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Datenschutz: Duckduckgo-Browser leakt besuchte Domains

Ein Service zum Finden von Favicons sorgt dafür, dass der Browser von Duckduckgo ein Datenschutzproblem hat.

Artikel veröffentlicht am ,
Duckduckgo wirbt mit Datenschutz, ein fragwürdiges Verhalten des eigenen Browsers sorgt jetzt aber für Zweifel daran.
Duckduckgo wirbt mit Datenschutz, ein fragwürdiges Verhalten des eigenen Browsers sorgt jetzt aber für Zweifel daran. (Bild: Mike's Birds, Wikimedia Commons/CC-BY-SA 2.0)

Wer den sogenannten Privacy Browser des Suchmaschinenanbieters Duckduckgo verwendet, muss damit rechnen, dass die Hostnamen aller Webseiten an einen Server von Duckduckgo übertragen werden. Der Grund dafür ist, dass Duckduckgo Favicons, also kleine Webseitenicons, die in Bookmarks oder in der Adressleiste angezeigt werden können, über einen externen Service abruft.

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Bereits vor einem Jahr entdeckte ein Nutzer dieses Verhalten im Android-Browser von Duckduckgo und öffnete einen Fehlerbericht auf Github. Lange Zeit schien kaum jemand von dem fragwürdigen Verhalten Notiz zu nehmen. Doch ein Post auf der Plattform Hacker News verschaffte dem alten Bugreport nun größere Aufmerksamkeit.

Favicons von Duckduckgo-Server abgerufen

Der Duckduckgo-Browser ruft beim Abruf einer Webseite das Webseitenicon nicht selbst ab, sondern nutzt dafür einen Service unter der Domain icons.duckduckgo.com. Dabei wird der Hostname der gerade angesurften Webseiten an diesen Service übertragen, der dann das passende Webseitenicon sucht und an den Browser weitergibt.

Duckduckgo begründet dieses Verhalten in dem Fehlerbericht damit, dass das Finden der korrekten Favicons komplex sei, da diese auf verschiedene Weise und in verschiedenen Formaten abgespeichert sein können, und man deswegen einen externen Service nutze. Weiterhin verspricht Duckduckgo, dass der Service keine persönlichen Daten sammelt.

Die Erklärung erscheint wenig nachvollziehbar. Es ist zwar korrekt, dass es verschiedene Varianten gibt, wie ein Favicon im HTML-Code referenziert werden kann. Ob der Code zum Abrufen des Icons nun auf dem Server von Duckduckgo oder auf dem Client läuft, sollte dabei aber keinen Unterschied machen.

Wenig überzeugende Erklärung von Duckduckgo

Der Service von Duckduckgo könnte durch diese Funktion Surfprofile über Nutzer anlegen und herausfinden, von welcher IP-Adresse welche Webseiten angesurft werden. Dass Duckduckgo verspricht, dies nicht zu tun, dürfte die datenschutzsensiblen Nutzer des Browsers kaum beruhigen, da sie dies nicht überprüfen können und es keine Notwendigkeit für eine solche Funktion gibt. Alle anderen gängigen Browser implementieren den Abruf der Favicons auf dem Client.

Favicons wurden ursprünglich von Microsoft im Internet Explorer eingeführt, in der ursprünglichen Variante legte man dabei schlicht eine Datei favicon.ico im Windows-Icon-Format im Root des Webservers ab. Später wurden diese Icons in einem Dokument der Standardisierungsorganisation W3C spezifiziert und können über einen HTML-Tag im Header angegeben werden. Laut Standard sind neben Windows-Icons auch PNGs und GIFs als Dateiformat erlaubt.

Duckduckgo ist ein Suchmaschinenbetreiber, der nach eigenen Angaben besonders auf die Privatsphäre seiner Nutzer achtet und keine persönlichen Daten sammelt. Die Firma bietet ihren Privacy Browser, in dem Duckduckgo als Suchmaschine voreingestellt ist, als App für Android und iOS an.

Nachtrag vom 2. Juli 2020, 12:00 Uhr

Auf die geäußerte Kritik hat inzwischen Gabriel Weinberg, der Gründer und CEO von Duckduckgo, mit einem Kommentar auf Hacker News reagiert. Weinberg erklärte, dass das Problem auch für ihn neu sei und dass er dafür sorgen werde, dass die entsprechende Funktion künftig lokal bereitgestellt wird.

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WalterSobchak 03. Jul 2020

nach einem (!) Aussitzen und Schliessen des Bugs. Vertrauen komplett verspielt. Und vor...

atomie 02. Jul 2020

das reicht in der regel schon aus. zur not noch eine zeile in der header. verstehe nicht...

486dx4-160 02. Jul 2020

Ja, da kann man genauso gut Google nutzen!!1elf!!! Da weiß man wenigstens, dass nicht nur...


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