Datenschutz: Datenschutzbeauftragter warnt vor Datenpannen in Arztpraxen

Immer mehr Datenlecks werden dem Datenschutzbeauftragten Baden-Württembergs gemeldet. Bisher verhängte er in zehn Fällen Bußgelder. Besonders besorgt ist er über den unzureichenden Schutz von Arztpraxen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Stefan Brink hat fast täglich mit Datenpannen zu tun.
Stefan Brink hat fast täglich mit Datenpannen zu tun. (Bild: Kristina Schäfer/Landesdatenschutzbeauftragter)

Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter Stefan Brink hat eindringlich vor Datenpannen in Arztpraxen gewarnt. Er betrachte die hohe Zahl an Datenschutzverletzungen in den Praxen mit Sorge, teilte er am 30. Juli mit. Vor allem Verschlüsselungstrojaner machten den Verantwortlichen zu schaffen, heißt es in der Mitteilung seiner Behörde. Ein häufiges Versehen sei auch, dass Patientenberichte, Rezepte oder Röntgenbilder an die falschen Empfänger übermittelt würden.

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"Gerade im medizinischen Bereich werden extrem sensitive und schützenswerte personenbezogene Daten verarbeitet", schreibt Brink. "Daher ist es hier besonders wichtig, dass mit diesen Daten sorgfältig und korrekt umgegangen wird." Maßnahmen wie Datensicherung, Verschlüsselung sowie die Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter seien ein Muss. Bei einer Datenpanne mit Gesundheitsdaten seien neben der Datenschutzbehörde auch die Betroffenen zu benachrichtigen.

Seit dem Wirksamwerden der neuen EU-Datenschutzregeln im Mai 2018 hat sich die Zahl der Datenpannen den Angaben zufolge verzehnfacht. Wesentlich häufiger würden Fehler im Umgang mit Daten gemeldet, berichtete Brink. Hinter den Datenlecks stecke meist Nachlässigkeit oder Organisationsverschulden. Seit Anfang 2019 seien knapp 1.000 solcher Datenpannen gemeldet worden - von Hackerangriffen bis Mailversand mit offenem Adressverteiler. Im Mai 2019 seien mit 177 Meldungen so viele wie noch nie eingegangen. Nach Angaben von Brink verhängte seine Behörde bislang in zehn Fällen Bußgelder in einer Gesamthöhe von 207.140 Euro.

In einem Fall missbrauchte ein Polizist seine dienstlichen Zugänge, um an die Daten einer flüchtigen Bekanntschaft zu gelangen. Die Datenschützer verhängten ein Bußgeld von 1.400 Euro. Die beiden höchsten Bußgeldbescheide beliefen sich auf jeweils 80.000 Euro: Zum einen waren bei der digitalen Publikation aufgrund unzureichender Kontrollmechanismen Gesundheitsdaten veröffentlicht worden und zum anderen hatte ein Unternehmen aus der Finanzwirtschaft personenbezogene Daten unsachgemäß entsorgt.

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Anonymer Nutzer 31. Jul 2019

sich um die unfaire Praxis von Schufa Holding kümmern wolle? UNd zwar, dass man nur...

lordguck 30. Jul 2019

Datenschutz interessiert die Hr. Doktoren überhaupt nicht, ist nur lästig und kostet...


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