Berufsgeheimnisträger sollten kein Whatsapp nutzen

Bei der Risikobewertung fällt besonders ins Gewicht, dass Ärzte der Schweigepflicht unterliegen. Sie sollten ihren Patienten oder Klienten gar keine Kommunikation über diesen Weg eröffnen. Denn allein durch die Metadaten wird die Behandlungsbeziehung, die der Schweigepflicht unterliegt, ersichtlich.

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Dies ist auch deshalb kritisch, weil Facebook die Metadaten von Whatsapp bekommt und verarbeitet. Dies ergibt sich daraus, dass der Messenger laut Aussage der niedersächsischen Landesbeauftragten für den Datenschutz die Nutzerdaten an andere Bereiche des Facebook-Konzerns übermittelt.

Auch das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht ist der Ansicht, dass Berufsgeheimnisträger Whatsapp grundsätzlich nicht einsetzen dürfen (siehe 8. Tätigkeitsbericht des BayLDA für die Jahre 2017/2018, Seite 58). Dies begründet es damit, dass Whatsapp viele Informationen zur Kommunikation seiner Nutzer mit Facebook teilt und in Zukunft womöglich die Daten aller Dienste verschmelzen möchte.

Ähnlich lautet auch die Einschätzung des Thüringer Landesbeauftragten für Datenschutz, Lutz Hasse.

Ärzte gehen mit Whatsapp ein hohes Risiko ein

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Schließlich können sich Ärzte, die Whatsapp beruflich nutzen, als Berufsgeheimnisträger strafbar machen. In Betracht kommt eine Bestrafung wegen Verletzung von Privatgeheimnissen gemäß § 203 Absatz 1 Strafgesetzbuch (StGB). Dies setzt voraus, dass sie ein fremdes Geheimnis unbefugt offenbaren, das ihnen im Sinne von § 203 Absatz 1 Nummer 1 StGB anvertraut wurde.

Nach § 9 Absatz 1 der (Muster-)Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte - MBO-Ä 1997 - haben sie über das, was ihnen in ihrer Eigenschaft anvertraut oder bekannt geworden ist, zu schweigen. Dazu gehören auch schriftliche Mitteilungen des Patienten, Aufzeichnungen über Patienten, Röntgenaufnahmen und sonstige Untersuchungsbefunde.

Wie schnell Patientendaten ohne hinreichende Schutzmaßnahmen wegen eines Datenlecks im Internet zugänglich sind oder an eine falsche Stelle übermittelt werden, darüber hat Golem.de bereits berichtet.

Der Arzt macht sich ebenfalls nicht strafbar, wenn sein Handeln durch eine wirksame Einwilligung gedeckt ist. Dass die Erteilung dieser Einwilligung sehr umständlich ist, wurde bereits aufgezeigt.

Auch mangels einschlägiger Gerichtsentscheidungen gehen Ärzte derzeit ein hohes Risiko ein. Sie müssen damit rechnen, dass sie zu einer Geldstrafe beziehungsweise zu einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr verurteilt werden. Dies gilt zum Beispiel dann, wenn ein Patient herausfindet, dass ein Arzt seine Daten über Whatsapp übermittelt hat und ihn deshalb anzeigt. Ärzte sollten daher besser Whatsapp nicht beruflich nutzen.

Doch wie sieht es mit anderen Berufsgruppen aus, zum Beispiel Lehrern?

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 Was Facebook mit den Daten genau macht, ist unklarBrauchen Lehrer Whatsapp für den Unterricht? 
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quassel 25. Mär 2020

Die Transportverschlüsselung ist in DE Standard. Wenn du ein Mail-Provider bist, setzt...

quassel 25. Mär 2020

Macht er doch. Die Bundespolizei setzt XMPP ein.

Megusta 25. Mär 2020

mein Reden, im Internet weiß jeder alles besser und in der Realität findet der...

Mik30 21. Mär 2020

Davon wird praktisch nur im Arbeitsrecht eine Ausnahme gemacht und wenn der Staat sich...

HeroFeat 20. Mär 2020

Ich verstehe auch nicht warum einige so auf Telegram abfahren, wenn es doch bessere...



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