizen (Nextcloud Notes) und Aufgaben (OpenTasks), aber auch eine Wetter-App (Good Weather), deren Oberfläche von /e/ aktualisiert wurde. Die App selbst hat seit 2017 keine Updates mehr erhalten. Hinzu kommt die Karten-App Magic Earth, die auf die freien Karten von Openstreetmap setzt. Noch in diesem Jahr soll eine /e/-Version ohne die Standard-Apps folgen.

Um ähnlich komfortabel wie Google und Apple zu sein, verbindet /e/ die Apps mit hauseigenen Onlinediensten. Dazu kommen weitere technische Anpassungen, die einerseits dafür sorgen, dass die Geräte wirklich Google-frei bleiben, die Nutzer andererseits aber auch Apps nutzen lassen, die ohne Google-Dienste eigentlich gar nicht funktionieren würden.

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IchBIN 05. Apr 2020

Welchen und woher?

IchBIN 05. Apr 2020

Zwischen "nicht praktisch Einsetzbar" und "nicht für Banking geeignet" liegen ja noch mal...

atomie 04. Apr 2020

Auf meinem s4 Mini. Läuft bisher sehr gut und fast alle Apps habe ich finden können. Ein...

rlx 03. Apr 2020

Danke nochmals f�r den Artikel �ber die Google-Android-Alternative /e/ und die...

Neuro-Chef 03. Apr 2020

Stimmt. Android ist schlecht, weil die Architektur von Grund auf dämlich ist, was man...


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