Datenschutz: Die meisten Menschen wollen kein vernetztes Auto

Die Vernetzung von Autos soll das Fahren sicherer machen. Doch die meisten Autofahrer lehnen eine solche Kommunikation ab. Verkehrsminister Dobrindt fordert bereits eine Verschlüsselungspflicht für Autodaten.

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So stellt sich die Bundesregierung das vernetzte Fahren auf der Autobahn vor.
So stellt sich die Bundesregierung das vernetzte Fahren auf der Autobahn vor. (Bild: BMVI)

Die geplante Weitergabe von Fahrzeugdaten zur Verkehrslenkung stößt bei den Nutzern offenbar auf wenig Zustimmung. Wie eine Umfrage im Auftrag der Wirtschaftswoche ergab, lehnen 77 Prozent der Befragten aus Sorge vor einem Datenmissbrauch den Austausch zwischen Fahrzeugen und Verkehrszentralen oder Versicherungsgesellschaften ab. Bei den unter 30-Jährigen ist die Ablehnung mit 65 Prozent nur geringfügig niedriger.

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Auch nach Ansicht von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) birgt das vernetzte Fahren neue Risiken im Hinblick auf die Datensicherheit. "Die Digitalisierung der Mobilität und der damit verbundene Zuwachs an Daten stellen neue Anforderungen an die Sicherheit von Fahrzeugen und Infrastruktur sowie den Schutz von Persönlichkeitsrechten", heißt es nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa im Entwurf für eine Strategie der Bundesregierung zum automatisierten und vernetzten Fahren. Das Papier soll am Mittwochmorgen im Kabinett beschlossen und am Nachmittag auf der IAA präsentiert werden.

Vorarbeiten dazu lieferte ein runder Tisch, der von der Regierung im November 2013 einberufen worden war. An der Diskussion waren unter anderem Verbände der Automobilhersteller (VDA, VDIK) und der Versicherungswirtschaft (GDV), der ADAC, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, der TÜV-Verband sowie mehrere Forschungseinrichtungen beteiligt.

Verschlüsselungspflicht für Daten

Um Hackerangriffe zu vermeiden, will Dobrindt laut dpa Automobilhersteller, Zulieferer und Dienstleister zu einer sicheren Datenverschlüsselung verpflichten. Dabei soll auch geprüft werden, ob es sinnvoll sei, die Systeme "durch externe Stellen" abnehmen zu lassen.

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Verschiedene Autohersteller und Kartendienste planen derzeit Systeme zur Verkehrslenkung und Warnung, die auf einem Datenaustausch zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur (Car-to-X, Car-to-Infrastructure) beruhen. Dabei sind die Fahrzeuge beispielsweise über eine fest eingebaute SIM-Karte mit der Zentrale verbunden und senden alle paar Minuten pseudonymisiert ihren Standort. Besondere Vorkommnisse werden ebenfalls gemeldet: Löst beispielsweise ein Airbag aus, geht das System von einem Unfall aus. Dann erhalten alle Fahrzeuge, die sich in einem bestimmten Umkreis des Unfallortes befinden, einen Warnhinweis.

Streit über gesetzliche Verpflichtung bahnt sich an

Die Bereitschaft der Nutzer, für derartige Services zu bezahlen, ist der Umfrage zufolge noch sehr niedrig. Nur elf Prozent wären bereit, mehr als 20 Euro im Monat zu zahlen. 16 Prozent erwarten die Dienste sogar zum Nulltarif.

Sollte das vernetzte Fahren eine stärkere Verbreitung finden, könnte sich ein Konflikt zwischen Autoindustrie, Politik und Verbrauchern anbahnen. Denn die Unternehmen der Autobranche erwarten mit großer Mehrheit, dass die Autofahrer gesetzlich zur Weitergabe der Daten verpflichtet werden. Einer jüngst veröffentlichen Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom zufolge waren 85 Prozent der befragten Autohersteller dieser Meinung. Während 55 Prozent sich dafür aussprachen, nur anonymisierte Daten für eine "intelligente Verkehrslenkung" bereitzustellen, plädierten 30 Prozent für die Nutzung aller Verkehrsdaten.

Für die repräsentative Umfrage im Auftrag der Wirtschaftswoche befragte TNS Infratest und A.T. Kearney Ende August 1.008 Volljährige in Deutschland.

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egal 17. Sep 2015

Die Daten kommen doch nicht einfach aus dem luftleeren Raum, das sind integrierte...

Lostmind 17. Sep 2015

Und du? Das ist ne Pauschalaussage. Jeder ist unvermeidlich zu einem gewissen Grad eine...

Neuro-Chef 16. Sep 2015

Die rechtschaffenen werden gegängelt, während die Raubmordraser dann einfach ihr Auto...

Ach 15. Sep 2015

Diese äußerst hinterlistige Masche mit der Eula. Den Nutzer aus jedem möglichem Winkel...



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