Datenschutz: Chinesische Lehrer überwachen Gehirnwellen ihrer Schüler

Nicht nur GPS-Tracker und Kameras sind Teil des chinesischen Klassenraumexperiments der Zukunft. Schüler tragen Stirnbänder, die Gehirnaktivitäten messen. Lehrer und Eltern können so immer sehen, wie sich Kinder im Unterricht verhalten. Diese EEG-Messungen sind allerdings fehleranfällig.

Artikel veröffentlicht am ,
Chinesische Kinder meditieren mit ihrem Gehirnwellensensor auf dem Kopf.
Chinesische Kinder meditieren mit ihrem Gehirnwellensensor auf dem Kopf. (Bild: Wall Street Journal)

Die US-Zeitung Wall Street Journal konnte eine Schule in der Nähe von Schanghai besuchen. Dort werden chinesische Kinder mit GPS-Trackern in ihren Uniformen und Gehirnwellenmessgeräten auf dem Kopf ausgestattet. Zudem sind in Klassenräumen Kameras aufgehängt, die in Zusammenhang mit Gesichtserkennungssoftware das Verhalten der Kinder überwachen - etwa wie oft sie im Unterricht auf ihr Telefon schauen. Das Ziel dieses Projekts soll es sein, die Noten der Schüler zu verbessern.

Stellenmarkt
  1. Facharchitektur-Analystin / Analyst (m/w/d)
    Bundeskriminalamt, Wiesbaden
  2. Projektmanager (m/w/d) IT
    FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, Frankfurt am Main
Detailsuche

Die Mutter eines Kindes sieht durchaus Datenschutzprobleme, argumentiert aber: "Wenn es der Forschung und Entwicklung unseres Landes dient, denke ich, ist es kein Problem". Die Eltern begrüßen das Experiment generell wohl mit der Hoffnung, ihre Kinder in der Schule besser dastehen zu lassen. Mehrere Milliarden US-Dollar habe die Regierung bereits darin investiert. Daran beteiligt sind große und kleine chinesische Unternehmen.

EEG ist fehleranfällig

Die Gehirnwellensensoren werden in China selbst hergestellt und sind mit jeweils drei Elektroden ausgestattet. Kinder tragen die Geräte wie Stirnbänder den ganzen Tag lang. Die Daten sendet das System an den Hostcomputer der Lehrkraft. Diese kann damit etwa herausfinden, welche Schüler sich konzentrieren und welche nicht bei der Sache sind. In einer Zusammenfassung wird die Leistung der gesamten Klasse zusammengefasst, inklusive der Konzentrationslevel einzelner Kinder. Einzelne Berichte können dann miteinander verglichen werden. Eltern sehen die Zusammenfassung auf ihren Smartphones und haben immer und überall eine Übersicht, welche Leistungen ihre Kinder in der Klasse erbringen.

Diese verwendete EEG-Technik ist allerdings laut dem Neurowissenschaftler Theodore Zanto anfällig gegenüber kleinen Einflüssen. Sind Träger etwa in Situationen aufgebracht oder unruhig, können Ergebnisse stark verfälscht werden. Die Konsequenzen sind durch die Vernetzung für die Kinder allerdings groß: Ein Schüler sagt dazu: "Stellt euch vor, bei einer Prüfung bekommen alle eine Punktzahl von 95, aber du selbst bekommst eine 85. Würdest du dich nicht als Schlusslicht sehen?". Eine Lehrerin verteidigt das Konzept allerdings. Der psychologische Effekt der Kopfbänder allein sei ein Anreiz für die Schüler, sich mehr anzustrengen. Erste Verbesserungen bei Noten seien bereits erkennbar.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Glasfaser
Berliner Senat blamiert sich mit Gigabitstrategie

Der Berliner Senat ist nach Jahren aus dem Dämmerzustand hochgeschreckt und hat nun eine Gigabitstrategie. Warum haben sie nicht einfach geschwiegen?
Ein IMHO von Achim Sawall

Glasfaser: Berliner Senat blamiert sich mit Gigabitstrategie
Artikel
  1. Razer: Der erste Blade-Laptop mit Ryzen ist da
    Razer
    Der erste Blade-Laptop mit Ryzen ist da

    Wieder 14 Zoll, erstmals mit AMD-Chip: Das neue Razer Blade kombiniert einen 75-Watt-Ryzen mit der flottesten Geforce RTX.
    Ein Hands-on von Marc Sauter

  2. Selbständige: Vodafone mit neuen Tarifen ohne Preissteigerung
    Selbständige
    Vodafone mit neuen Tarifen ohne Preissteigerung

    Vodafone wird seine Preise in neuen Tarifen für Selbständige nach 24 Monaten nicht mehr anheben.

  3. Gorillas-Chef: Entlassungen sind im Interesse der Community
    Gorillas-Chef
    Entlassungen sind "im Interesse der Community"

    Der Chef des Gorillas-Lieferdienstes rechtfertigt die Kündigung eines Arbeiters. Eine Fahrerin mit blauen Flecken am Rücken bewertet das anders.

cpt.dirk 14. Okt 2019

Ich meine, es geht um beides: Ein frühzeitiges Einimpfen bedingunslosen und...

cpt.dirk 14. Okt 2019

"... nützliche pawlowsche Androiden heranzuzüchten"* - tja, in China weiß man Disziplin...

TG1000 14. Okt 2019

Das ist die Zukunft an der ihr IT ler bastelt und baut Ihr werdet es noch schaffen die...

Bluejanis 14. Okt 2019

Selbstmord wird dort sogar gern gesehen, ins Besondere wenn es Milliardäre sind, die der...

rcp48 14. Okt 2019

Hm... klar ist das "krass" ist aber das idiotentum das bei uns derzeit massiv gefördert...


Folgen Sie uns
       


  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Dualsense 59,99€ • Battlefield 2042 PC 53,99€ • XXL Sale bei Alternate • Rainbow Six Extraction Limited PS5 69,99€ • Sony Pulse 3D-Headset PS5 99,99€ • Snakebyte Gaming Seat Evo 149,99€ • Bethesda E3 Promo bei GP [Werbung]
    •  /