Privacy top, Security flop

/e/OS unterstützt jede Menge alter Geräte, die vom Hersteller längst keine Updates mehr bekommen. Auf diese Weise bleiben eigentlich noch intakte Geräte, die von den Herstellern zu Müll (End of Life, EOL) erklärt wurden, weiter verwendbar. Beispielsweise unterstützt /e/OS das acht Jahre alte Galaxy S3. Aus einer Nachhaltigkeitsperspektive ist das großartig. /e/OS bezieht die Sicherheitsupdates vornehmlich von LineageOS, die sie auch auf Android 7 (Nougat) zurückportieren, das offiziell keine Sicherheitsupdates mehr von Google erhält. Wie lange LineageOS dies weiterführt, bleibt jedoch offen. Ebenfalls offen ist, was im Falle einer Einstellung mit /e/OS-Geräten passiert, die noch auf Android 7 setzen.

Der Support hat allerdings auch seine Schattenseite: Da wäre zum einen das schon erwähnte Problem des nicht möglichen Kernelupdates und der entsprechend ungefixten Sicherheitslücken im Kernel. Zum anderen bieten die ebenfalls in die Jahre gekommenen Android-Versionen teils Sicherheits- und Privacyfunktionen nicht, die das aktuelle Android 10 oder das im Herbst folgende Android 11 bieten. Auch mangelt es vielen unterstützten Geräten an einem Sicherheitschip wie beispielsweise Googles Titan-Chip.

Hinzu kommt, dass nicht alle vorinstallierten Apps auf dem aktuellen Stand sind - das wiegt vor allem beim Browser schwer, einem zentralen Einfallstor in ein Betriebssystem. Gleiches gilt für Webview, über die Android-interne Browser Engine stellen viele Apps Webinhalte dar. Diese basiert ebenfalls auf Chromium und hinkt auf unserem Testgerät ebenfalls der aktuellen Version deutlich hinterher. Gleiches gilt, wie bereits erwähnt, auch für die Browser-Apps im /e/OS-eigenen Appstore.

Offener Bootloader

Damit /e/OS oder LineageOS installiert werden können, muss der Bootloader entsperrt und ein Recovery eingespielt werden. Über dieses lassen sich vielfältige Veränderungen am Betriebssystem vornehmen, beispielsweise Updates oder Software einspielen. Auf diese Weise können jedoch auch Angreifer mit physischem Zugriff auf das Gerät Schadsoftware aufspielen. Das mag für viele Smartphonenutzer kein Problem sein, für Aktivisten oder Menschen mit eifersüchtigem Partner kann dies jedoch beispielsweise zu einem Problem werden. Das ist weit entfernt von einem geschlossenen und verifizierten Bootprozess, wie ihn das ebenfalls Google-freie, aber weniger nachhaltige GrapheneOS bietet, das den Fokus klar auf Sicherheit legt.

Was bringt die /e/OS-Zukunft?

Sicherheit steht leider nicht auf der Roadmap von /e/OS, dafür sollen im Laufe des Jahres neben dem bereits erwähnten grafischen Installationsprogramm die eCloud ausgebaut werden und beispielsweise auch SMS synchronisiert werden können. Auch ein Privacy Dashboard und ein System, um Tracker in Apps zu blockieren, sind geplant. In weiterer Ferne schwebt den /e/OS-Entwicklern ein komplettes Ökosystem vor, in dem /e/OS alle Google-Dienste durch Google-freie Open-Source-Dienste ersetzt, die die Privatsphäre schützen. Dazu könnte auch eine eigenes PC-Betriebssystem gehören.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Viele Apps und eine nichtssagende Privacy-BewertungVerfügbarkeit und Fazit 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7.  


IchBIN 05. Apr 2020

Welchen und woher?

IchBIN 05. Apr 2020

Zwischen "nicht praktisch Einsetzbar" und "nicht für Banking geeignet" liegen ja noch mal...

atomie 04. Apr 2020

Auf meinem s4 Mini. Läuft bisher sehr gut und fast alle Apps habe ich finden können. Ein...

rlx 03. Apr 2020

Danke nochmals f�r den Artikel �ber die Google-Android-Alternative /e/ und die...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Reviews
Hogwarts Legacy mit PC-Problemen und Detailreichtum

Die ersten Tests von Hogwarts Legacy loben Welt und Kampfsystem. Probleme gibt's wohl mit der PC-Technik - und Unwohlsein wegen J.K. Rowling.

Reviews: Hogwarts Legacy mit PC-Problemen und Detailreichtum
Artikel
  1. Streamer: Rocket Beans muss in Kurzarbeit
    Streamer
    Rocket Beans muss in Kurzarbeit

    Der Gaming-Kanal Rocket Beans hat wirtschaftliche Schwierigkeiten. Mitarbeiter müssen in Kurzarbeit, einige Sendungen entfallen.

  2. Künstliche Intelligenz: So funktioniert ChatGPT
    Künstliche Intelligenz
    So funktioniert ChatGPT

    Das mächtige Sprachmodell ChatGPT erzeugt Texte, die sich kaum von denen menschlicher Autoren unterscheiden lassen. Wir erklären die Technologie hinter dem Hype.
    Ein Deep Dive von Helmut Linde

  3. i4: BMW lässt sich am Berg nicht updaten
    i4
    BMW lässt sich am Berg nicht updaten

    Die Besitzerin eines BMW i4 hat die Fehlermeldung entdeckt, ihr Parkplatz sei zu steil für ein Update der Bordsoftware.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RAM im Preisrutsch - neue Tiefstpreise! • Powercolor RX 7900 XTX 1.195€ • AMD Ryzen 7 5800X3D 329€ • Nur noch heute TV-Sale mit bis 77% Rabatt bei Otto • Lenovo Tab P11 Plus 249€ • MindStar: Intel Core i7 13700K 429€ • Logitech G915 Lightspeed 219,89€ • PCGH Cyber Week [Werbung]
    •  /